Gina Lückenkemper: Schnell nach Rom

Gina Lückenkemper: Schnell nach Rom

Gina Lückenkemper: Schnell nach Rom

Eine Sportstudio Reportage von Sybille Koller, ZDF, 20 min, 2024

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Gina Lückenkemper ist offiziell die schnellste Frau Europas – 2022 gelang ihr die Sensation und sie holte Gold im 100 Meter-Sprint bei der Leichtathletik EM. In diesem Jahr geht es bei den Europameisterschaften in Rom um die große Frage: Kann sie ihren Titel verteidigen?
„Qualified by wildcard – wer hätte gedacht, dass ich sowas mal sagen kann?“, lacht Lückenkemper im Interview. Das Portrait „Gina Lückenkemper. Schnell nach Rom“ zeigt, wie sich die deutsche Ausnahmeathletin auf das Sportjahr 2024 vorbereitet – in Florida, fast 8.000 Kilometer entfernt von ihrer Heimat. Ein halbes Jahr trainiert sie dort mit der internationalen Sprintelite wie dem sechsmaligen Weltmeister Noah Lyles.
Es geht nicht nur um die Titelverteidigung bei der EM, sondern auch um das Erreichen des 100m-Finales bei den Olympischen Spielen in Paris. Dafür ist Lückenkemper bereit, einiges in Kauf zu nehmen – Bergläufe, Gewichte stemmen bis zur Erschöpfung, vor allem aber: Die Einsamkeit im Trainingscamp.

Sternstunden der Musik | Grace Bumbry ist Carmen

Sternstunden der Musik | Grace Bumbry ist Carmen

Sternstunden der Musik: Grace Bumbry ist Carmen

Ein Film von Dag Freyer, ZDF/ARTE, sounding images, 43 min.

Ihre Karriere mutet fast wie ein Märchen an: Aufgrund der Rassentrennung wurde ihr das Studium am St. Louis Institute of Music verweigert, obwohl sie dafür bei einem Wettbewerb ein Stipendium gewonnen hatte.

Doch Grace Bumbry setzt sich gegen alle Widerstände durch: Ihren Durchbruch feiert sie in Bayreuth, wohin sie Wieland Wagner für seinen „Tannhäuser“ holte. Zunächst Opfer rassistischer Anfeindungen, feiert die Presse sie schließlich als „schwarze Venus“, das Publikum klatscht sie gleich 40-mal vor den Vorhang. Zu einer ihrer Paraderollen wird die Carmen. Zusammen mit Herbert von Karajan zeigt sie sich auf dem Höhepunkt ihrer stimmlichen und darstellerischen Fähigkeiten. Ihre Stimmgewalt, ihr Temperament und ihre minimalistische Darstellung inspirieren bis heute Sängerinnen, die die Rolle der Carmen übernehmen. Viele haben eine große Karriere gemacht. Die von Grace Bumbry war mehr als das: Sie war wichtig – und „Carmen“ war eine ihrer Sternstunden. Doch „Carmen“ war auch eine Zäsur in Bumbrys Karriere, die auch persönliche Opfer von ihr forderte und sie zwang, vom Mezzosopran zum Sopran umzuschulen.

Für die Mezzosopranistin Clémentine Margaine, die mit „Carmen“ ihren Durchbruch feierte, ist Garce Bumbrys Interpretation nach wie vor die Referenz. Grace Bumbrys beste Freundin seit Jugendtagen, Felicia Weathers, stellt die Parallelen zwischen der Rolle der Carmen und Bumbrys Leben her. Anna Tomowa-Sintow, selbst eine der ganz Großen der Opernbühne, erläutert, was Bumbrys Interpretation der „Carmen“ so einzigartig macht. Dominique Meyer, Intendant der Mailänder Scala, blickt auf eine lange Zusammenarbeit und Freundschaft zurück. Und David Lee Brewer lässt in Bumbrys Musikzimmer am Tag der Wohnungsauflösung Bumbrys Karriere Revue passieren.

Marlon Brando: Im Paradies

Marlon Brando: Im Paradies

Marlon Brando: Im Paradies

Ein Film von Dirk Heth und Silvia Palmigiano, 52min, 2023

Während der Dreharbeiten zu „Der Meuterei auf der Bounty“ verliebte sich Marlon Brando in die Südsee. Schon wenige Jahre später, 1966, kauft sich der Hollywoodstar dort eine Insel. Tetiaroa, ein Atoll aus 12 Inseln war mehr als nur exotischer Rückzugsort: Brando hatte große Pläne damit. Ein Hotel sollte entstehen, Wissenschaftler dort arbeiten, mit Gästen und Einheimische zusammenkommen. Brando startet sein Projekt in den 1970er Jahren und – scheitert. Das Hotel entsprach nicht den Standards der Zeit und verschlang das Geld, das Brando etwa mit Der Pate oder Apocalyspe Now in Hollywood verdiente.

Dort im fernen L.A. läuft es gut für den Star. Er ist weltberühmt und setzt diesen Ruhm immer wieder politisch ein. So wird er UNICEF Botschafter, nimmt am Marsch auf Washington teil und überlässt es 1973 einer Native American seinen Platz auf der Bühne der Oscarverleihung.

