12.09.2024 - 4:35 Uhr
Ein Film von Frauke Vogel
Der Nachwuchsmangel von heute verschärft den Fachkräftemangel von morgen. Schätzungen zufolge fehlen bereits eine Viertelmillion Profis in Handwerksberufen. Doch es gibt Hoffnung: „plan b” zeigt, wie die Zukunft des Handwerks gesichert werden kann.
Ein Rittergut läutet die Zukunft ein, wenn es nach Jens-Torsten Jacob geht. Das alte Gemäuer im sächsischen Riesa muss saniert werden, und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft hofft, dass diese besondere Baustelle ein Magnet wird – für künftige Schreinerinnen und Stuckateure, Maurer und Malerinnen. Er will den Teilnehmenden am Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege nicht nur Basics nahebringen, sondern sie auch mit Neuerungen in den Berufen faszinieren – wie Exoskeletten, die schweres Heben erleichtern.
Julia Spielvogel hat sich auf eine ungewöhnliche Reise begeben: Mit moderner CNC-Fräse und Laser im Gepäck fährt die gelernte Tischlerin ein Jahr lang durch Deutschland, von Schule zu Schule, und baut mit 13- bis 15-Jährigen Bienenhotels. Hightech im Handwerk – damit will sie zeigen: Eine berufliche Ausbildung ist eine spannende Alternative zum Studium. Denn die Entwicklung ist dramatisch: 2021 kamen auf zehn Studierende gerade einmal 4,3 Azubis, während es 1950 noch 75,5 waren. Julia Spielvogel ist überzeugt: „Man muss einfach mit der Hand für sich entdecken, ob das Handwerk was für einen ist oder eben nicht.”