Todesfalle Krankenhaus? Fehler vermeiden – Menschen retten

Todesfalle Krankenhaus? Fehler vermeiden – Menschen retten

Todesfalle Krankenhaus? Fehler vermeiden – Menschen retten

Ein Film von Peter Podjavorsek. Hergestellt von Berlin Producers Media.

In der 3sat-Mediathek

Jährlich werden bei uns rund eine halbe Million Menschen im Krankenhaus falsch behandelt. Was kann man tun, um nicht krank aus der Klinik zu kommen?

Protagonistin im Supermarkt mit einem Einkaufszettel

Das deutsche Gesundheitssystem zählt zu den modernsten und teuersten der Welt. Trotz Hightech und Spitzenmedizin sind jedes Jahr ca. 200.000 Patientinnen und Patienten von Behandlungsfehlern im Krankenhaus betroffen. Rund 20.000 bezahlen dafür mit ihrem Leben. (max. 270 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Die Folgen sind nicht nur tragisch, sondern auch teuer: 15 Prozent aller Krankenhauskosten – stolze 48 Milliarden Euro jährlich – entstehen durch Fehler. Wir gehen der Frage nach: Wie kann es sein, dass ausgerechnet Krankenhäuser so häufig krank machen – und was können Forschung und Technik dazu beitragen, um diese Risiken zu verringern?

Es gibt vielfältige Ansätze dazu, die Jasmina Neudecker auf einer Reise durch Deutschland kennenlernt. Im Main-Taunus Kreis wird in einem Modellprojekt die Bevölkerung über die Symptome einer Sepsis aufgeklärt, an der Uniklinik Greifswald wurde ein neuartiges Sepsis-Screening eingeführt. In anderen Krankenhäusern sollen Optimierungen beim Verabreichen von Medikamenten und eine verbesserte Fehlerkultur dazu beitragen, die Zahl der Fehlbehandlungen zu verringern. Neue, mit Hilfe von KI an der Uni Würzburg entwickelte Antibiotika sollen helfen, die Fallzahlen zu senken. Jasmina Neudecker trifft aber auch Patienten, die von Behandlungsfehlern betroffen sind. J. Kardas leidet nach einer Sepsis unter erheblichen Spätfolgen, bei H. Castagne wurde eine unnötige Operation durchgeführt.

Erzherzogin Sophie – Das Vermächtnis der Schattenkaiserin

Erzherzogin Sophie – Das Vermächtnis der Schattenkaiserin

Erzherzogin Sophie - Das Vermächtnis der Schattenkaiserin

Ein Film von Martin Koddenberg. Hergestellt von Berlin Producers Media.

Erzherzogin Sophie ist die zentrale Machtfigur der Habsburger im 19. Jahrhundert. Mit politischem Instinkt und unerschütterlicher Disziplin formt sie ihren Sohn Franz Joseph zum Kaiser – und eine ganze Dynastie gleich mit. Mit Sisi gerät sie heftig aneinander. Die Welten der beiden Frauen könnten kaum gegensätzlicher sein. Sophies Wirken legt das Fundament jener Epoche, in der das Reich immer wieder an seinen inneren Spannungen zu zerreißen droht. Wer war diese Frau – als Machtstrategin, Mutter und als Mensch?

Protagonistin im Supermarkt mit einem Einkaufszettel

Erzherzogin Sophie von Bayern ist eine Schlüsselfigur der Habsburger Monarchie – und doch ist sie bis heute weitgehend im Schatten ihrer berühmten Schwiegertochter Elisabeth, genannt Sisi, geblieben. Reduziert auf die Rolle der „bösen Schwiegermutter“. Der Film rückt jene Frau in den Mittelpunkt, die mit unerschütterlichem Pflichtgefühl, Selbstdisziplin und klarem politischen Kompass das Machtgefüge der Dynastie über Jahrzehnte prägte.

Sophie kommt 1805 in München zur Welt und wächst mit dem strengen Wertekanon von Loyalität, Ordnung und Glauben auf. Nach ihrer Heirat an den Wiener Hof betritt sie ein Reich im Spannungsfeld zwischen Erneuerung und Tradition. Inmitten eines verunsicherten Hofes und eines schwachen Herrschers füllt Sophie das Vakuum – als moralischer Bezugspunkt und als entschlossene Strippenzieherin hinter den Kulissen.

