Zu Tisch: Island

15.12.2019 - 18:25 Uhr

Ein Film von Marvin Entholt

Island ist die größte Vulkaninsel der Erde und das am dünnsten besiedelte Land Europas. Am Ende eines einsamen Tals lebt die Familie von Arna Bjarnadóttir und Denni Karlsson mit ihren drei Kindern. Die Wege zum Einkauf sind weit und im Winter oft unpassierbar. Die Familie versorgt sich weitgehend mit lokalen Produkten. Das erfordert kluge Vorratshaltung der Dinge, die im kurzen Sommer nahe des nördlichen Polarkreises gedeihen. Die Familie baut Kartoffeln und Rhabarber an und lagert sie ein – den Rhabarber gefroren, die Kartoffeln in einem Torfhaus, das vor Frost schützt.

2007 haben Arna und Denni einen verlassenen Hof renoviert. Arnas Sohn Bjarni war damals gerade ein Jahr alt, als seine Mutter und Denni ihrem alten Leben den Rücken kehrten. Arna ist Historikerin und hat als Kulturmanagerin in der Hauptstadt Reykjavík gearbeitet, Denni als Filmregisseur. Er ist in dem Tal aufgewachsen, in dem sich die Familie der allgemeinen Landflucht entgegenstellt.

Im Sommer bekocht Arna gelegentlich Feriengäste, im Winter bleibt Zeit, traditionelle Gerichte neu zu interpretieren. Fisch und Schaffleisch bilden die Grundpfeiler der isländischen Küche. Meer, Flüsse und Seen bieten auch im Winter die Möglichkeit, sich mit frischem Fisch zu versorgen. Galt Fisch früher als einfaches Essen, so hat er heute an Wertschätzung gewonnen und wird kreativ zubereitet.

Schafhaltung hat in Island Tradition, und so ist das Schaf auch Fleischlieferant. Gehalten hat sich der Brauch, alles von einem Tier zu verwenden. Das kommt heute noch einmal im Jahr auf den Tisch: beim ‚Thorrablót’, einem Fest, mit dem das Mittwinterfest begangen wird – in der Hoffnung, dass der lange Winter bald ein Ende hat.