Music ex machina – Künstliche Intelligenz in der klassischen Musik

Music ex machina – Künstliche Intelligenz in der klassischen Musik

Music ex machina - Künstliche Intelligenz in der klassischen Musik

Ein Film von Bernard Wedig und Stefan Pannen, 52min, WDR, 2023

Was in der Popmusik schon lange etabliert und serienreif ist, dringt auch in die Klassik vor – Musik, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz entsteht. Wir befinden uns an der Schwelle zu einem Zeitalter der klassischen Musik. Der Film begleitet das Entstehen der Oper „Chasing Waterfalls“, die von einer KI mitkomponiert wurde, von der Aufnahme erster Samples bis zur Premiere an der Semperoper in Dresden.

Er zeigt, wie die KI, die Beethovens 10te rekonstruiert hat, mit Robbie Williams konzertiert, lässt den Pianisten Dirk Maassen im Sony Science Lab in Paris und die Saxophonistin  Asya Fateyeva an der Musikhochschule in Nürnberg in Echtzeit mit einer KI interagieren und zeigt, wie der brasilianische Professor Eduardo Miranda in Plymouth an Musik aus dem Quantencomputer tüftelt, die sich gänzlich von alleine erschafft.

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Als Experten kommentieren Kenza Ait Si Abbou und Christian Mio Loclair die Entwicklungen – und das Programm Chat GPT, das derzeit in aller Munde ist.

Planet der Schafe

Planet der Schafe

Planet der Schafe

Ein Film von Marvin Entholt, 2 x 45min, NDR/ARTE 2021

Schafe sind das wohl am meisten unterschätzte Tier der Welt. Ohne sie wäre die Menschheit nicht, wo sie heute steht. Nahrung, Kleidung – all das liefert der anspruchslose Widerkäuer dem Menschen seit elftausend Jahren. Die Tiere haben Gesellschaften wachsen lassen, sie sind Kulturbereiter des Menschen und bis heute in vielen Teilen der Welt Lebensgarant und Wirtschaftsmotor. ‚Planet der Schafe‘ begibt sich auf eine Spurensuche bei Schäfern und Züchtern in aller Welt.

In Europa steht der traditionelle Hirtenberuf vielfach vor dem Aussterben, in der Lüneburger Heide sind nur noch wenige Schäfer mit ihren Heidschnuckenherden unterwegs, um die Kulturlandschaft zu erhalten. Doch noch lebt manche alte Schäferkultur, auf Sardinien ebenso wie in Nordmazedonien mit der Tradition der Transhumanz von vielen tausend Tieren. In Schottland geht eine junge, weibliche Generation neue Wege, um die alte Kultur der Schafzucht in das 21. Jahrhundert zu retten. Und auch in Spanien etablieren sich neue Formen der Schafhaltung: Schäferschulen bilden eine neue Generation von Hirten aus.

China geht eigene Wege: Hier leben Schafe in Intensivhaltung von hunderttausenden Tieren, um den Hunger der Bevölkerung zu stillen. Doch vor allem im Kleinen sind Lebensqualität und oftmals direktes Überleben des Menschen direkt mit der Existenz des Schafs verknüpft – so wie in Äthiopien, wo Bauern schon dank weniger Tieren den Schulbesuch ihrer Kinder finanzieren können. Das anspruchslose Schaf ist ein Meister der Anpassung an nahezu jegliche Umweltbedingung – und damit wohl auch ein Helfer im Klimawandel.

Teil 1:   Hinaus in die Welt
Teil 2:   Auf in die Zukunft

gefördert von:

Mit Lichtgeschwindigkeit zum Impfstoff – Das Projekt BioNTech

Mit Lichtgeschwindigkeit zum Impfstoff – Das Projekt BioNTech

Mit Lichtgeschwindigkeit zum Impfstoff – Das Projekt BioNTech

Ein Film von Michael Schindhelm, 52 min, ZDF/ARTE 2021

Bis zum 18.04.2025 in der ARTE-Mediathek verfügbar

 

Seit Anfang des Jahrhunderts widmet sich das Medizinerpaar Uğur Şahin und Özlem Türeci dem Ziel, die Krebsmedizin zu individualisieren. Bei der von ihnen gegründeten Firma BioNTech steht dabei die neuartige mRNA Technologie im Mittelpunkt.