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Doch der Misserfolg auf Tetiaroa schmerzt Brando. Kurz vor seinem Lebensende nimmt er einen neuen Anlauf: 1999 engagiert er einen erfahrenden Hotelier ein neues Resort zu bauen. Brando verpflichtet ihn die Insel so unberührt wie möglich zu lassen und als erstes eine Forschungsstation zu bauen. Anfang des 21. Jahrhunderts beginnt der Bau und Brandos Idee wird Wirklichkeit: Die Tetiaroa Society forscht vor Ort und ein luxuriöses Hotel bezahlt das. Die Eröffnung erlebt der Star nicht mehr. Er stirbt 2004 in L.A.

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Seine Tochter Rebecca, seine Assistentin Avra Douglas, die Biografin Susan Mizruchi, der CEO der Tetiaroa Society Frank Murphy und der Hotelier Richard Bailey erzählen die Geschichte von „Marlon Brando: Im Paradies“.

Bittere Früchte – Ausbeutung in der Landwirtschaft

Bittere Früchte – Ausbeutung in der Landwirtschaft

Bittere Früchte – Ausbeutung in der Landwirtschaft

WDR / ARTE, 84min, 2024. In Koproduktion mit Neda Film und SP-I Films.

In der Dokumentation „Bittere Früchte“ zeigen wir die Bedingungen unter denen moderne Lohnsklaven unser tägliches Obst und Gemüse auf Europas Feldern ernten. Wir decken die Hintergründe des Systems dahinter auf, indem wir dokumentieren, wie die Lieferketten vom Feld in den Einkaufskorb funktionieren. Und wir fragen, welche Auswirkungen der oft ruinöse Preiskampf der großen Supermarktketten auf die Zustände in Europas Anbaugebieten hat.

Der Film schildert die Lebensbedingungen von 5 ErntehelferInnen in Griechenland, Italien, Spanien, Portugal und Deutschland. Oliven, Orangen, Erdbeeren oder Blaubeeren sind die Früchte, die sie ernten und die in unserem Einkaufskorb landen. Eine Millionen Wanderarbeiter bestellen Europas Felder. Ihr Status, meist ohne Papiere, macht sie angreifbar für ausbeuterische Praktiken. Diese Ausbeutung auf Europas Feldern hat System und ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Was können wir Verbraucher tun? Erwarten wir doch, dass Obst und Gemüse so billig wie möglich ist und das ganze Jahr verfügbar. Der Film zeigt auch Lösungen auf, schildert, wie im EU-Parlament, gegen den Widerstand der Wirtschaft, um ein neues europaweites Lieferkettengesetz gerungen wurde, das die Supermärkte stärker in die Verantwortung nimmt. Und dokumentiert, wie eine Kooperative in Süditalien faire Orangen produziert und damit ihren Arbeitern menschenwürdige Bedingungen schafft.

Bye-bye, Uni – Vom Hörsaal ins Handwerk

Bye-bye, Uni – Vom Hörsaal ins Handwerk

Bye Bye Uni - Vom Hörsaal ins Handwerk

Ein Film von Anne Thiele und Stella Könemann, ZDF, 30min, 2024
Wenn junge Menschen ihr Studium abbrechen und stattdessen in einen handwerklichen Beruf gehen, ist das für viele mit dem Makel behaftet, es an der Uni „nicht geschafft“ zu haben. Die Reportage begleitet zwei Azubis, die diesen Weg gegangen sind.
Kai Niklas Kanehl (22) begann nach dem Fachabi ein Studium der Sozialarbeit. Nach dem 2. Semester entschied er sich, aufzuhören – und begann eine Lehre als Steinmetz in Remscheid. Seine Mutter bestärkte ihn in seinem Entschluss. Nun arbeitet er mit der Hand, meisselt Grabsteine und hilft, sie auf dem Friedhof zu setzen.
Esin Karagöz (24) hat ihr Lehramtsstudium geschmissen und eine Ausbildung zur Köchin gemacht. Inzwischen ist hat sie sogar schon einen Preis erkocht. Ihr Chef, Robert Mangold vom „Lafleur“ in Frankfurt, stellt gezielt StudienabbrecherInnen ein: „In Deutschland nennen wir Leute, die was anderes machen, immer Abbrecher und sprechen von Scheitern, dabei sind das einfach Umsteiger, die ihr Leben selbst gestalten –  das muss honoriert werden!”.
Carlotta Hahn (26) ist noch unentschieden. Zwei Studiengänge hat sie bereits abgebrochen, jetzt studiert sie im 7.Semester Psychologie an der Uni Mainz. Glücklich ist sie damit nicht, doch sie scheut sich, aufzugeben, zu viel hat sie schon investiert. Für Menschen wie sie gibt es das „Beratungsnetzwerk Queraufstieg“. Bei Veranstaltungen wie einer „Fuck up night“ in Osnabrück werden hier Studierende beraten, was für sie eine mögliche Alternative zum Uni-Abschluss sein könnte.