Sternstunden der Musik – Martha Argerich in Warschau

Sternstunden der Musik – Martha Argerich in Warschau

Sternstunden der Musik – Martha Argerich in Warschau

Ein Film von Holger Preuße & Philipp Quiring, ZDF/arte und C Major Entertainment, 43 min., 2020

Spätestens mit dem ersten Preis beim renommierten internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau 1965 erobert Martha Argerich die Klavierwelt. Ihr Sieg steht aber lange Zeit nicht fest. Einer ihrer ärgsten Konkurrenten ist Arthur Moreira Lima aus Brasilien. Nach drei Runden liegt er in Führung. Dann kommt das alles entscheidende Finale. Martha Argerich spielt Chopins erstes Klavierkonzert. Es ist die Geburtsstunde einer Legende.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Ein Zeitzeuge erinnert sich: „Hier war plötzlich eine in jeder Hinsicht künstlerisch befreite junge Frau, die uns ein neues Vorbild, Verständnis und Gefühl, eine neue Faszination und einen neuen Maßstab für die Welt der Musik von Chopin präsentierte.“ Sie spielt Akkordblöcke, Oktavkaskaden unter Vollgas, vollzieht Läufe und Sprünge, als würden die Finger durchdrehen. Die Kritiker nennen sie deshalb „Tiger“, „Panther“ oder „Die Löwin am Klavier“.

Der Weg zum Sieg von Martha Argerich ist aber kein glatter Durchmarsch. Drei lange Wochen wird um den begehrten Titel auf dem Pianisten-Olymp gerungen. Einer ihrer ärgsten Konkurrenten ist Arthur Moreira Lima aus Brasilien. Er hat sich auf den Wettbewerb vor-bereitet, „als würde ich an einer Olympiade teilnehmen, wie ein Athlet, der einen Rekord aufstellen wollte.“ Die Jury ist von seinem Spiel begeistert und setzt ihn in der ersten Runde auf Platz Eins.

Martha Argerich lässt sich davon nicht beeindrucken und steigert sich von Runde zu Runde. Vergessen scheinen all die privaten Probleme zu sein. Der Sorgerechtsstreit um ihre Tochter, die sie 1964 zur Welt brachte, ihr chaotischer Lebensstil, permanente Konzertabsagen, ihre Unzuverlässigkeit und eine zunehmende Lustlosigkeit am Klavierspiel spielen plötzlich keine Rolle mehr. Sie dachte wahrscheinlich, ich spiele einfach, mal sehen, was passiert. Und dann verliebten sich alle in diesen wunderschönen argentinischen Leoparden, der aus einem mystischen Dschungel kam und alle verführte.“, so die Pianistin und Freundin Gabriela Montero.

Martha Argerich gewinnt die zweite und dritte Runde, aber noch liegt Arthur Moreira Lima in Führung. Alles kommt nun auf das Finale an. Martha Argerich spielt das erste Klavierkonzert von Frédéric Chopin. Es ist die Geburtsstunde einer Legende.

Nach fünfundvierzig Jahren kehrt Martha Argerich an den Ort ihres rauschenden Sieges zurück. In der Nationalphilharmonie in Warschau spielt sie erneut Chopins Klavierkonzert. „So brillant, präsent und frisch wie damals bei dem Wettbewerb. Das ist faszinierend nach wie vor.“, kommentiert die junge Pianistin Sophie Pacini.

Der Film zeigt Ausschnitte vom spannenden Tastenduell zwischen Martha Argerich und Arthur Moreira Lima und Martha Argerichs Interpretation von Chopins erstem Klavierkonzert in Warschau fünfundvierzig Jahre später. Enge Freunde von Martha Argerich wie der Dirigent Daniel Barenboim, die Pianistinnen Gabriela Montero und Sophie Pacini, der Geiger Gidon Kremer, ihr Konkurrent Arthur Moreira Lima, der polnische Starpianist Rafał Blechacz, der 2005 den ersten Preis des Chopin-Wettbewerbs gewonnen hat, sowie Zeitzeugen kommen zu Wort.

