Zu Tisch: Nord-Bosnien

09.02.2020 - 18:25 Uhr

Ein Film von Mirjana Momirovic

Im Westen der Balkanhalbinsel liegt Bosnien und Herzegowina. Sein nördlicher Teil ist durchzogen von Dinarischen Gebirgszügen und ungebändigten Flüssen.

In den fruchtbaren Tälern liegen Dörfer, deren Bewohner größtenteils noch von der Landwirtschaft leben. Ein mildes Kontinentalklima ermöglicht auch den Anbau der wärmeliebenden Okraschote. Das Strauchgemüse haben die Osmanen nach Bosnien mitgebracht. Seitdem sind die vitaminreichen Schoten fester Bestandteil der bosnischen Küche, werden aber meist noch aus der Türkei importiert.

Erst seit kurzem wird die empfindliche Pflanze auch in Bosnien von einigen Landwirten angebaut. Biba Malčić ist eine von ihnen. In ihrem Garten wachsen fünf unterschiedliche Okrasorten, mit denen sie traditionelle Gerichte kocht, aber auch neue Rezepte kreiert.

Okra, auch als Gemüse-Eibisch bekannt, gehört zur Familie der Malvengewächse, ist eine der ältesten Gemüsepflanzen und wurde bereits vor über 4000 Jahren in Äthiopien kultiviert.

In Bosnien werden Okras viel verwendet, frisch und getrocknet.

Im Begova čorba, einem Eintopf aus Gemüse und Fleisch, ist das Okragemüse der Hauptbestandteil. Biba Malčić benutzt Okras auch für eine Gemüsemischung, aus der sie vegane Schnitzel macht.

Außerdem bereitet die gelernte Chemikerin daraus eine besondere Masse: Eine Gesichtsmaske, die die Haut straffen soll.