Das „m“ in mRNA steht für „messenger“, also Bote, RNA für Ribonukleinsäure. Die mRNA überträgt die Informationen für die Produktion eines Antigens an unsere Zellmaschinerie, die Proteine herstellt. Zellen in unserem Körper präsentieren dann das selbst produzierte Antigen auf ihrer Oberfläche und lösen dadurch die gewünschte spezifische Immunantwort aus. Eine weitere Forscherin, die sich intensiv damit auseinandersetzt, ist die Ungarin Katalin Karikó; Ugur Şahin holte sie vor einigen Jahren zu BioNTech.

Die Idee, mRNA Forschung auch für Impfstoffe anzuwenden, kam Şahin und Türeci im Januar 2020. Sie lasen von einem Virus im chinesischen Wuhan und entschieden sich innerhalb weniger Stunden: BioNTech widmete sich sofort der Suche nach einem Impfstoff. Im ersten Schritt brauchten sie dazu viel Geld und gute Nerven. Die Brüder Andreas und Thomas Strüngmann, Gründer des Pharmaunternehmens Hexal, sind unter den Geldgebern.

Selbst nachdem hunderte Millionen gesammelt waren und die Entwicklung des Impfstoffs Fahrt aufnimmt, blieben noch viele Fragen offen. Doch der Einsatz hat sich gelohnt. Die Kooperation mit Pfizer beschleunigte die Testphase, Comirnaty wurde früh als Impfstoff zugelassen, seine Wirksamkeit ist erwiesen und Millionen Menschen wurden bereits damit geimpft.

Doch wie geht es nun bei der Krebsforschung weiter? Kann die mRNA – Technik auch bei der Bekämpfung der Malaria helfen?
Michael Schindhelm gelingt ein intimer Blick hinter die Kulissen des Unternehmens an der Mainzer Goldgrube.

Weltretter Wurzeln

Weltretter Wurzeln

Weltretter Wurzeln

Ein Film von Stefanie Fleischmann und Christina Gantner, 43 min, 3sat 2021

Wurzeln machen über die Hälfte der Masse einer Pflanze aus und sind doch meist unsichtbar. Ihre besonderen Kräfte helfen, Probleme des Klimawandels und Umweltschutzes zu bewältigen.

Gerade der unsichtbare Teil der Pflanzen hat das Potenzial, bei den Herausforderungen der Menschheit zu helfen: die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu sichern, den Klimawandel zu stoppen und Ressourcen, wie Seltene Erden, umweltfreundlich abzubauen.

Dafür müssen Pflanzen jedoch Dürre- und Hitzeperioden aushalten und Überschwemmungen überstehen. Wurzeln sind dabei von entscheidender Bedeutung. Und sie suchen im Boden aktiv nach Nährstoffen und wehren Gefahren wie Krankheitserreger und Gifte ab.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen im Forschungszentrum Jülich das Wurzelwachstum mit Hightech-Verfahren. Das Ziel: stressresistente Samen für Pflanzen mit robusten Wurzeln zu züchten. In Schweden forscht Prof. Linda Maria Mårtensson an einer mehrjährigen Weizensorte, die bodenschonend für höhere Erträge sorgen soll. Und an den Küsten sind Wurzeln Retter in der Not. Der Küstenökologe Prof. Tjeerd Bouma hat entdeckt: Pflanzt man spezielle Gräser vor den Deichen, entsteht dort eine Salzwiese, die wie ein natürlicher Wellenbrecher wirkt. Der Geochemiker Dr. Oliver Wiche von der Technischen Universität Freiberg forscht hingegen am sogenannten Phytomining. Er will wissen, welche Pflanzen sich am besten für den Abbau von Metallen wie Germanium oder Seltenen Erden aus dem Boden eignen. Kann daraus ein neuer, umweltfreundlicher Industriezweig entstehen?

