Zu Tisch: Chios

02.06.2019 - 18:25 Uhr

EIn Film von Elke Sasse und Chrysanthi Goula

Mastix ist das „weiße Gold“ der Ägäis-Insel Chios. Im Sommer werden die Mastix-Sträucher angeritzt, nach ein paar Tagen tritt das Harz aus. Hart geworden kann es eingesammelt werden. Danach muss man es mehrmals mühsam reinigen, bevor die matt weißen Tröpfchen übrigbleiben, deren Geschmack einmalig ist.

Kalliopi Chlorus ist fast 80 Jahre alt, aber sie lässt sich nicht davon abbringen, bei allen Tätigkeiten kräftig mitzumischen. Sie windet sich gelenkig unter den zu Bäumen geschnittenen Sträuchern durch, hantiert mit großen Wassereimern am Hafen beim Waschen oder entfernt mit einem spitzen Messer winzige Verunreinigungen aus dem Mastix.

Die Inselbewohner nutzen Mastix als Kaugummi, exportiert findet es als Medizin und Kleber für Maskenbildner Verwendung und neuerdings wird damit auch gekocht:

Aus dem Blätterteig – Pudding – Kuchen Galaktoboureko wird ein „Mastix-Boureko“, auch Loukoumades kann man mit Mastix verfeinern oder den Rührkuchen Glikisma. Jetzt müssen Maria Chlorus und ihre Nachbarin nur noch eine Gruppe skeptischer 80jähriger Inselbewohnerinnen überzeugen, die Süßspeisen zu probieren, denn so etwas haben sie bislang noch nie gegessen. Aber da die Damenrunde seit Stunden Mastix reinigt und sicher hungrig ist, stehen die Chancen gut…

Eine weitere Spezialität der Insel sind die kleinen Tomaten, die zum Trocknen aufgehängt werden. Die Pflanzen brauchen zum Wachsen kaum Wasser und die Früchte sind zuckersüß und bleiben auch getrocknet innen saftig. Sie werden für das Rührei Sfugato verwendet oder auch für das Fischgericht Kollii plaki.