Der Illegale Film

Ein Film von Claus Wischmann und Martin Baer. HD, Kino, 80 min.

Wem gehören Ideen, Bilder, Töne, Kunstwerke? Wem gehören eine Melodie, ein Bild, ein Molekül? Es geht um die Macht über einen der umsatzstärksten Märkte der Weltwirtschaft.  Der illegale Film zielt mitten ins Herz eines abstrakten, unfilmischen Themas, indem er sich kurzerhand selbst zum Subjekt der Auseinandersetzung macht. Dieser Film stellt nicht nur eine schwierige Frage – er stellt diese Art des Filmemachens an sich infrage.

Alles, was Sie hier sehen oder hören, kann gegen Sie verwendet werden.
In diesem Film werden Sie Zeuge zahlreicher Vergehen und Gesetzesverstöße – manche sagen: Verbrechen. Vermutlich machen Sie sich gerade jetzt, während Sie zuschauen, bereits strafbar.
Was ist eigentlich geistiges Eigentum?
Wann wird einer zum Urheber?
Ab wann ist etwas ein Werk?

In Zeiten, in denen jede und jeder Kopieren, Vervielfältigen, Sampeln kann, sind das keine akademischen Fragen mehr. Wer kann sich welche Teile der Welt schützen lassen, und wo hört das auf? Schon gibt es Patentrechte auf menschliches Erbgut, auf Pflanzen, auf Tiere. Es geht um handfeste ökonomische Interessen, um neue Technologien, um Marktmacht, um Geschäftsmodelle von gestern und Ideen für morgen. Es geht um Google, Facebook und die Gema.
Der Film führt in die Tiefen dieser ganz speziellen, völlig unfilmischen Rechtsproblematik. Er tut das auf eine ganz eigene, spielerische Weise. Er konkretisiert, was sonst abstrakt bleibt, indem er selbst die Grenzen auslotet. Der Film und seine Macher – wir – werden zum Subjekt der Auseinandersetzung. Wir werden zitieren – oder klauen, je nach Betrachtungsweise. Wir werden zahlreiche Ausschnitte aus mehr oder weniger geschützten Werken verwenden. Wir überschreiten die „Eigentumsgrenzen“ oder gehen sie zumindest ab. Dabei lassen wir ständig beraten von einem gewieften Anwalt, der schon auf beiden Seiten der Grenze gearbeitet hat. Wir wollen wissen: Wer beruft sich wann auf dieses ominöse geistige Eigentum – und was verfolgt er damit für Interessen? Wem nützt das alles? Wer profitiert vom Urheberrecht: alle? die Urheber? die Verwerter?

Wir treffen die Kontrahenten dieser Auseinandersetzungen: die Caféhaus-Besitzerin und die Markenschutzanwälte des Weltkonzerns. Den jugendlichen Tauschbörsennutzer und den Musikproduzenten. Wir begegnen Künstlern, Verwertern, Piraten und Plagiatoren. Wir suchen Wissenschaftler und Aktivisten auf, um sie zu fragen, welche Vorschläge sie haben und was das alles für die Zukunft des Urheberrechts, der Kunst, des Internets bedeuten kann. Schutz der Freiheit – oder Schutz des Eigentums?