Stalino – Geschichten einer besetzten Stadt

Stalino – Geschichten einer besetzten Stadt

Stalino - Geschichten einer besetzten Stadt

Ein Podcast von dekoder in Kooperation mit: Professur für Osteuropäische Geschichte der Universität Heidelberg. Produziert von: Berlin Producers Media

„Stalino – Geschichten einer besetzten Stadt“ erzählt in fünf Episoden von der deutschen Besatzung der ukrainischen Stadt Donezk während des Zweiten Weltkrieg. Damals trug die Stadt den Namen des sowjetischen Diktators Joseph Stalin – Stalino.

Im Podcast folgen wir fünf Menschen, die die deutsche Besatzung ganz unterschiedlich erleben – von einer Ballerina, die für die Deutschen tanzt, über den Bürgermeister, der im Auftrag der Deutschen die Stadtverwaltung umbaut, bis hin zu einem jüdischen Mädchen, das den Holocaust überlebt.

Das Projekt wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.

 

 

Wladimir ist acht Jahre alt, als die Wehrmacht im Oktober 1941 seine Heimatstadt Stalino (heute Donezk) einnimmt. Wie erlebt der Junge die Besatzung? Was sieht er, wenn er mit Freunden durch die Stadt streift? Und wie schafft er es, zu überleben?

 

 

 

 

Ein Lokführer flieht vor der Front und wird von ihr eingeholt. Statt verhaftet zu werden, wird er zum Bürgermeister einer gewaltigen Industriestadt und arbeitet so für die deutschen Besatzer. Aber war er überzeugter Nazi?

 

 

 

 

Margarita ist die Tochter eines sowjetischen Ingenieurs und einer Jüdin in Stalino. Während der Vater für die Deutschen die Kohleindustrie wieder aufbauen muss, verschwindet ihre Mutter spurlos. Wie schafft Margarita es, den Holocaust in Stalino zu überleben?

 

 

 

 

Soja ist eine Teenager im besetzten Stalino. Über ihre Mutter gerät sie in ein Netzwerk aus Widerstandskämpfer·innen gegen die deutsche Besatzung. Was heißt es für die Familie, wenn der wichtigste Partisan der Stadt auf dem eigenen Sofa schläft?

 

 

 

 

Am 21. Juni 1941 bekommt Jelena ihr Ballett-Diplom. Am nächsten Tag überfällt Deutschland die Sowjetunion. Sie flüchtet aus Kyjiw in ihre Heimatstadt – Stalino. Doch auch da holt sie die Front ein und muss für die Deutsche tanzen. Ist ihre Kunst schon Kollaboration mit den Nazis?

 

 

Moderation: Jasmin Lörchner
Journalistische Einordnung ins Heute: Luzia Tschirky

Sprecher*innen:
Prof. Dr. Dmytro Tytarenko – Mirko Drotschmann
Wladimir – Ilyass Alaoui
Andrej Ejchman – Khesrau Behroz
Margarita Funt – Helene Braun
Soja Tschepik – Natalie Amiri
Jelena Gortschakowa – Alice Bota
In weiteren Rollen: Peter Becker und Dr. Matthias von Hellfeld
Wissenschaftliche Redaktion: Prof. Dr. Tanja Penter, Prof. Dr. Dmytro Tytarenko, Dr. Jasmin Söhner
Skript: Dr. Saskia Geisler

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Konfliktzone

Konfliktzone

Konfliktzone/ Decoding Conflicts

Autoren: diverse, 26 min, berlin producers & storyline im Auftrag des ZDF und DW, in Zusammenarbeit mit arte

Konfliktzone: Huthi-Rebellen im Jemen

Ein Film von Martin Koddenberg und Lina Schuller

jetzt in der arte-Mediathek und auf YouTube.

Der Jemen am südlichsten Zipfel der Arabischen Halbinsel gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Eigentlich ein Land mit einer reichen Kultur und Historie, herrscht hier nach 10 Jahren Bürgerkrieg bittere Not: zerstörte Städte, fehlende Versorgung, systematische politische Repression. Eine verlorene Generation von Kindern wächst ohne Schulbildung, ohne medizinische Versorgung und ohne Nahrung auf. Hilfslieferungen werden blockiert, geplündert oder auf dem Schwarzmarkt verkauft.

Das Elend des Landes geht auf das Konto der radikal-islamischen Huthis. Seit Jahren kämpft die Miliz gegen die international anerkannte Regierung des Jemen. Über 400.000 Menschen starben bereits an den Folgen des Krieges. Mehr als 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen – rund die Hälfte der Bevölkerung.

Seit Oktober 2023 ist aus dem lokalen Konflikt ein regionaler geworden: Seither greifen die Huthis verstärkt internationale Handelsschiffe im Roten Meer an – offiziell, um die Palästinenser im Gaza-Krieg gegen den Erzfeind Israel zu unterstützen.

