Generation Greta

Generation Greta

Generation Greta

Ein Film von Thorsten Berrar, 43 min, 3sat 2020

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Noch nie war Widerstand so jung. Nicht nur Studierende, sondern auch Schüler, die mangels Stimmrechts kaum Macht in der Demokratie haben, machen mobil. Corona konnte sie nur aufhalten, aber nicht stoppen.
Und es bleibt eine verkehrte Welt. Dringlicher als je zuvor müssen Schüler_innen zu Erwachsenen sagen, dass sie verdammt nochmal Verantwortung übernehmen müssen, dass sie ihren Job machen sollen. Denn an den Problemen, wegen denen Jugendliche weltweit auf die Straße gingen, ändert sich nichts. Die Hütte brennt immer noch und es reicht nicht, sich ins Nebenzimmer zu flüchten, wie Greta Thunberg einst sagte. Klimakrise, Demokratiekrise, Systemkrise.


Bleibt das Gefühl von Gemeinschaft und Empowerment erhalten oder wird gar verstärkt? Wird aus der dezentralen Bewegung die politische Stimme einer Generation – mit Macht und Einfluss?
Und wie gehen die jungen Menschen ganz individuell und persönlich damit um?

Vier junge Journalist_innen aus den vier Ländern Deutschland, Frankreich, Österreich und Bulgarien begeben sich weiterhin auf eine Reise und versuchen herauszufinden, wo die Konfliktlinien verlaufen. Was will die Jugend? Was wollen die Alten? Wie scharf ist die Trennlinie zwischen den Generationen? Was hat sich durch die neue Gegenwart verändert oder gar verschärft?

Es wird weiterhin eine Reise zu sich selbst. Denn unabhängig von Corona und seinen Folgen bleiben die wichtigen Fragen. Wer ist diese Jugend? Wie groß sind die Gemeinsamkeiten zwischen den Milieus? Besitzt die Generation Greta eine gemeinsame Erzählung, die weit über jeweilige Landesgrenzen hinausreicht?
Der Film bietet eine Vorschau auf die Zukunft. Werden es die zornigen Zwanziger, wie manche Beobachter bereits vor Corona unkten?
Er ist aber auch eine Selbstbetrachtung. Wer sind sie wirklich? Wie gehen sie mit ihren Widersprüchen um? Besitzen sie die Kraft und Ausdauer, aus dem Momentum der aktuellen Bewegungen und wahrscheinlichen Umbrüchen dauerhafte Veränderungen zu gestalten?

Dazu sprechen die vier Autor_innen in ihren jeweiligen Ländern mit Aktivist_innen, mit Schüler_innen und Meinungsmachern.

Die Autor_innen erzählen den Film komplett aus ihrer Sicht. Aus der Sicht der Jugend, deren Zukunft bedroht ist. Dringlich, kämpferisch, zweifelnd. Sie sind gleichzeitig Kommentatoren ihres eigenen Lebens. Denn genau darum geht es.

Nikotin – Droge mit Zukunft

Nikotin – Droge mit Zukunft

Nikotin – Droge mit Zukunft

EIn Film von Bärbel Merseburger-Sill, ZDF/Arte, 90 min.

Viele versuchen jahrelang, mit dem Rauchen aufzuhören und kommen einfach nicht von der Zigarette los. Nikotinpflaster, Hypnose, Kurse – nichts scheint zu helfen. Jetzt aber gibt es ein neues Wundermittel, mit dem Raucher ihre Sucht endlich überwinden können: Elektronische Innovationen wie E-Zigarette und Tabak-Erhitzer sollen es richten. Hier werden Flüssigkeiten oder Tabak nur erhitzt und nicht verbrannt. Vertreter der Industrie sprechen von einer Schadstoffreduzierung von bis zu 95 Prozent.

Doch nicht erst seit die rätselhafte Lungenkrankheit Evali in den USA zahlreiche Todesopfer forderte, zweifeln Kritiker der Tabakindustrie an den neuen Produkten. Noch seien die gesundheitlichen Folgen des Dampfens viel zu wenig erforscht, sagen sie. Ob das elektronische Rauchen tatsächlich weniger gesundheitsschädlich sei, steht schlichtweg noch nicht fest. Erste Studien amerikanischen Universitäten beweisen gar das Gegenteil: Bei Mäusen verursachte der Dampf der elektronischen Zigaretten Krebs.

Zudem kritisieren sie die Werbestrategien der Industrie: Angeblich konzentrieren sich die Spots auf erwachsene Raucher, die von der Tabak- auf die gesündere E-Zigarette umsteigen sollen. Bei genauerem Hinsehen zeige sich aber, dass das Marketing auf Teenager abziele, die dazu gebracht werden sollen, mit dem Rauchen anzufangen.

