Hans Werner Henze: Komponist, Kommunist, Dandy

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring, sounding images, WDR, 52 min, 2026

Das Leben des am 1. Juli 1926 in Gütersloh geborenen Komponisten ist europäische Zeitgeschichte unterm Brennglas: NS-Zeit und Krieg, Konflikte als Homosexueller und öffentliche Attacken machten Hans Werner Henze zum politischsten Komponisten Deutschlands. Mit weltmännischem Auftreten und Villa in Italien sprengte er, ganz Inbegriff des Dandys, alle Vorstellungen von einem Komponisten der ‚E-Musik‘. Der Film hebt bisher unbekanntes persönliches Archivmaterial und bringt so auch Henzes intime Seite zur Geltung: als Person und als Komponist von bislang unveröffentlichten Liedern.

Die humanistischen Botschaften, die persönlichen Erfahrungen mit Nationalsozialismus, Krieg und kulturellem Identitätsverlust, der Widerstand gegenüber seiner Person und seinem Werk, bis hin zu öffentlichen Anfeindungen: All das sind prägende Erlebnisse, die Hans Werner Henze zu dem politischsten Komponisten Deutschlands werden lassen. Anlässlich seines 100. Geburtstages im Juli 2026 macht die Dokumentation die Gegenwärtigkeit seiner Musik hör- und sichtbar.

Hans Werner Henze ist der musikalische Chronist des Nachkriegsdeutschlands. In seinen zahlreichen großen Opern, in Orchesterwerken und seinen Liedern verhandelt er die wichtigen politischen und gesellschaftlichen Debatten seiner Zeit, lässt sie aber gleichermaßen vor dem Hintergrund seines menschlichen Verständnisses von Musik überzeitlich werden. Sein politisches und musikpädagogisches Engagement ist legendär. Dafür steht ganz besonders das Cantiere Internazionale d’Arte, die Internationale Kunstwerkstatt in Montepulciano, ein Festival für junge Musikerinnen und Musiker, Schauspielerinnen und Schauspieler, das Henze 1976 ins Leben gerufen hat.

Die beiden Autoren haben Zeitzeugen und Schauplätze aufgesucht, um mehr über den Menschen und Musiker Henze zu erfahren und dabei sehr persönliche, auf Kassetten eingesprochene Briefe entdeckt. Und sie haben sich auf die Suche nach bislang unveröffentlichten Liedern begeben. Mit Sopranistin Sarah Maria Sun und Pianist Jan Philip Schulze wurden diese im WDR zum ersten Mal aufgenommen.

 

„Danke für euren Film über Henze. Was für ein Stück Musikgeschichte, was für ein Stück Zeitgeschichte…. was für ein großartiger Dokumentarfilm. Gratulation und bravo, bravi.“

Dieter Kosslick
langjähriger Berlinale-Direktor

„…Ich habe mir den Film über Henze angesehen und bin sehr beeindruckt. … ein großes Kompliment und danke.“

Margarethe von Trotta
Schauspielerin und Regisseurin