Als ihr Sohn Franz Joseph 1830 in Schönbrunn zur Welt kommt, beginnt Sophie sofort, aus ihm den “perfekten Herrscher” zu formen. Strenge, Militarismus, Disziplin bis zur Selbstaufgabe: Sie schafft die Voraussetzungen für einen Kaiser, der – so hofft sie – Stabilität in einer unruhigen Zeit bringen soll.

Während der Revolution von 1848 übernimmt Sophie faktisch die Führung des Hauses. Sie orchestriert den Austausch der politischen Spitze, überredet zunächst ihren Schwager zum Abdanken und schließlich ihren eigenen Mann zum Verzicht auf die Krone. Mit nur 18 Jahren besteigt Franz Joseph den Thron – ein Schritt, der ohne Sophies Entschlossenheit nicht möglich gewesen wäre.

Auch die Wahl der zukünftigen Kaiserin geht auf Sophies Kalkül zurück. Doch die Ehe zwischen Franz Joseph und der jungen Elisabeth entwickelt sich anders als geplant. Sisi verweigert die ihr zugedachte Rolle. Sophie wird zur Gegenspielerin in einem dramatischen familiären Konflikt, der bis heute in der Literatur und im Film überlebt.

Während das Habsburgerreich im 19. Jahrhundert immer größere Spannungen erleidet, versucht Sophie, die Monarchie zusammenzuhalten. Ihr politischer Einfluss, ihr konservatives Weltbild und ihr tiefer Glaube machen sie zur Leitfigur einer Epoche, deren Ende sie kommen sieht – aber nicht mehr aufhalten kann.

Das fahrende Klassenzimmer – Neuer Job Busfahrer

Das fahrende Klassenzimmer – Neuer Job Busfahrer

Das fahrende Klassenzimmer – Neuer Job Busfahrer

Ein Doku-Serie von Marit Christenfeldt. Hergestellt von Berlin Producers Media im Auftrag des ZDF.

In der ZDF-Mediathek

In der neuen Real-Life-Dokuserie wagen sechs Frauen und Männer einen radikalen Neustart: Sie werden Busfahrerinnen und Busfahrer – ein Job, für den sie Mut und starke Nerven brauchen. Busse bringen uns zur Arbeit, zur Schule und nach Hause. Doch schon heute fehlen bundesweit rund 20.000 Fahrerinnen und Fahrer, Tendenz steigend. Immer mehr Verkehrsunternehmen setzen auf Quereinsteiger, die innerhalb von rund vier Monaten zum Busfahrer ausgebildet werden.

Protagonistin im Supermarkt mit einem Einkaufszettel

Die Serie begleitet sechs dieser Neueinsteiger*innen aus Hamburg ganz nah – von den ersten theoretischen Unterrichtsstunden über Fahrtraining, Vollbremsung und Nachtfahrten bis hin zu den ersten Einsätzen im Linienverkehr. Denn der Alltag im ÖPNV verlangt weit mehr als eine bestandene Führerscheinprüfung. Die Fahrerinnen und Fahrer tragen große Verantwortung. Authentisch, emotional und mitten aus dem echten Leben erzählt die Serie vom Mut, noch einmal neu anzufangen.

 

Antje (47)
Antje hat jahrelang in der Pflege gearbeitet – ein Beruf, der sie an ihre Grenzen gebracht hat. Ihr Mann fährt bereits Bus, ihr Sohn macht gerade die Ausbildung. Nun möchte auch sie umsteigen. Doch der Weg dorthin ist anspruchsvoller als gedacht: Hindernisse umfahren, Technik beherrschen – und vor allem die Prüfungsangst in den Griff bekommen. Ihr Fahrlehrer ist jedoch beeindruckt: Antje lernt schnell aus Fehlern und macht eine starke persönliche Entwicklung durch.

