15.04.2023 - 17:35 Uhr
Ein Film von Katrin Kleemann
Mythen und Schauergeschichten – das assoziieren viele mit Mooren. Dabei zerstört sie der Mensch, für den Torfabbau oder die landwirtschaftliche Nutzung. Dabei sind die Feuchtgebiete wahre Multitalente für Klima und Umwelt.
1,8 Mio Hektar – so groß ist die Fläche aller deutschen Moore zusammengenommen. Das entspricht in etwa der Größe Sachsens. Doch nur noch ein Bruchteil ist in einem natürlichen, nassen, Zustand. Ein Großteil der Flächen wurde für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. So wichen immer mehr Moorflächen Weideland und Ackerflächen – über Jahrhunderte. Mit dramatischen Auswirkungen auf unser Klima. Denn werden die Feuchtgebiete trockengelegt, gelangt massenweise Kohlenstoffdioxid wieder in die Atmosphäre. Die Wissenschaftlerinnen Greta Gaudig und Sabine Wichmann vom Greifswalder Moor Centrum arbeiten deshalb an einer Strategie, die Moore wieder zu vernässen und landwirtschaftlich nutzbar zu machen. „Das ist natürlich eine riesige Herausforderung. Aber wir müssen die Moore nass machen, damit wir das Pariser Klimaschutzabkommen einhalten können,“ erklärt die Ökologin Greta Gaudig. Für ihr Ziel forschen sie zu neuen Nutzpflanzen aus den Sümpfen.
Wie sich die Moore auf den Klimawandel auswirken, war lange unbekannt. Randy Kolka und Natalie Griffith arbeiten in Minnesota daran, diese Wissenslücke zu schließen. Im Auftrag der US-Regierung, schaffen sie in einem der teuersten Klimaexperimente der Welt, die Grundlagen für globale Klimamodelle.