Sternstunden der Musik – Montserrat Caballé singt Norma

Sternstunden der Musik – Montserrat Caballé singt Norma

Sternstunden der Musik – Montserrat Caballé singt Norma

Ein Film von Claus Wischmann, ZDF/arte und C Major Entertainment, 43 min., 2020

Am Tag der Open Air Aufführung von Vincenzo Bellinis Oper „Norma“ 1974 weht ein heftiger Sturm durch das römische Amphitheater von Orange. Die neuntausend Zuschauer sitzen schon, doch noch wird hinter den Kulissen diskutiert, ob der Auftritt stattfinden kann. Montserrat Caballé ist zu dieser Zeit bereits ein Star, sie singt an der Metropolitan Opera in New York, an der Mailänder Scala, in Moskau, Barcelona und London. Sie und ihre Mitsänger entscheiden sich trotz aller Widrigkeiten für den Auftritt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Es wird ein Triumph der Gesangskunst, ein Fest des Belcanto, das noch heute begeistert. Dabei ist der Wind deutlich zu hören, er fährt in die weiten Kostüme, bauscht Schleppen, Tücher und Gewänder auf und sorgt so für eine ganz eigene, ungeplante Dramatik. Kostümbildnerin Gioia Fiorella Mariani, Nichte von Roberto Rossellini, spricht von ihrer Angst, dass die meterlangen Schleppen abreißen könnten. Nach dem umjubelten Auftritt trifft sie zu ihrer Überraschung auf die tränenüberströmte Sängerin, die um ihre Gesundheit fürchtet. Direkt nach dem Auftritt musste sich Montserrat Caballé einer Operation unterziehen.

Ihr Bruder Carlos Caballé gab für diesen Film das erste Interview seit dem Tod seiner Schwester im Oktober 2018. Er hat sie ihr Leben lang begleitet. Auch in Südfrankreich war er bei den Proben und beim Auftritt 1974 dabei. Die Sopranistinnen Sonia Yoncheva und Olga Peretyatko erzählen von ihrer Bewunderung für „La Superba“ wie die Caballé genannt wurde. Maria Callas hat sie nur wenige Jahre nach diesem Auftritt als ihre legitime Nachfolgerin bezeichnet.

Liebesduette

Liebesduette

Liebesduette | mit Sonya Yoncheva und Vittorio Grigolo in der Arena di Verona

Ein Film von Claus Wischmann, WDR/arte, 43 min.

Verona ist der Schauplatz der berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur: „Romeo und Julia“ von William Shakespeare.  In der imposanten Arena di Verona präsentieren die Sopranistin Sonya Yoncheva und der Tenor Vittorio Grigolo einen Abend mit den schönsten Opern-Liebesarien und -duetten. Plácido Domingo dirigiert Szenen aus „Romeo und Julia“ von Charles Gounod sowie aus „Tosca“ und „La Bohème“ von Giacomo Puccini. Ein Konzertabend um Liebe, Lust und stürmische Leidenschaft. Der Film zeigt die letzten Vorbereitungen und Proben, nimmt uns mit auf die Hinterbühne und präsentiert Ausschnitte aus dem Konzert.

Sonya Yoncheva führt uns in einer Probenpause durch Verona und begibt sich auf die Spur der von ihr gesungenen Julia. Sie besucht die „Casa di Giulietta“ – das Haus der Julia mit dem weltberühmten Balkon.  Hier soll die Familie der Julia Capulet gelebt haben, die mit Romeos Familie, den Montagues, verfeindet war.

Einen Tag vor dem Konzert holen sich die Sänger aus dem Fundus der Arena mittelalterliche Kostüme und spielen improvisierte Szenen aus „Romeo und Julia“ in historischer Kulisse nach.

Für den Tag des Konzertes ist schlechtes Wetter angesagt. Noch während der Proben zieht ein heftiger Sturm auf und setzt die Stadt und die antike Opern-Arena unter Wasser. Wird das Konzert dennoch stattfinden können? Bis eine Stunde vor dem Auftritt herrscht Ungewissheit. Doch dann klart der Himmel plötzlich auf. Innerhalb von Minuten befreit ein eingespieltes Putzkommando die Bühne und die Zuschauerränge vom Wasser. Das Konzert „Love Duets“ kann beginnen.

