Zu Tisch - Plattensee

Ein Film von Ulrike Neubecker und Kristian Kähler, 30 min, arte 2016

Männer bei der Ernte 

Die Frauen bereiten ungarische Schupfnudeln zu 

Mann bei der Strohernte im Winter 

Zu Tisch am Plattensee. Ungarisch Balaton – das ist der größte See Mitteleuropas. Im Sommer ein beliebtes Urlaubsziel, haben die Einheimischen ihn im Winter für sich allein. Die Natur meint es gut mit der Region im Westen Ungarns: Der Boden bringt beste Weine hervor, im See tummeln sich Hechte, Welse und Zander und die Wälder des nördlichen Bakony-Gebirges sind besonders wildreich. Beliebtes Wintergemüse ist der Weißkohl. Fast jede Familie legt Sauerkraut ein und schwört dabei auf das eigene Rezept.
László Hüse ist Reetbauer am Plattensee. Sein Revier sind die kilometerweiten Schilfgürtel, die sich rund um den Plattensee erstrecken. Geerntet wird traditionell im Winter. Nur wenn es friert, können die schweren Maschinen den Schlammboden befahren. Jetzt bleiben den Männern wenige Wochen, um 800 Hektar Schilf zu ernten. Danach gehört der Nationalpark wieder den Vögeln. In diesem Jahr packt auch Lászlós Sohn Gergö das erste Mal mit an. Er will später Reetdächer decken.
Im Hinterland revolutioniert Lászlós Frau Mariann Hüse mit ihren Freundinnen die Essgewohnheiten der Dorfbewohner. Statt Schweine-Fleisch und Fast-Food gibt es Apfelchips und Hagebuttenmus. Es sind die alten, fast vergessenen Rezepte, die sie wieder bekannter machen wollen. So auch Dödölle, die ungarischen Schupfnudeln – früher ein typisches Essen der Bauern nach der Feldarbeit. Sie werden aus Kartoffelstampf und Mehl geformt und angebraten mit einem Klecks saurer Sahne serviert. zum Trailer