Trotz jahrelanger Luftschläge und internationaler Interventionen gelang es weder Saudi-Arabien noch der UN-gestützten Regierung, die Huthis zu besiegen. Die Miliz hat sich im Chaos des Bürgerkriegs zur dominierenden Kraft im Land entwickelt. Geschickt nutzt sie Krieg, Religion und Notstand, um ihre Macht weiter auszubauen – und sich als Bollwerk gegen den Westen zu präsentieren.

Ohne Waffenstillstand und eine neue politische Strategie droht der Jemen, immer weiter zwischen Blockade, Gewalt und internationaler Einflussnahme zerrieben zu werden.

Konfliktzone: Transnistrien – Pulverfass im Osten Europas

Ein Film von Martin Koddenberg und Lina Schuller

jetzt in der arte-Mediathek und auf YouTube.

Wilde Wege Georgien

Transnistrien ist ein Landesteil der Republik Moldau, faktisch jedoch ein Staat im Staat – mit eigener Flagge, eigener Währung und eigener Regierung. Die selbsternannte Republik ist international nicht anerkannt, aber seit Jahrzehnten politisch, wirtschaftlich und militärisch eng mit Russland verflochten. Rund 1.500 russische Soldaten sind dauerhaft in der Region stationiert. Im Frühjahr 2022 kommt es zu Explosionen und Angriffen auf Behördengebäude – kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Ein Zufall?

Der sogenannte „eingefrorene Konflikt“ zwischen Transnistrien und der Republik Moldau birgt erhebliches Eskalationspotenzial. Während die Regierung in Chisinau einen pro-europäischen Kurs verfolgt, halten viele Menschen in Transnistrien an Russland fest, trotz tiefer Armut im Land.

Die Wirtschaft der Region wird von einem mächtigen Oligarchen-Netzwerk dominiert. Kritiker sprechen von einem System gegenseitiger Absicherung zwischen Wirtschaft, Politik und pro-russischen Machtstrukturen. Bis Anfang 2025 beruhte Transnistriens Ökonomie auf kostenlosem Gas aus Russland – obwohl rund 80 Prozent der Exporte in die EU fließen. Ein paradoxes Konstrukt. Die Energiekrise nach dem Gasstopp hat die Spannungen in der Region verschärft. Spätestens seit Moldau 2022 den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten hat, rückt die lange vergessene Region wieder ins Zentrum geopolitischer Machtspiele.

Während Oligarchen und prorussische Akteure auf Destabilisierung setzen, wächst der Druck auf die moldauische Regierung – und auf Europa, klar Stellung zu beziehen.

Konfliktzone: Mexiko – Krieg der Drogen-Kartelle

Ein Film von Martin Koddenberg

jetzt in der arte-Mediathek.

Ein Jugendlicher in Mexiko mit einem Gewehr. Viele Drogenkartelle rekrutieren gezielt minderjährige Jungen – oft aus armutsgeprägten Regionen ohne Bildungs- oder Berufsperspektive.
Schematische Darstellung von Joaquín "El Chapo" Guzmáns Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano im Juli 2015. Der Tunnel war rund 1,5 km lang, mit Belüftung, Licht und Schienen ausgestattet – Ausgang: direkt unter der Duschzelle seiner Zelle.

Mexiko steht seit Jahrzehnten im Zentrum  eines eskalierenden Drogenkriegs. Über 400.000 Menschen wurden seit 2006 getötet, mehr als 125.000 gelten als verschwunden. Drogenkartelle kontrollieren weite Teile des Landes, während der Staat von Korruption zerfressen und von Ohnmacht gelähmt ist.

In Städten wie Tijuana, Culiacán oder Doctor Coss liefern sich bewaffnete Banden Gefechte mit selbstgebauten „Narco-Tanks“. Massengräber in Wohngebieten sind keine Ausnahme. Viele Opfer bleiben namenlos. Wer verschwindet, war oft nur zur falschen Zeit am falschen Ort.

Mexiko ist ein zentrales Transitland im globalen Drogennetzwerk. Kokain aus Südamerika, Methamphetamin aus inländischen Laboren und die synthetische Droge Fentanyl gelangen von hier aus in die USA und weiter nach Europa, Asien und Afrika. Im Gegenzug fließen Geld und Waffen zurück. Der illegale Handel ist ein Milliardengeschäft – und macht die Narco-Bosse zu mächtigen Akteuren.

Die Kartelle rekrutieren gezielt junge Männer aus armen Regionen, versprechen Einkommen, Aufstieg und Schutz. Sie unterwandern Behörden, Justiz, Polizei und Militär. Der Fall der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa zeigte 2014, wie eng organisierte Kriminalität und staatliche Stellen kooperieren.