Fabian (32)
Der ehemalige Bundeswehrsoldat muss sich zunächst wieder daran gewöhnen, einen völlig neuen Beruf zu lernen und Fehler zuzulassen. Auch das Vertrauen in seinen Fahrlehrer fällt ihm nicht leicht. Bei einer seiner ersten Nachtfahrten zeigt eine unfreiwillige Vollbremsung eindrücklich, welche Verantwortung auf ihm lastet. Trotzdem bleibt er überzeugt: Der Schritt ist richtig – er möchte einen sicheren Job und endlich mehr Zeit, um seine Tochter von der Kita abzuholen.

Elham (27)
Elham kommt ursprünglich aus Afghanistan und freut sich, hier einen Beruf ergreifen zu können, der in ihrer Heimat für Frauen kaum möglich wäre. Sie hat bereits in Hamburg als Taxifahrerin gearbeitet. Busfahren klingt für sie zunächst entspannter – doch der Eindruck täuscht. Der Bus ist riesig und nicht nur die bevorstehende Prüfung zehrt an den Nerven. Ob sie es schafft, wirklich im neuen Job anzukommen?

Niels (28)
Der Mediengestalter möchte wortwörtlich „Menschen bewegen“. Auf der Suche nach einem abwechslungsreichen Beruf erlebt er schon bei einer seiner ersten Nachtfahrten, dass es hier vielleicht mehr Nervenkitzel gibt, als ihm lieb ist. Dennoch geht er weiter seinen Weg und freut sich darauf, bald auch seine Familie im Bus von A nach B zu bringen.

Kemal (47)
Nach vielen Jahren in der Gastronomie mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und Wochenenddiensten ist Kemal seit kurzem alleinerziehender Vater. Er möchte mehr Zeit mit seinen beiden Kindern verbringen. Auf den neuen Job freut er sich sehr: Seine erste Fahrstunde fühlt sich für ihn fast an wie Bobbycar-Fahren früher. Doch auch auf ihn warten noch einige Herausforderungen.

Sebi (50)
Sebahate, Spitzname Sebi konnte bisher keinen festen Beruf erlernen. Seit Jahren träumt sie davon, Busfahrerin zu werden. Nachdem sie sich bereits erfolglos beworben hat, darf sie nun endlich die Ausbildung starten. Sie ist überglücklich. Dennoch hat sie großen Respekt vor den Herausforderungen – ihre größte Sorge: der Umgang mit schwierigen Fahrgästen.

Mein Körper. Mein Gedächtnis. Wie wir es verbessern können

Mein Körper. Mein Gedächtnis. Wie wir es verbessern können

Mein Körper. Mein Gedächtnis. Wie wir es verbessern können

Ein Film von Claudia Euen. Hergestellt von Berlin Producers Media im Auftrag des MDR in Zusammenarbeit mit BR, HR, RB, RBB, SR, SWR, WDR und NDR für die ARD.

In der ARD-Mediathek

Unser Gedächtnis ist eine Maschine der Superlative: Es verarbeitet in jeder Sekunde unvorstellbar große Mengen an Informationen, entscheidet, was wichtig ist und was nicht, speichert ab, was wir erleben und lernen. Damit macht es uns auch zu dem, was wir sind. Die gespeicherten Erlebnisse und Gefühle, das bewahrte Wissen – all das verbindet uns mit uns selbst und mit unserer Vergangenheit. Wie aber kann man das Gedächtnis verbessern und leistungsfähiger machen? Wie können wir es fit und gesund halten? Was passiert, wenn es uns verlässt?

Protagonistin im Supermarkt mit einem Einkaufszettel

Diese Doku begleitet Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Thema “Gedächtnis“ verbunden sind. Nicole Adam verliert mit Ende Vierzig durch mehrere Hirnschläge ihre Erinnerungen. Entschlossen kämpft sie darum, ihr Gedächtnis wieder zurückzugewinnen – mit Ergotherapie und auch mit einer VR-Brille. Auf ihrem Genesungsweg stellt sie sich auch die Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht weiß, wie ich einmal war? Ihre Geschichte zeigt, wie verletzlich unser Gedächtnis ist – und gleichzeitig wie anpassungsfähig.