Psycho

Psycho

 

              

Wir sind Psychos, und wir reden darüber. Die zehnteilige Arte-Reihe „Psycho“ lässt Betroffene von psychischen Phänomenen und Krankheiten zu Wort kommen. Offen, berührend und authentisch erzählen Menschen, wie es sich anfühlt, depressiv oder schlaflos zu sein. Wie es ist sich zu trennen oder die Welt als Autist zu erleben. Unterstützt wird das durch metaphorische Bilder, die mit höchstem visuellem Anspruch das Emotionale der Aussagen unterstreichen. Dazu erklären Wissenschaftler wie Psychologen, Psychiater, Neurologen und Biologen, wie der Zustand körperlich zu erklären ist. Diese Mischung aus entwaffnender Offenheit der Betroffenen mit wissenschaftlicher Grundlage zu komponierten Bilderwelten, macht dieses Format zu etwas Besonderem.

Bei der Themenauswahl mischen sich psychische Krankheiten wie Autismus oder narzisstische Persönlichkeitsstörungen mit eher alltäglichen Phänomenen wie Schlaflosigkeit oder der Trauer. Damit wird klar, dass jeder Mensch mit seiner Psyche zu tun hat und dass das nicht immer einfach ist. Eines der Kernanliegen der Reihe ist es, zu entstigmatisieren: In Sachen Offenheit sind wir zwar einen Schritt weitergekommen, aber noch lange nicht am Ziel. Immer noch gelten Menschen, die psychisch leiden, bei vielen als schwach. Sie behandeln zu lassen, eine Therapie aufzusuchen, ist noch lange nicht überall selbstverständlich. Dabei ist die psychische Verfassung vieler so angegriffen, wie selten: Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Inflation, das alles sind Themen, die auf der Seele lasten. Höchste Zeit also darüber zu sprechen, was uns allen auf der Seele liegt.

In jeder Folge kommen drei Protagonisten zu Wort, die selber unter dem Phänomen leiden oder Angehöriger eines Betroffenen ist. Sie alle sprechen über ihre Erfahrungen, ihr Leiden und darüber, was geholfen hat. Die Menschen kommen aus Frankreich, Deutschland, Spanien, Dänemark, Asien und Australien. Die metaphorischen Bilder, die für genau ihre Situation gefunden werden, fangen bildlich ein, was oft nicht in Worte zu fassen ist: Emotionen werden transportiert. Dazu sprechen Expert*innen aus Deutschland und Frankreich über das, was wir wissen über dieses seelische Phänomen.

Es geht ein Weg da raus und es ist ihn auch schon jemand gegangen. Das ist es, was wir mir Psychobugs zeigen wollen. Wir alle hocken im gleichen, virusverseuchten Pandemie-Boot und kämpfen mit ähnlichen Problemen: Wir trinken zu viel, langeweilen uns, vermissen Berührungen oder wollen endlich mal wieder allein sein. Unsere Instagram-Reichweite nimmt ab, wir nehmen zu, wir wollen Sex und kriegen keinen und die Langeweile wird unser ständiger Begleiter. Manche Menschen macht das depressiv, und das nicht im umgangssprachlichen Sinn, sondern tatsächlich. Andere werden aggressiv, wieder andere kämpfen mit Panikattacken.

Und jetzt? Überall in Europa gibt es Menschen, die genau das durchmachen und einen Weg gefunden haben, damit umzugehen. Sie sind nicht perfekt, sie sind real. Sie sind keine Ratgeber oder studierte Experten, sie sind sie selbst. Was sie tun, das haben sie selbst ausprobiert. Sie haben keine Patentrezepte, aber sie machen was. Das beste aber: Sie erzählen es uns. Damit wir es genauso machen oder ganz anders. Damit wir voneinander lernen, aber noch viel mehr damit wir voneinander erfahren. Denn wir alle sind Psychos! Wir alle kämpfen mit unserer Psyche, wir alle sind verrückt. Und dass das normal ist, das zeigen wir in Psychobugs.