Die Gewalt ist systemisch. Die Angst – allgegenwärtig. Doch der Konflikt betrifft längst nicht nur Mexiko. Die USA als Hauptzielland der Drogen aus Mexiko erhöhen den Druck – und schließen militärisches Eingreifen nicht mehr aus.

Psycho, Staffel 2

Psycho, Staffel 2

PSYCHO, Staffel 2

Autoren: diverse, 26 min, arte

Ich und Burnout

Ein Film von Marie Villetelle und Franziska Wielandt

jetzt in der arte-Mediathek!

Sarah ist 24 Jahre alt, als sie eine E-Mail bekommt, deren Inhalt sie nicht mehr versteht. Die Arbeit in einem Startup hat sie so ausgepowert, dass nichts mehr geht. Sie schämt sich. Statt etwas zu leisten, liegt sie nur herum. Dieses Gefühl der Wertlosigkeit begleitet viele Burnout-Betroffene. Sie suchen den Fehler bei sich selbst, greifen zu Alkohol und Medikamenten, um sich Linderung zu verschaffen und um weiter durchhalten zu können.

So geht es auch Dimitri. Der Vertriebsleiter aus Paris greift abends immer häufiger zu Alkohol. Seine Frau macht sich Sorgen. Das ignoriert Dimitri. Erst ein unangenehmes Zucken im Auge, bringt ihn zum Arzt. Er steht kurz vor einem Schlaganfall. 18 Monate ist das her, seitdem ist er mit Burnout krankgeschrieben. Auch er schämt sich, spricht nur mit seinem engsten Freund darüber.

Amélie war gerne Krankenschwester. Bis sie eines Tages einen Patienten anschreit. Danach beginnt sie zu weinen und kann nicht mehr aufhören. Ein Jahr braucht die junge Frau, bis sie wieder zu Kräften kommt. Eine Selbsthilfegruppe auf einem Segelboot hilft ihr dabei. Zurück ins Krankenhaus aber kann sie nicht mehr.

Magdalena Wekenborg forscht seit 10 Jahren an der TU Dresden zu Burnout. Sie erklärt, dass die Arbeitsbedingungen sich enorm verdichtet haben. Dauerstress ist Normalzustand. Menschen im Burnout können diesen permanenten Stress nicht mehr regulieren. Sie laufen immer auf Hochtouren, selbst ihr Herzschlag reagiert nicht mehr flexibel. Dieser Erschöpfungszustand ist keine Modeerkrankung, sondern eine ernsthafte Folge krankmachender Arbeitsverhältnisse.

Ich und chronische Schmerzen

Ein Film von Silvia Palmigiano

jetzt in der arte-Mediathek!

Chronische Schmerzen bestimmen das Leben der Betroffenen jeden Tag. Meggie ist 25 Jahre alt. Sie leidet an schwerer Migräne. Sobald die Schmerzen einsetzen, muss sie alles stehen und liegen lassen. Ihre Arbeit als Tanzlehrerin musste sie aufgeben, weil sie die Stunden nicht mehr durchhalten konnte. Heute studiert sie Soziale Arbeit, fährt Skateboard und versucht, ihren Alltag rund um die Schmerzen herum zu gestalten.

Auch Charlie lebt seit der Geburt ihrer zweiten Tochter mit ständigen Schmerzen. Ein Riss in der Gebärmutter versetzt ihr täglich „Stromschläge“. Trotz eines Medikamentencocktails und anhaltender Schmerzen versucht Charlie, ihr Leben zu meistern – als Mutter und Ehefrau. Joggen hilft ihr, den Körper zu spüren und Zuversicht zu gewinnen, auch wenn jeder Schritt schmerzt.

Gianmario, einst der Mann, auf den sich alle verlassen konnten, stürzte vor vier Jahren eine Treppe hinunter. Dabei wurde ein Tumor an einem Nerv entdeckt. Die Schmerzen, die er seitdem hat, beschreibt er als „schlimmste Zahnschmerzen im Bein“. Die Hoffnung, dass es nicht schlimmer wird, gibt ihm Kraft.

Verena Pförtner, Psychotherapeutin aus Potsdam, erklärt, dass bei chronischen Schmerzen die ursprüngliche Warnfunktion verloren geht. Der Schmerz wird zur Krankheit und verändert das Leben der Betroffenen.

Dr. Alessio Faliva, Schmerztherapeut aus Cremona, ergänzt, dass chronische Schmerzen eine Herausforderung sind – nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Angehörige. „Chronische Schmerzen können nicht geheilt werden“, sagt Faliva, „aber man kann lernen, mit ihnen zu leben.“

Ich und die Demenz

Ein Film von Antje Behr und Alba Vivancos Folch

jetzt in der arte-Mediathek!