Je jünger Menschen Nikotin konsumieren, desto nachhaltiger verfestigt sich die Sucht nach der Droge – diese Erkenntnis findet sich in internen Dokumenten der großen Zigarettenfirmen schon in den 60er Jahren. Ganz ungehemmt spricht die Industrie auch dort junge Menschen an, wo der Staat keine Regularien zum Nichtraucherschutz etabliert hat: etwa in Schwellenländern wie Indonesien. Hier werden neue Marken gelauncht und Tabakzigaretten beworben wie in Europa Mitte des letzten Jahrhunderts.

Nikotin ist eine gefährliche Droge, ihr Suchtpotential wird von Ärzten mit dem von Heroin verglichen. Aber allen Warnhinweisen zum Trotz: Ob in der herkömmlichen Form der Tabakzigarette oder im modernen Gewand des Verdampfers – Nikotin ist eine Droge mit Zukunft.

Sternstunden der Musik – Der Rosenkavalier mit Karajan in Salzburg 1960

Sternstunden der Musik – Der Rosenkavalier mit Karajan in Salzburg 1960

Sternstunden der Musik | Der Rosenkavalier mit Karajan in Salzburg 1960

Ein Film von Eric Schulz, ZDF/arte und C Major Entertainment, 43 min., 2020

Im Sommer 2020 feiern die Salzburger Festspiele ihren 100. Geburtstag. Zu den Mitbegründern des Festivals gehörten der Komponist Richard Strauss und sein Librettist Hugo von Hofmannsthal. Ihr populärstes Werk: die Oper der “Rosenkavalier”. 1960 wurde das neu erbaute Große Festspielhaus in Salzburg mit ebendieser Oper eröffnet. Die Leitung hatte Herbert von Karajan. Die Produktion war ein so großer Erfolg, dass man beschloss, sie auf 35mm-Film aufzuzeichnen. Die Protagonisten waren u.a. Elisabeth Schwarzkopf, die für viele in der Rolle der Marschallin bis heute als unerreicht gilt, sowie Anneliese Rothenberger.

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Auch beim Bau des Festspielhauses selbst war Karajan – ähnlich wie beim Bau der Philharmonie in Berlin – maßgeblich involviert. Er war es, der dem Architekten Clemens Holzmeister das Konzept der “Cinemascope”-Bühne schmackhaft machte und es gegen alle Widerstände durchsetzte. 55.000 Kubikmeter des Salzburger Mönchsbergs mussten abgetragen werden, um genug Platz für das Bühnenhaus zu haben. Bis heute ist das Bühnenportal unter allen Opernhäusern der Welt mit 100 Metern das breiteste und ermöglicht so ein Bühnenerlebnis im Kinoformat.

Unter den Künstlern, die sich für die Sternstunden die Oper von 1960 noch einmal ansehen, befinden sich der Dirigent Franz Welser-Möst und der Sänger Günther Groissböck, die 2014 an der letzten Inszenierung des Rosenkavaliers in Salzburg mitgewirkt haben. André Heller schließlich erfüllt sich mit dem Rosenkavalier einen lange gehegten Traum: die gegenwärtige Inszenierung an der Berliner Staatsoper läuft unter seiner Regie.

#MyMusicalDiary – Künstler in der Krise

#MyMusicalDiary – Künstler in der Krise

#MyMusicalDiary - Künstler in der Krise

Ein Film von Claus Wischmann & Isabel Hahn, WDR, 60 min.

Was soll man machen, wenn die Kultur zum absoluten Stillstand kommt, Theater, Kinos und Konzertsäle auf unbestimmte Zeit schließen, Festivals abgesagt werden und sogar gemeinsames Musizieren lebensgefährlich sein kann?
Musiker, Tänzer und Komponisten erzählen per Videotagebuch aus ihrem Alltag. Sie setzen musikalische Zeichen gegen die Angst, die Ungewissheit, die Langeweile oder kämpfen schlichtweg um ihre Existenz.

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Regie: Claus Wischmann, Isabel Hahn
Redaktion: Christian Nurtsch-Wesener (WDR)
Hergestellt von: Sounding Images, im Auftrag des WDR
Länge: 60:00

Chansonnière und Schauspielerin Ute Lemper gibt Einblicke in ihr Leben mitten im Corona-Hotspot New York, wo sie zusammen mit vier Kindern und ihrem Mann lebt. Der Trompeter Simon Höfele entwickelt derweil in seiner winzigen Wohnung ausgeklügelte Multikamera-Clips, um auf Grund der Enge nicht völlig durchzudrehen und sich an seinem Instrument auszupowern, während sich der Cellist Johannes Moser von Mecklenburg-Vorpommern über Bayern bis nach Wien durch den Lockdown schlagen muss.

Ähnlich wie Höfele geht es den frisch verlobten Tänzern Eric White und Feline van Dijken in Düsseldorf, die eigentlich geplant hatten, im Sommer zu heiraten. Auf Spitzenschuhen arrangieren sie sich in ihrer 5qm-Küche, denn für die Proben mit ihrem Choreographen Martin Schläpfer müssen sie dennoch fit bleiben.

