plan b: Konstruktiv durch die Krise – Lösungen in Corona-Zeiten

Ein Film von Stella Könemann und Stefanie Fleischmann, 30 min, ZDF 2020

Bis 4.4.21 in der ZDF-Mediathek verfügbar

Das Coronavirus legt das öffentliche Leben in ganz Deutschland lahm und stürzt viele in eine Krise. Doch Not macht erfinderisch und schafft Solidarität. Vom Einzelnen bis zum Unternehmer – viele haben Ideen, um sich selbst und anderen in dieser historischen Krise zu helfen.

Vom Kulturbereich über die Spargelernte bis hin zur Unterstützung kranker oder gefährdeter Menschen werden Lösungen gebraucht – und so viel Hilfe benötigt wie nie. Eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft breitet sich durch die Gesellschaft, doch Bedarf und Hilfsangebot müssen zusammengebracht werden.

Die Plattform nebenan.de organisiert seit 2015 Nachbarschaftshilfe. Momentan erreichen sie hunderte Anfragen, die Mitarbeiter haben mehr zu tun denn je. Neuerdings gibt es eine Hotline für all diejenigen, die nicht online sind. „Es fühlt sich gut an zu helfen, aber auch mir hilft es durch diese schwere Zeit, etwas tun zu können.“, sagt Johanna. Sie ist neue Mitarbeiterin bei nebenan.de und geht für ihre Nachbarin seit kurzem regelmäßig einkaufen. Die Wahlberlinerin ist begeistert von der Welle der Solidarität und versucht, die Aktion „Jutenachbarn“ Deutschlandweit bekannt zu machen. Das heißt: Jutebeutel  aus dem Fenster hängen und somit den Nachbarn signalisieren, dass man aktiv Hilfe anbietet. Seit der Coronakrise erlebt die Nachbarschaftshilfe einen unvergleichlichen Boom, Spendenmöglichkeiten wie Gabenzäunen findet man immer häufiger in den größeren Städten. Jeder kann hier Hygieneartikel, Lebensmittel oder Kleidung für Obdachlose und Bedürftige spenden, indem er sie einfach an den Zaun hängt. Auch Johanna kommt regelmäßig her und hängt Lebensmittel an den Zaun. Kontaktlos können die Spenden dann mitgenommen werden.

Kinowerbung empfinden manche normalerweise als lästig. Doch jetzt kann sie das Überleben der Kinos sichern. Das Hamburger Unternehmen Weischer ist eigentlich auf Kinowerbungsvermarktung spezialisiert und greift jetzt den Kinos unter die Arme. Mit der Kampagne #hilfdeinemkino kann jeder online sein Lieblingskino auswählen und Kinowerbung auf dem eigenen Computer schauen oder das Kino mit einer Geldspende unterstützen. Die Werbeeinnahmen helfen den Kinos, ihre laufenden Kosten weiterhin zahlen zu können. Innerhalb weniger Tage hat das Team von weischer die Homepage auf die Beine gestellt und schon über 15.000€ allein an Spenden eingenommen. „Die gehen meist an kleine Kinos. Wir sind überwältigt, wie gut die Aktion ankommt. Als nächstes soll es die Aktion auch in der Schweiz starten“, erklärt Franziska Knöfel, Mitarbeiterin bei weischer.

Gerade für Senioren ist diese Zeit schwer – sie sollen ihr Zuhause möglichst gar nicht mehr verlassen. Im Altenzentrum St. Lamberti in Münster versucht man, den Bewohnern die Zeit der Krise angenehmer zu gestalten. Hier werden Hinterhofkonzerte organisiert und Bewohner können per App und ipad von Zuhause oder durch‘s Fenster im Hof der Altenresidenz mit ihren Verwandten kommunizieren. So muss zumindest nicht komplett auf das familiäre Miteinander verzichtet werden.