Edgars Leben nahm vor drei Jahren eine Wende: Zeitgleich erhielten seine Eltern die Diagnose Demenz. Die Anspannung, seine Mutter zu betreuen, die nebenan wohnt, während sein Vater im Pflegeheim lebt, brachte ihn bis zur totalen Erschöpfung. Hilfe fand er bei Sophía Amor, einer Psychologin und Gerontologin, die ihn bei der Bewältigung seiner Wut, Trauer und Schuldgefühle unterstützte. Inspiriert von seiner Leidenschaft für das Meer begann Edgar, Katamarantouren für Menschen mit Demenz und deren Familien zu organisieren. Das Meer heilt alles, hoffte er. Diese Fahrten schaffen gute Gefühle für alle an Bord auch, wenn die Erinnerungen nicht beständig sind.

Fabian (58), ein ehemaliger Boxer, lebt mit einer frühen Form der Demenz. Er lebte gesund, ist körperlicher fit und leidet dennoch unter Gedächtnislücken und Orientierungslosigkeit. Ihn belastet seine Situation sehr auch, dass er in Gedächtnisgruppen meist der Jüngste ist. Er versucht zu lernen, im „Hier und Jetzt“ zu leben.

Sarah pflegte als junge Frau ihre demente Großmutter. Das hat ihren Lebensweg entscheidend beeinflusst: Heute hilft die Psychologin sowohl Betroffene als auch Angehörige.

Dr. Wenzel Glanz, Neurologe und Leiter der Gedächtnissprechstunde an der Uniklinik Magdeburg, betont die Bedeutung der Früherkennung. Bereits 15 Jahre vor den ersten Symptomen können Hinweise auf Alzheimer im Nervenwasser gefunden werden. Neben Diagnostik und Therapie liegt ihm die Prävention am Herzen: Mit einem gesunden Lebensstil und der Reduzierung von Risikofaktoren können Erkrankungen wie Alzheimer oft vermieden werden.

Ich und Essstörung

Ein Film von Claudia Euen und Hai-Hsin Lu

jetzt in der arte-Mediathek!

Bei Alisia (25) begann die Magersucht in der Corona-Pandemie. Auf sich zurückgeworfen, war die Kontrolle über ihren Körper eine Art Halt. Sie wog 38 Kilo, als ihr eine Ärztin sagte, sie hätte noch zwei Wochen zu leben. Die verzweifelte Mutter wollte mit ihr einen Grabstein aussuchen, da erst legte sich bei Alisia ein Schalter um. Mithilfe einer Beraterin kämpft sie sich zurück ins Leben. Sie will Erzieherin werden und Jugendlichen mit ihren Erfahrungen helfen.

Finn (26) war schon als Kind übergewichtig. Als Teenager aß er oft unkontrolliert, gefolgt von Schuldgefühlen und Hungerphasen. Er hatte Angst, im Schlaf zu sterben. Dass er an Essstörungen litt, war ihm lange nicht klar. Ein Klinikaufenthalt in diesem Jahr brachte die Wende. Finn nahm 40 Kilo ab und übt mit einem Essensplan einen normalen Umgang mit Essen.

Jamy (25) wurde als Kind wegen ihres Gewichts gemobbt. Dazu kamen ihre Vorbilder auf Social Media. Sie begann exzessiv zu hungern, Sport zu treiben und Essen wieder auszukotzen. Jamy verlor das Gefühl für ihren Körper. Nach neun Monaten Klinik geht es ihr besser. Sie versucht, mehr im echten Leben zu sein als online.

Prof. Katrin Giel erforscht in Tübingen, wie sich Essgestörte in der virtuellen Realität selbst erleben. Mit Elektroden wird versucht, ihr Gehirn zu stimulieren. Der Londoner Psychiater Chukwuemeka Nwuba („Dr. Chucks“) kämpft dafür, dass die Krankheit in allen ethnischen Gruppen ernst genommen wird. Sein Buch „Eating Disorders Don’t Discriminate“ zeigt Erfahrungsberichte.

Ich und Hypochondrie

Ein Film von Silvia Palmigiano und Stella Könemann

jetzt in der arte-Mediathek!

Meike ist jung, gesund und hat jeden Tag Angst am Herzinfarkt zu sterben. In schlimmen Phasen ihrer Krankheit kann sie nicht aus dem Haus gehen. Jetzt ist sie schwanger und freut sich auch auf das Kind. Die Angst vor der Geburt ist zwar groß, aber eine Therapie hilft Meike dabei, Strategien zu finden damit umzugehen.

Nora hat alles: Familie, Freunde, Erfolg im Beruf. In ihrem Inneren sieht es anders aus: Die 45-jährige leidet unter Krankheitsangst. Manchmal wird sie so übermächtig, dass sie Stunden auf Parkplätzen verbringt. Erst eine Therapie zeigt Wirkung. Nora lernt, ihrer Angst zu begegnen, statt vor ihr wegzulaufen. Das fängt damit an, dass sie lernt ihren Hals abzutasten und nicht bei jedem Knubbel an Krebs zu denken.