Dazu veröffentlichen wir nach und nach zehn Videos mit einer Länge von circa zehn Minuten. Die Filme werden auf dem YouTube-Kanal des deutsch-französischen Kulturkanals ARTE ebenso zu sehen sein wie in deren Mediathek. Los geht es im Dezember 2020:

Es ist besser geworden, aber gut ist es noch lange nicht. Zugegeben, man kann heute offener als noch vor zehn Jahren darüber reden, dass man depressiv ist, von Panikattacken heimgesucht wird, auf Sex in Fesseln steht oder zwanghaft bis 100 zählt, bevor man das Haus verlässt, aber selbstverständlich ist es noch lange nicht. Während solche Offenbarungen in liberalen Milieus vielleicht mit einem Schulterklopfen, der Empfehlung eines Lebens-Coaches oder einem schiefen Blick abgetan sind, gibt es Umgebungen, in denen man besser die Klappe hält. Zumindest, wenn man noch mitspielen will beim Tischtennis, die Pause lieber mit Kollegen als allein verbringt oder auf eine Beförderung hofft.

Denn wenn die Psyche nicht mehr mitspielt, wenn vielleicht eine psychische Erkrankung vorliegt, dann sind Vorurteile, Ressentiments und Ängste immer noch an der Tagesordnung. Dabei ist das Quatsch: Depressive sind nicht schwach, ein Fetisch macht einen nicht zum Perversling und Schizophrenie ist nicht ansteckend.

Was richtig wäre: Wenn die Psyche Kapriolen schlägt, redet man darüber, holt sich Hilfe und gut ist. So wie bei Gastritis oder einem Beinbruch. Solange die Lage also nur besser, aber nicht gut ist, muss man was dagegen tun.

Unser Weg: Wir reden darüber. Wir lassen Menschen ihre Geschichte erzählen: Die, die betroffen sind, die, die versuchen zu helfen und die, die mit den Betroffenen leben. Jeder hat seine Sicht, jeder darf sie erzählen. Wir bemitleiden nicht. Wir dramatisieren nicht. Wie beschönigen nicht. Wir hören zu.

Und wann ist es gut? Wenn alle wissen: „Psycho“ sein ist einfach nur normal.

Wir sprechen nicht übereinander, bei uns kommen die zu Wort, die es betrifft. Menschen, die mit ihrer Psyche kämpfen, sprechen über sich, ihr Leben und ihre Wahrnehmungen. Sie erklären nicht, sie geben keine Ratschläge, sie erzählen.

Dazu äußern sich diejenigen, die mit professioneller Hilfe unterstützen: Therapeuten, Ärzte, Coaches. Auch sie reden über sich. Warum machen sie, was sie machen? Was begeistert oder ärgert sie? Was lässt sie hoffe, was verzweifeln? Bei uns sitzt niemand im weißen Kittel, sondern jemand der sich mit der Psyche auf eine andere Art vertraut gemacht haben als die Betroffenen. Wir blicken hinter das Bild des allwissenden Experten und lernen sie als Menschen kennen. 

Dazu hören wir auch dem Umfeld zu. Wie ist es als Bruder, Mitbewohner*in, Kolleg*in oder Liebhaber*in mit dieser Spielart der Psyche umzugehen? Beängstigend oder unbedeutend? Nervig oder anregend? Was denken sie und wie sieht es in ihrem Inneren aus?

Wer sind die Psychos bei den Berlin Producers? Im Grunde haben wir hier alle mehr als einen Tick und das ist vermutlich auch der Grund, warum wir uns so gut verstehen: Wir begegnen uns mit liebevollem Respekt und nehmen uns nicht immer allzu ernst. Denn wir haben verinnerlicht: Wir alle sind Psycho.

Um die langen und kurzen Filme kümmern sich eine ganze Menge Menschen: Kamerafrauen und -männer, Tonassistent:innen, Editor:innen, Grafiker:innen, Produktionsverantwortliche, Sprecher:innen und, und, und. Hier stellen wir mal die drei Personen näher vor, die für den Inhalt der Filme verantwortlich sind.