Baseballschlägerjahre

Baseballschlägerjahre

Baseballschlägerjahre

diverse Autoren, 6 x 15 min, Webdoku RBB, in Kooperation mit ZEIT ONLINE, 2021

Prügel, Drohungen, Hetzjagden – in den Nachwendejahren brachen in Ostdeutschland Hass, Rassismus und Gewalt auf, besonders unter Jugendlichen. An vielen Orten gehörten Straßen und Plätze der rechten Szene. Bomberjacken, Springerstiefel und Hitlergruß zeigten dem eingeschüchterten Rest, wo man stand. Wer politisch andere Ansichten vertrat oder eine andere Hautfarbe hatte, musste nicht selten um sein Leben fürchten.

Der Journalist und Autor Christian Bangel, in Frankfurt/Oder geboren und aufgewachsen, nannte diese für ihn prägende Zeit die „Baseballschlägerjahre“. Als Bangel Ende 2019 auf Twitter mit dem Hashtag „Baseballschlägerjahre“ dazu aufrief, Erinnerungen an diese Zeit zu teilen, traf er einen Nerv: Viele Menschen aus Ost und West meldeten sich zu Wort, um ihre Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen. Zu lange war über die Zeit der „Baseballschlägerjahre“ geschwiegen worden. Eine Zeit, die bis heute nachwirkt …

©imago/Rüdiger Wölk 

Die Folgen im Überblick:

Den Auftakt macht ZEIT-Autor Christian Bangel. Gemeinsam mit Sven Wolters begibt er sich auf Spurensuche in Frankfurt/Oder und taucht ein in die „Baseballschlägerjahre“ seiner Heimatstadt am Rande des wiedervereinten Deutschlands.

Toralf Staud, Heike Kleffner, Lydia Meyer und Johannes Radke rekonstruieren den Fall, der die Brutalität und die Hemmungslosigkeit rechter Gewalt im Dezember 1990 zum ersten Mal offenkundig werden ließ: Die Tötung des jungen Angolaners Amadeu Antonio, der als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen war und von Skinheads im brandenburgischen Eberswalde erschlagen wurde.

ZEIT-ONLINE-Reporterin Dilan Gropengiesser beleuchtet die späte Reaktion des Staates auf den anwachsenden Rechtsextremismus am Beispiel Brandenburgs: In ihrer Reportage „Nazis im Visier“ beschreibt sie die Arbeit der MEGA, einer Sondereinheit der Brandenburger Polizei, die 1998 aufgebaut wurde, um rechte Gewalt einzugrenzen und zu verfolgen.

Elke Sasse und Ulrike Neubecker versuchen in ihrem Beitrag „Ich bleibe“ zu ergründen, wie es denen erging, die unter Rassismus und Fremdenhass unmittelbar leiden mussten. Sie treffen Nguyen Dinh Khoi in Rostock, der weiß, was es heißt, der „Ausländer“ zu sein. Nazis in Springerstiefeln und Bomberjacken riefen ihm „Fidschi“ oder „Vietkong“ hinterher. Er wurde verprügelt, bespuckt, beleidigt. Und trotzdem ist er geblieben.

In ihrer Dokumentation „Himmelfahrtskommando“ erzählt Adama Ulrich von den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und linker Szene in Magdeburg in den 90ern, bei denen Menschen verletzt und sogar getötet wurden.  

Stella Könemann und Paul Buske porträtieren einen jungen Mann aus Thüringen, der aus der militanten Neonazi-Szene ausgestiegen ist und sich als Zeichen der Abkehr in einem schmerzhaften Prozess seine rechten Tattoos entfernen lässt. Das Porträt mit dem Titel „Die Häutung“ zeigt eindrucksvoll, wie schwierig es für Betroffene ist, sich aus den rechtsextremistischen Strukturen zu befreien und wie rechtes Gedankengut nach wie vor das öffentliche Klima gerade in der ostdeutschen Provinz vergiftet.