Benjamin war 24, als er seine erste Panikattacke erlebte. Er dachte, es sei der Stress. Doch seitdem drehten sich seine Gedanken nur noch um Krankheit und Tod. Sein bester Freund Max machte damals Scherze, an was er wohl heute stirbt. 12 Jahre später nutzt Benjamin seine Erfahrung, um anderen zu helfen. Es unterstützt Menschen mit Krankheitsangst. Er weiß: Ihr Schmerz ist real.

Anna Pohl und Léonor Fasse sind Expertinnen für Krankheitsangst. Sie wissen, die Erkrankung kann jeden treffen kann – unabhängig von Alter oder Geschlecht. Auslöser sind oft normale Symptome wie Herzrasen oder Schwindel, die als lebensbedrohlich fehlgedeutet werden. Die Scham ist groß, die Betroffenen fühlen sich unverstanden und isolieren sich. Professionelle Hilfe ist für beide essenziell, um Strategien gegen die Angst zu entwickeln.

Ich und Mobbing

Ein Film von Marie Villetelle und Franziska Wielandt

jetzt in der arte-Mediathek!

Mobbing macht krank. Die Opfer dieser Gruppenquälereien leiden nicht nur während der Schikanen, sondern oft noch Jahre später. Häufig wissen sie nicht genau, warum und bringen gescheiterte Beziehungen oder Ängste nicht in Zusammenhang mit den längst vergangenen Erlebnissen.

So ging es auch Maxime. Erst in seiner Therapie wurde ihm klar, dass es die psychische Gewalt aus Kindertagen war, die dem heute 32-Jährigen im Weg steht. Mithilfe von Techniken, die für eine Traumabehandlung entwickelt wurden, verarbeitet Maxime nach und nach die schmerzhaften Erinnerungen an den Schulhof.

Einer, der selbst Teil einer Mobbergruppe war, ist David. Noch Jahre später denkt er an das Opfer ihrer Attacken. Warum er damals mitgemacht hat, weiß der heute über 30-Jährige genau: Besser leidet er als ich!

Mobbing ist ein System, das nur in der Gruppe funktioniert: Ist die Angst jedes Einzelnen groß genug selbst Opfer zu werden, hört keiner auf. Genau dagegen kämpft Inès. Die französische Anwältin ist spezialisiert auf Mobbing am Arbeitsplatz. Ihr Antrieb, anderen zu helfen, die bei der Arbeit gequält werden, ist ihre eigene Geschichte: Sie erlebte selbst Ausgrenzung und Demütigungen und wurde krank. Damals beschloss sie, mit juristischen Mitteln dagegen zu kämpfen.

Thomas Villemonteix ist Psychologe in Paris. Er will aufklären. Möglichst viele Menschen sollen verstehen, wie Mobbing funktioniert und für die Schwere der Folgen sensibilisiert werden. Es beginnt im Kindergarten, wo den Kleinsten spielerisch erklärt wird, wie sich der fühlt, der gemobbt wird.

Ich und Schizophrenie

Ein Film von Antje Behr und  Marie Villetelle

jetzt in der arte-Mediathek!

Schizophrenie macht Angst: nicht nur den Betroffenen, die unter Halluzinationen leiden oder sich bedroht und verfolgt fühlen, sondern oft auch den anderen. Es ist vielleicht die psychische Störung mit dem größten Stigma: Schizophrene sind komisch, gar gefährlich.

Auch Julie hat mit dem Stigma zu kämpfen. Krebs wäre ihr lieber gewesen, kommentiert die Diagnose eine Freundin. Trotz solcher Erfahrungen erkämpft sich die Masseurin ihr eigenes Leben: Gemeinsam mit ihrem Partner entscheidet sie sich Mutter zu werden und erfährt von ihrer Therapeutin viel Unterstützung.

Wie wichtig eine gute und frühzeitigen Behandlung ist, weiß auch Hannah. Mit 17 Jahren hat sie erste Symptome, glaubt vergiftet worden zu sein und wird Todesangst in Psychiatrie eingeliefert. Ihr Glück: Die medikamentöse Behandlung hilft, und sie kann sich erholen. Heute gilt die junge Frau als geheilt und studiert Mathematik.

Der Hintergrund der Symptome scheint der Botenstoff Dopamin zu sein: dessen Konzentration ist entweder ungewöhnlich hoch oder niedrig. Zusätzlich zu Medikamenten, die das regulieren sollen, sind Therapien wichtig.

Cedric musste einen Rückfall hinnehmen: Nach einer ruhigen Phase, wurde er nachlässig. Die Wahnvorstellungen kamen zurück: Mit einer Statue der Jungfrau Maria im Arm lief er durch die Straßen. Seine Mutter hilft ihm sich zu stabilisieren. Auch die Forschung weiß, dass ein zugewandtes Umfeld ein wichtiger Faktor bei der Bewältigung der Störung ist. Heute geht es Cedric gut. Er engagiert sich in einem Verein, der sich bemühte, Schizophrenie zu entstigmatisieren.

