Zu Tisch: Aargau, Schweiz

26.04.2026 - 18:35 Uhr

Ein Film von Hanna Leissner

Das Rüebli, wie die Karotte in der Schweiz heißt, hat im Kanton Aargau einen besonderen Stellenwert. Die Region im Nordwesten trägt auch den Beinamen Rüebliland. In der Küche ist das Wurzelgemüse ein wahrer Alleskönner, im Anbau nach ökologischen Richtlinien aber anspruchsvoll. Landwirt Kurt Brunner kultiviert verschiedene Sorten Rüebli und erntet sie im Spätherbst.

Warum der Schweizer Kanton Aargau den Namen Rüebliland bekommen hat, ist nicht genau geklärt. Sicher ist aber, dass eine Süßspeise weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt wurde: die Aargauer Rüeblitorte. Innen mit geriebenen Karotten, damit der Kuchen saftig bleibt, und außen dekoriert mit kleinen Marzipan-Rüebli. Kurt Brunner mischt die Rüebli auch unter einen anderen Schweizer Klassiker, in die Kartoffelmasse einer Rösti. Der süße Geschmack von Karotten passt in viele Gerichte und es lässt sich alles – vom Blatt bis zur Wurzel – verwerten. Carla Brunner, die Tochter von Kurt, macht aus dem Karottengrün ein Pesto und serviert es zu gegrillten Rüebli. Eine Wähe, wie ein flacher Kuchen in der Schweiz heißt, belegt sie mit verschiedenfarbigen Rüebli und ihren Rüeblisalat würzt sie mit Kardamom. Doch gute und schmackhafte Rüebli zu produzieren ist im Öko-Landbau eine Herausforderung. In dieser Saison gab es im Aargau zu viel Regen und wie die Ernte auf dem Haldenhof von Kurt Brunner ausfallen wird, zeigt sich erst noch. Ab dem Spätherbst wird geerntet.