 

Verantwortlich für das multimediale Projekt „Baseballschlägerjahre“ sind Johannes Unger, Leiter der Abteilung Dokumentation und Zeitgeschehen beim rbb, und Thilo Kasper, Leiter des Ressorts Video bei ZEIT ONLINE. Die Redaktion beim rbb hat Franziska Schulz-Elmalih. Produzenten sind Dr. Stefan Pannen und Kristian Kähler (Berlin Producers).

Die einzelnen Beiträge sind ab 1. Dezember in der ARD-Mediathek und auf den YouTube- und Facebook-Kanälen des rbb zu sehen. ZEIT ONLINE veröffentlicht die Videos auf der eigenen Website und im Instagram-Kanal (IGTV) – ergänzt durch begleitende Materialien, Kommentare und Interviews. Die Kompilation der sechs Filme läuft unter dem Titel „Baseballschlägerjahre – Die Wendegeneration und die rechte Gewalt“ am Mittwoch, den 2. Dezember 2020, um 23.00 Uhr im rbb Fernsehen.

Generation Greta

Generation Greta

Generation Greta

Ein Film von Thorsten Berrar, 43 min, 3sat 2020

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Noch nie war Widerstand so jung. Nicht nur Studierende, sondern auch Schüler, die mangels Stimmrechts kaum Macht in der Demokratie haben, machen mobil. Corona konnte sie nur aufhalten, aber nicht stoppen.
Und es bleibt eine verkehrte Welt. Dringlicher als je zuvor müssen Schüler_innen zu Erwachsenen sagen, dass sie verdammt nochmal Verantwortung übernehmen müssen, dass sie ihren Job machen sollen. Denn an den Problemen, wegen denen Jugendliche weltweit auf die Straße gingen, ändert sich nichts. Die Hütte brennt immer noch und es reicht nicht, sich ins Nebenzimmer zu flüchten, wie Greta Thunberg einst sagte. Klimakrise, Demokratiekrise, Systemkrise.


Bleibt das Gefühl von Gemeinschaft und Empowerment erhalten oder wird gar verstärkt? Wird aus der dezentralen Bewegung die politische Stimme einer Generation – mit Macht und Einfluss?
Und wie gehen die jungen Menschen ganz individuell und persönlich damit um?

Vier junge Journalist_innen aus den vier Ländern Deutschland, Frankreich, Österreich und Bulgarien begeben sich weiterhin auf eine Reise und versuchen herauszufinden, wo die Konfliktlinien verlaufen. Was will die Jugend? Was wollen die Alten? Wie scharf ist die Trennlinie zwischen den Generationen? Was hat sich durch die neue Gegenwart verändert oder gar verschärft?

Es wird weiterhin eine Reise zu sich selbst. Denn unabhängig von Corona und seinen Folgen bleiben die wichtigen Fragen. Wer ist diese Jugend? Wie groß sind die Gemeinsamkeiten zwischen den Milieus? Besitzt die Generation Greta eine gemeinsame Erzählung, die weit über jeweilige Landesgrenzen hinausreicht?
Der Film bietet eine Vorschau auf die Zukunft. Werden es die zornigen Zwanziger, wie manche Beobachter bereits vor Corona unkten?
Er ist aber auch eine Selbstbetrachtung. Wer sind sie wirklich? Wie gehen sie mit ihren Widersprüchen um? Besitzen sie die Kraft und Ausdauer, aus dem Momentum der aktuellen Bewegungen und wahrscheinlichen Umbrüchen dauerhafte Veränderungen zu gestalten?

Dazu sprechen die vier Autor_innen in ihren jeweiligen Ländern mit Aktivist_innen, mit Schüler_innen und Meinungsmachern.

Die Autor_innen erzählen den Film komplett aus ihrer Sicht. Aus der Sicht der Jugend, deren Zukunft bedroht ist. Dringlich, kämpferisch, zweifelnd. Sie sind gleichzeitig Kommentatoren ihres eigenen Lebens. Denn genau darum geht es.