Ich und Therapie

Ein Film von Alba Vivancos Folch und Maya Perusin Mysorekar

jetzt in der arte-Mediathek!

In Therapie gehen nur Verrückte. Ein echter Mann löst seine Probleme selbst. So oder ähnlich denken viele über den Gang zu Therapeut*innen. Dabei ist die Forschung sich schon seit Jahrzenten sicher: Therapie wirkt! Hier erzählen drei Betroffene von ihren Erfahrungen und wie sie den Mut fanden sich Hilfe zu holen.

Shirin hat eine bewegte Reise hinter sich. Sie selbst beschreibt es als Achterbahnfahrt: Nach mehreren Therapieerfahrungen und Abbrüchen hat sie gelernt, authentisch zu sein. Es hilft nichts, dem Therapeuten gefallen zu wollen, sie muss ihre Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Ihr Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, den richtigen Therapeuten zu finden und sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.

Julians Mutter ist an Krebs gestorben und er erzählt welcher psychische Druck damit einherging. Er suchte Hilfe und wurde weggeschickt: „nicht belastet genug“, so empfand er die Absage.  Es geht ihm schlechter und er nimmt einen zweiten Anlauf:  Mit Erfolg. Er wird in seinem Trauerprozessen begleitet und kann heilen. Seine Geschichte verdeutlicht, wie herausfordernd und zugleich befreiend der Weg zum Therapeuten sein kann.

Medhi hat den Weg in eine therapeutische Praxis lange gescheut. Erst wollte die Kontrolle nicht abgeben, dann dachte er, der Therapeut macht die Arbeit. Erst als er Tamila fand, ging es ihm besser. Die Psychologin kennt alle Vorurteile gegen Therapien, gibt regelmäßig Workshops, um aufzuklären. Besonders wichtig ist ihr die Supervision, also die Möglichkeit als Therapeutin das eigene Tun zu reflektieren.

Ich und Trauma

Ein Film von Antje Behr und Franziska Wielandt

jetzt in der arte-Mediathek!

Manuela (35) wurde 2010 Opfer einer Vergewaltigung. Sie verdrängte das Geschehen zunächst, doch es ging ihr immer schlechter. Sie hatte schlimme Alpträume, Flashbacks, Panikattacken und Dissoziationen. Schließlich konnte sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen und ging in eine Trauma-Klinik. Dort machte sie eine Expositionstherapie IRRT. Dabei wird eine Beschreibung der Tat auf Tonband aufgenommen und das musste Manuale sich wieder und wieder anhören. Dazu lernte sie Techniken, um dissoziative Zustände zu verhindern. Ihr damaliger Mann Stephan unterstützte sie dabei. Nach Abschluss der Therapie 2023 kann Manuela wieder ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie hat gelernt, klar zu kommunizieren und Grenzen zu setzen.

Marc (32) verloren 2024 seine kleine Tochter durch einen tragischen Unfall. Nach ihrem Tod entwickelte er eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und entwickelte vor allem Dissoziationen. Alltägliche Dinge triggerten Erinnerungen an das Trauma. In seiner Therapie lernt er die belastenden Gefühle zu verarbeiten. Achtsamkeitsübungen und erlernte Techniken helfen ihm, mit Angst und Übererregung umzugehen. Er ist auf dem Weg der Besserung, weiß aber, dass eine vollständige Rückkehr in sein altes Leben schwierig ist.

Marit Treptow, Leiterin der Trauma-Ambulanz Göttingen, erklärt die Phasen der Traumatherapie: Psychoedukation, Stabilisierung, Exposition und Integration. Für sie ist es der schönste Moment, wenn Patient*innen die Expositionsphase überstanden haben und deutliche Verbesserungen spüren.

Ich und der Zwang

Ein Film von Antje Behr und Svenja Haas

jetzt in der arte-Mediathek!

In der Folge „Ich und Zwang“ beleuchten wir die tiefgreifenden Auswirkungen von Zwangsstörungen auf das Leben der Betroffenen. Viele schweigen aus Scham über ihre Qualen. Und das sind nicht wenige: zwischen ein und drei Prozent der Bevölkerung leidet unter Zwangsstörungen.

Sarah, die heute 31 Jahre alt ist, leidet schon seit ihrer Kindheit an Zwängen, die sich aber immer kaschierte. Als junge Frau begann sie intensiv an Kontaminationsängsten zu leiden. Sie musste zwanghaft alles klinisch reinigen und konnte keine frischen Lebensmittel mehr zu sich nehmen. Nach zehn Jahren gab es in ihrem Leben nichts mehr, dass ihr Freude bereitete. Sie dachte an Suizid. Eine innovative Behandlung aber konnte 90 Prozent ihrer Zwänge überwinden. Heute führt Sarah ein normales Leben.