Antje Behr

Antje füttert Fliegenlarven mit Zuckerwasser, fährt Gewittern hinterher und stellt Leitern in Seen auf, kurzum, sie macht alles, was man für ein gutes Bild braucht. Ihren Abschluss in Regie im Dokumentarfilm hat sie in Berlin gemacht und ein Semester in Israel studiert. Neben Studium und Beruf beschäftigt sich Antje seit jeher mit Fotografie, Grafikdesign und produziert Videos. Wenn das alle nicht reicht, um das Energiebündel auszulasten lernt sie Bibel-Hebräisch und arbeitet im Freiluftkino.

Psycho liegt ihr besonders am Herzen. Es ist ihr wichtig, Vorurteile abzubauen und den Menschen zu zeigen: Wir alle kämpfen doch mit irgendwas. Ist es da nicht leichter, wenn man darüber spricht?

 

Marie Villetelle

Marie kann zaubern: Immer, wenn man einen Protagonisten sucht, der seine Geschichte gut erzählen kann, sagt sie: Warte einen Moment. Dann tippt sie wild auf dem Smartphone rum, schreibt was am Laptop und schwupp, zieht sie jemanden aus dem Hut, der sympathisch und wunderbar ist. Die Französin ist bestens vernetzt, ebenso vielseitig interessiert wie klug und so charmant, dass man ihr nichts abschlagen kann. In Frankreich studierte sie Geisteswissenschaften mit Schwerpunkt Literatur und Film und deutsch-französischen Journalismus.

Marie ist Feuer und Flamme für das Projekt Psycho. Sie will Menschen eine Bühne geben, damit sie sich zeigen können, wie sie sind. Ihre Überzeugung: Wir sind weder verrückt noch schwach, wir sind nur Psycho.

Jessica Krauß

Jessica en twickelt und produziert schon seit vielen Jahren Film, doch Psycho ist was besonders für sie. Protagonisten eine Plattform zu geben, die mit ihrer Psyche zu tun haben, ist ihr ein Herzensanliegen, denn sie weiß aus persönlicher Erfahrung, was für Kapriolen die Psyche schlagen kann. Daher hat ihr Herz einen Sprung gemacht, als ARTE in Form eines ebenso schlauen wie witzigen Redakteurs zu ihr kam und sie bat ein Konzept zu schreiben: Mach was über die Psyche. Nix wissenschaftliches. Nix bedrückendes. Sondern was Ehrliches und was, das Mut macht. Herausgekommen sind „Psycho“ und „Psychobugs“. Jessica freut sich, dass sie mit einen so kreativen, engagierten und humorvollen Team ihr Herzensprojekt umsetzen darf.

6. Deutscher Medienpreis Depressionshilfe, 3. Platz:
Antje Behr und Marie Villetelle, rbb/ARTE, für den Beitrag: „Psycho, Ich depressiv“

Der Film „Psycho, Ich depressiv“ wurde von der Jury als außergewöhnlich eingestuft, weil er vieles in hoher inhaltlicher und journalistischer Qualität zusammenbringt: Interviews mit Betroffenen, Experten-O-Töne, Erklärungen im Off und metaphorische Darstellungen. Die Reportage erzählt sehr elaboriert und stilistisch außergewöhnlich aufbereitet von der Lebenswelt verschiedener Menschen mit Depression und ergänzt dies durch die fundierte Einschätzung von Fachleuten. Besonders stechen die bildlichen, künstlerisch anmutenden Metaphern hervor, die genutzt werden, um die Depression zu visualisieren und fühlbar zu machen. Mit diesem formal ambitionierten Stilmittel gelingt es, die Erkrankung für Außenstehende nachvollziehbarer werden zu lassen. Die Jury hebt außerdem die fachliche Tiefe des Beitrags hervor. Alle wichtigen Fakten zur Erkrankung und deren Behandlung sowohl mit Psychotherapie als auch mit Medikamenten sind im Beitrag differenziert aufgeführt.

Foto: Holger Peters