Expertin Prof. Dr. Hannah Monyer, Ärztliche Direktorin für Klinische Neurobiologie im Labor

Für die Schauspielerin Henriette Hölzel wiederum ist es Alltag, große Textmengen für ihre Rollen am Dresdner Staatsschauspiel zu lernen. Acht verschiedene hat sie gleichzeitig parat. Sie verrät, wie sie es schafft, komplexe Dialoge im Kopf zu behalten.

Auch Johannes Mallow, der mehrfache deutsche Meister und zweifache Weltmeister im Gedächtnissport, erklärt, wie man sich verschiedene Dinge besser merken kann. Mit Methoden wie dem „Gedankenpalast“ zeigt er uns im Magdeburger Dom, wie er sich seine Termine so einprägt, dass er sie nicht mehr vergisst.

Doch nicht nur Training hält unser Gedächtnis fit. Tatsächlich ist auch das Vergessen wichtig, um das Gedächtnis gesund zu halten. Der Neurowissenschaftler Andreas Papassotiropoulos erklärt, dass Vergessen ein aktiver Prozess ist, der uns hilft, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Um dem Gedächtnis etwas Gutes zu tun, empfiehlt er Schlaf und Bewegung sowie Kunst und Kultur.

Die Heidelberger Neurobiologin Prof. Hannah Monyer macht deutlich, dass unsere Erinnerungen nicht nur unsere Vergangenheit geprägt haben, sondern auch unsere Zukunft formen: Was wir uns heute merken, beeinflusst, wer wir morgen sein werden.

Ein Film, der Geschichten vom Lernen und Vergessen erzählt, spannende Forschungsergebnisse präsentiert und vermittelt, wie wir unser Gedächtnis stärken können, damit es uns ein Leben lang begleitet.

New Adult – Der Boom der Romance Literatur

New Adult – Der Boom der Romance Literatur

New Adult – Der Boom der Romance Literatur

Ein Film von Hai-Hsin Lu, ZDF/ARTE, 52 min, 2026

„Das ist mein liebstes Dark Romance Enemies to Lovers-Buch” – ein verwirrender Satz, mit lauter englischen Begriffen gespickt. Im New Adult Romance-Universum gehören solche Tropen zum Alltag der Buchbesprechungen. Unter dem Hashtag „#BookTok“ teilen Leserinnen ihre Lieblingsbücher, rezensieren ganze Reihen und brechen vor laufender Kamera in Tränen aus – die pastellfarbene Bücherwand stets im Hintergrund.

Ein Buch, das auf TikTok viral geht, landet meist auf der Bestsellerliste. Auf dem deutschen Buchmarkt haben viele Verlage Imprints gegründet, um die neue Romance-Zielgruppe zu erreichen. Im Gegensatz zur restlichen Verlagsbranche wächst das Romance-, Fantasy- und Young-Adult-Segment. Auf großen Buchmessen füllen sie inzwischen ganze Hallen, in denen begeisterte Leserinnen stundenlang für eine Signatur anstehen.

Trotzdem ignoriert die Literaturkritik New Adult Romance weitgehend. „Wer entscheidet, was gelesen werden kann oder nicht? “, fragt sich die New Adult-Bestsellerautorin Stella Tack. Sie hat großen kommerziellen Erfolg, aber kaum Anerkennung im Feuilleton und würde nie einen Buchpreis gewinnen. Genau dieses Spannungsfeld zwischen „Schund“ und wertiger Literatur erkundet unsere Dokumentation.

 

Um möglichst viele Facetten des Genres zu zeigen, sprechen wir außerdem mit Literaturkritikerin Julia Hubernagel, Psychologin Melinda Green, Sexualtherapeutin Ines Mahr und Kulturwissenschaftlerin Katie Dean. Vor allem aber begleiten wir neben Stella Tack auch Bestsellerautorin Bianca Iosivoni in ihrem Alltag – und treffen Booktokerin Vanessa von Bock, die für diejenigen steht, die New Adult überhaupt zum Erfolg verhelfen.

Eines wird klar: New Adult Romance wirkt neu, ist es aber nicht. Sie reiht sich in die lange Tradition der Romance-Literatur ein, primär von Frauen für Frauen geschrieben, die stets die Themen jeder neuen Generation aufgreift, sei es Klimakrise, Tierschutz, Mental Health, Rassismus, Queerness oder sexuelle Selbstbestimmung.