Raphaël erlebte ersten Zwangsgedanken in der Pubertät, ausgelöst durch die Scheidung seiner Eltern. Sein Waschzwang führte dazu, dass der 31-Jährige sich täglich bis zu 100-mal die Hände waschen musste. Zusehens isolierte er sich. Eine Freundin sprach ihn an und half ihm mit Hilfe einer Verhaltenstherapie den Weg zurück in ein normales Leben zu finden.

Johanna kämpfte mit Gedanken, die sie rund um die Uhr abwerten.  Die 25 Jahre alt Frau wollte nur noch sterben. Erst die Entscheidung, in eine Klinik zu gehen, brachte die Wende. Um ihren Kampf zu entstigmatisieren, nennt sie ihre Zwangsstörung liebevoll „Dora“.

Dachten Experten früher, dass Zwangsstörungen schwer zu heilen sind, ist heute das Gegenteil bewiesen: Verhaltenstherapien, die die Betroffenen mit ihren Zwängen konfrontieren haben große Erfolge.

Afrikas Berge

Afrikas Berge

Afrikas Berge

Autoren: diverse, 43/52 min, SR/Arte

Afrikas Berge Südafrika: Drakensberge

Ein Film von Julie Pillay Laurenz und Gordian Arneth 

 

Südafrika ist nicht nur durch seine weiten Savannen, sondern auch durch beeindruckende Gebirgszüge geprägt. Die markanten Felsen der Drakensberge, deren Silhouetten an Drachenstacheln erinnern, gaben dem größten Gebirgszug des Landes seinen Namen. Bergführerin Zee Ndaba, eine der ersten Schwarzen Südafrikanerinnen in ihrem Beruf, inspiriert junge Menschen in den umliegenden Dörfern zum Wandern und zeigt ihnen die Schönheit ihrer Heimat. Geologe Digby Gold erklärt die Entstehung dieses Gebirges, das durch vulkanische Eruptionen entstand. Der Klimawandel und steigende Temperaturen stören das Gleichgewicht der Ökosysteme. Biologen der Free State Universität erforschen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Drakensberge.

Afrikas Berge Uganda: Ruwenzori Gebirge

Ein Film von Adama Ulrich 

Wilde Wege Georgien

​Es ist ebenso atemberaubend wie unerwartet: Nördlich des Äquators erhebt sich aus dem Tropenwald in Uganda ein mit Gletschern bedecktes Gebirge – das Ruwenzori Gebirge. Es ist mit 5109 Metern das dritthöchste Gebirge Afrikas und bildet die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. 1991 wurde in Uganda der Ruwenzori Nationalpark gegründet, um den Regenwald und die Tiere, die darin leben, zu schützen. Darunter zahlreiche Affenarten, Antilopen und eine Vielzahl schillernder Vögel.

Am Fuße der Berge erstreckt sich der Queen Elisabeth Nationalpark. Er gilt als einer der schönsten Parks Afrikas. Die Ausläufer des Ruwenzori Gebirges sind von hier aus gut sichtbar. Mit knapp 100 Säugetier- und über 600 Vogelarten gilt er als besonders artenreich. Eine Besonderheit sind die auf Bäume kletternden Löwen. Von dort oben können sie ihre Beute besser beobachten und haben einen schattigen Platz.

Afrikas Berge Tansania: Kilimandscharo und Mount Meru

Ein Film von Carsten Heider

Wilde Wege Georgien

Mit seinen knapp sechstausend Metern ist der Kilimandscharo nicht nur der mit Abstand höchste Berg Afrikas. Er ist auch das Wahrzeichen Tansanias und steht symbolisch für einen ganzen Kontinent. Für die Einheimischen ist der Berg weiblich, weil sie sich so oft schüchtern in Wolken hüllt. Außerdem ist sie bescheiden, denn Kilima ist Suaheli und bedeutet kleiner Hügel. Njaro ist ein Ortsname, steht in der Sprache der Einheimischen für Wasser und deutet auf die Bedeutung des Berges als Lebensspender in der Region hin. An seinen Hängen fallen deutlich mehr Niederschläge als in den weiten Ebenen, die den Berg umgeben.

In Sichtweite von Afrikas höchstem liegt der wohl schönste Berg Tansanias: der Mount Meru. Wie sein großer Nachbar ist auch er vulkanischen Ursprungs. Mit seinen 4.562 Höhenmetern gilt er aber als etwas leichter zu besteigen.

Zwischen den beiden Vulkanen liegt ein Höhenzug, der die meisten europäischen Mittelgebirge deutlich überragt. Fruchtbares Hochland vulkanischen Ursprungs, Lebensraum zahlreicher bedrohter Arten und Siedlungsgebiet der Massai. Große Teile des einst kriegerischen Volkes, leben hier bereits seit Jahrhunderten, pflegen alte Traditionen und ziehen noch heute mit ihren Herden durch die dünn besiedelte Gegend.