Der Komponist Volker Bertelmann alias Hauschka arbeitet an der Musik für einen großen Netflix-Spielfilm, die eigentlich in Island produziert werden sollte. Nun bleibt Hauschka in Düsseldorf, badet statt in den heißen Quellen Islands in Tischtennisbällen und muss eine Lösung finden, wie er mit einem isländischen Orchester trotzdem produzieren kann.

Für die Gitarristin und Singer-Songwriterin Judy Bailey geht es um die Existenz als Musikerin. Zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern gibt sie Online-Küchenkonzerte und verkauft dabei CDs. Auch für freiberufliche Sänger wie den Kölner Tenor Robert Reichinek sind rund um Ostern die wichtigsten Einnahmen des Jahres ausgefallen. Während er überlegt, Hartz IV anzumelden, hat sich die international gefeierte Sopranistin Marlis Petersen allein nach Griechenland zurückgezogen und kämpft dort mit der Einsamkeit.

Ein Film, geschnitten aus User-Generated-Content, aus den Videotagebüchern der Künstler selbst. Viele sehr persönliche Beobachtungen, die sich zu einem dichten Netz aus Emotionen und Erfahrungen verweben. Dabei lauert die aktuelle Situation ständig im Hintergrund, die Verbreitung des Coronavirus, die Maßnahmen der Regierungen, der Lockdown und die ständige Hoffnung auf Lockerungen. So entsteht ein gemeinsames und doch sehr intimes Zeitdokument dieses weltumspannenden Ereignisses, dessen Ausgang immer noch ungewiss ist und dessen Krise gerade die Künstler besonders hart trifft.

Aida Garifullina: Ein argentischer Traum

Aida Garifullina: Ein argentischer Traum

Aida Garifullina: Ein argentischer Traum

Ein Film von Tilo Krause und Isabel Hahn, ZDF/ARTE, 43 min.

Wir begleiten die Sopranistin Aida Garifullina bei einem Meilenstein ihrer Karriere, auf die Bühne eines der schönsten Opernhäuser der Welt: des Teatro Colón in Buenos Aires. Begleitet von den Musikern des Orquesta Filarmónica de Buenos Aires unter der Leitung des argentinischen Dirigenten Carlos Vieu, schlüpft sie in die Rolle der Norma, der Juliette, der Rusalka, des Schneemädchens – und in maßgeschneiderte Haute Couture-Kleider. Aida Garifullina taucht in Buenos Aires in eine völlig neue Welt ein, sie tanzt und singt das erste Mal in ihrem Leben Tango.

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Aida Garifullina trifft in Argentinien auf ein kritisches Publikum, das sie erst gewinnen muss. Neben bekannten Arienhits wie „Je veux vivre“ aus „Romeo und Julia“ von Charles Gounod und „O mio babbino caro“ von Giacomo Puccini, überrascht Aida das Publikum gleich mehrere Male:

Die Arie „Allmächtger Zar“ aus der Oper „Schneeflöckchen“ von Nikolai Rimski-Korsakow ist in Argentinien weitestgehend unbekannt. Aida hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Arie des russischen Komponisten ihrem neuen Publikum vorzustellen und hofft, sie mit ihrer Begeisterung anzustecken – mit Erfolg.

Bei der zweiten Überraschung handelt es sich eigentlich um eine Premiere: Noch nie zuvor hat Aida die Partie der Mimì aus „La Bohème“ von Giacomo Puccini auf einer großen Bühne und in Begleitung eines Orchesters gesungen. Die große Arie „Si, mi chiamano Mimì“ probiert Aida erstmals im Teatro Colón. Zum Schluss lässt die Sopranistin es nochmal richtig krachen: Als Zugabe singt sie das populäre Lied „Por una cabeza“ des Tango-Komponisten Carlos Gardel und Lyrikers Alfredo Le Pera. In Buenos Aires kennt jeder die Melodie und den Text, sodass sich das Publikum nicht lange von der Sängerin bitten lässt und mit einstimmt.

Aida Garifullina ist zum ersten Mal in Argentinien und lässt sich einen Besuch in der Tango-Szene nicht nehmen: Sie besucht eine Milonga und lässt sich von einem professionellen Tänzer die Schritte zeigen. „Ich habe ihm gleich hundert Fragen gestellt: OK, welche Schritte? Was mache ich da? Und soll ich dich dann anschauen? – Bitte Aida, relax und atme einfach und vertraue mir. Ich sagte: OK, ich vertraue dir.“

Ihre nagelneuen Tangoschuhe tauscht Aida wenige Stunden später gegen High Heels ein, mit denen sie die Bühne betritt. Sie passen perfekt zu den prächtigen Kleidern aus der russischen Humariff-Kollektion, die für die Sängerin exklusiv angefertigt wurden. Anlässlich ihres Konzerts im Teatro Colón kombiniert Aida die Kleider mit Schmuck des Juweliers Santino aus Buenos Aires – ein Feuerwerk für Augen und Ohren.