Afrikas Berge – Madagaskar: Andringitra- und Ibity-Massiv

Ein Film von Friederike Schlumbom

Wilde Wege Georgien

Vor über 90 Millionen Jahren vom Festland getrennt, entwickelte sich auf Madagaskar eine unvergleichliche Artenvielfalt. 5 % aller weltweit existierenden Tier- und Pflanzenarten sind hier zu Hause. Der Film nimmt das 2600 Meter hohe Andringitra-Massiv mit seinen über 1.000 Pflanzenarten und artenreichen Tierwelten sowie das 2300 Meter hohe Ibity-Massiv, bekannt für Aloe-Vera- und Heilpflanzen, in den Fokus.

Doch Madagaskars Wälder sind bedroht: Jährlich verschwinden durch Brandrodung 120.000 Hektar Wald. Bereits 75 % der ursprünglichen Pflanzenarten sind verloren. Armut zwingt die Bevölkerung, auf Holzkohle und Rodungen zurückzugreifen.

Der Film porträtiert Hoffnungsträger: den französischen Umweltschützer Gilles Gautier, der am nordwestlichen Rand des Andringitragebirges 2,2 Millionen Bäume pflanzte. Seine Baumschule wird nun von der jüngeren Generation weitergeführt. Auch Tourismus kann helfen, Armut zu bekämpfen und Madagaskars Biodiversität zu schützen. Spektakulär wird es mit Ines Pappert, vierfache Weltmeisterin im Eisklettern, die die 800 Meter hohe Steilwand des Tsaranoro in einem Tag erklimmen will. Gleichzeitig arbeitet die NGO „Ny Tanintsika – Feedback Madagascar“ daran, den Primärwald im nordöstlichen Andringitra-Gebirge zu schützen und Tiere wie Lemuren und Chamäleons vor illegalem Handel zu bewahren. Im Ibitygebirge ernährt der endemische Tapia-Baum die Seidenraupe, deren Seide eine wichtige Einnahmequelle für die lokale Bevölkerung bietet. Und der Biologielehrer Antoni Razafimahefa bringt Schulkindern das Wissen über wertvolle Heilpflanzen der Region näher.

 

Spionagefall Robert Oppenheimer

Spionagefall Robert Oppenheimer

Spionagefall Robert Oppenheimer

Ein Film von Bertina Henrichs. Hergestellt von Berlin Producers Media in Koproduktion mit Acqua Alta im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE.

Als die USA in den Jahren von 1943-45 in Los Alamos in New Mexico die Atombombe entwickelten, standen der Leiter des Projektes, J. Robert Oppenheimer, und seine Mitarbeiter unter enger Beobachtung sowohl durch das FBI als auch durch Spione der Sowjetunion. Aus Anlass des 80.Jahrestages der Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki rekonstruiert die TV-Dokumentation den „Spionagefall Oppenheimer“.

Die Entwicklung der amerikanischen Atombombe in Los Alamos verlief unter strengster Geheimhaltung. Trotzdem wurde das Projekt „Manhattan“ von Spionen beider Seiten bespitzelt. Das FBI beschattete den Leiter der Operation, Robert Oppenheimer, bereits seit seiner Zeit als Professor in Berkeley und setzte dies auch in Los Alamos und in den Jahren danach fort, als er sich für eine internationale Kontrolle der Atomwaffen einsetzte.  In der Anhörung durch die Atomenergiekommission, die damit endete, dass Oppenheimer der Zugang zu atomaren Geheimnissen entzogen wurde, versorgte das FBI die Anklage mit über 7000 Seiten Abhörprotokollen – und verwanzte obendrein während des ganzen Verfahrens das Telefon seiner Anwälte.

J. Robert Oppenheimer

Doch auch die Gegenseite hatte ihn im Visier. Der deutsche Physiker Klaus Fuchs, ein enger Mitarbeiter Oppenheimers, spionierte für die Sowjetunion in Los Alamos. Außer ihm waren noch drei weitere Spione am „Manhattan Project“ beteiligt. Theodore Alvin Hall, Deckname MLAD, übergab schon 1944 wichtiges Material über die Implosions-Methode und andere Aspekte der Konstruktion einer Atombombe an die Sowjetunion. Er wurde bereits 1950 verdächtigt, bestritt aber zu jener Zeit alle Anschuldigungen und wurde nie verurteilt. Der letzte der russischen Spione, Oscar Seborer, wurde erst vor wenigen Jahren enttarnt.

Der Film rekonstruiert, wie das Klima des Misstrauens und die Beschattung durch beide Seiten die Entwicklung der Atombombe beeinflusste, wie der Mensch Oppenheimer davon geprägt wurde und was dies für den sich entwickelnden Kalten Krieg bedeutete.