Prinz Max von Baden. Kanzler zwischen Monarchie und Republik

Prinz Max von Baden. Kanzler zwischen Monarchie und Republik

Prinz Max von Baden – Kanzler zwischen Kaiserreich und Republik

Ein Film von Holger Preusse, 44 min, SWR 2018

Herbst 1918. Seit mehr als vier Jahren tobt der Erste Weltkrieg. Millionen von Soldaten sind gestorben. Die deutsche Niederlage ist unabwendbar. In dieser Krise wird ein politisch unerfahrener Mann zum Reichskanzler ernannt: Prinz Max von Baden. Er soll einen Waffenstillstand aushandeln und die Monarchie in Deutschland retten.

Die Aufgabe gleicht einem Himmelfahrtskommando. Was bewegt den Aristokraten und Schöngeist, auf der großen politischen Bühne zu agieren? Die Dokumentation von Holger Preuße begleitet Bernhard Prinz von Baden, den Urenkel des Reichskanzlers, und den Historiker Konrad Krimm auf einer historischen Spurensuche.

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Bernhard Prinz von Baden ist es wichtig, die Erinnerungen an seinen Urgroßvater lebendig zu halten. Er will herausfinden, wie Prinz Max gedacht und gehandelt hat, und zeigen, wie vielseitig dessen Leben war. Die Recherchen führen nach Schloss Salem, wohin sich Max von Baden nach seiner Reichskanzlerschaft zurückzieht und das bekannte Internat gründet, und ins Generallandesarchiv Karlsruhe, wo Prinz Bernhard gemeinsam mit dem Historiker Konrad Krimm den Nachlass seines Ahnen sichtet. Die Spurensuche führt weiter von Karlsruhe nach Capri am Golf von Neapel. Dort lassen sich Prinz Max und seine Frau Marie Luise von einem Arzt therapeutisch beraten, nachdem sich auch nach mehreren Jahren kein Nachwuchs einstellt.

Prinz Max fühlt sich eher zu Männern hingezogen als zu Frauen. Doch da sein Vetter, Großherzog Friedrich II., kinderlos bleibt, sieht sich Prinz Max stets dem Druck ausgesetzt, für den dynastischen Fortbestand des Hauses Baden zu sorgen. Zu den geistigen Mentoren und engen Vertrauten des Prinzen Max zählen der evangelische Theologe Johannes Müller ebenso wie Cosima Wagner, die Witwe des Komponisten Richard Wagner. Sie ist eine Art Ersatzmutter und Seelentrösterin für ihn. Mit Johannes Müller kann Prinz Max über seine Homosexualität sprechen.

Nicht nur für den Theologen Müller gilt Prinz Max als Hoffnungsträger, der Deutschland aus der Krise am Ende des Ersten Weltkrieges herausführen soll. Doch die Amtszeit von Prinz Max endet schon nach fünf Wochen. Angesichts des wachsenden Drucks von der Straße kann er die Monarchie nicht mehr retten, am 9. November 1918 verkündet er die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und übergibt das Amt des Reichskanzlers an den Sozialdemokraten Friedrich Ebert. Damit macht Prinz Max den Weg frei für die erste Demokratie in Deutschland – und wird somit zum Kanzler zwischen Kaiserreich und Republik.

Sternstunden – Vladimir Horowitz: Das Moskau-Konzert

Sternstunden – Vladimir Horowitz: Das Moskau-Konzert

Sternstunden der Musik | Vladimir Horowitz – Das Moskau-Konzert (1986)

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring, 43 min., ZDF/ARTE und C Major Entertainment 2019

Vladimir Horowitz kehrt nach mehr als 60 Jahren in seine russische Heimat zurück. Noch sind die Mauern zwischen Ost und West unüberwindbar. Es herrscht Kalter Krieg. Eine Zeitzeugin, die damals als junge Musikstudentin im Großen Saal des Tschaikowsky-Konservatoriums in Moskau-beim Konzert von Horowitz mit dabei war, sagt rückblickend: „Es war das Gefühl, als würde sich ein großes Tor öffnen. Damals waren wir ja ziemlich isoliert von der ganzen Welt. Seine Wiederkehr war sehr symbolisch.“

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Jahrelang hatte Horowitz keine Konzerte gegeben – künstlerische Krisen und Depressionen waren der Grund. Sein Auftritt in Moskau gleicht einer Sensation. Obwohl die russischen Behörden nur mit einem kleinen Plakat auf das Konzert aufmerksam machen, strömen die Menschen in Massen. „Horowitz war so populär wie ein Rockstar, es war als ob die Beatles oder die Rolling Stones ein Konzert gaben. Die Leute waren bereit die ganze Nacht auf der Straße zu schlafen, um ein Ticket zu bekommen, egal ob in New York oder in Moskau“, so Peter Gelb, der ehemalige Musikmanager von Horowitz.

Neben den Konzertausschnitten kommen herausragende Persönlichkeiten und Kenner von Vladimir Horowitz zu Wort: so sein langjährige Musikmanager Peter Gelb, der das Moskau-Konzert organisiert hat, die mittlerweile selbst legendäre Pianistin Martha Argerich, der russische Starpianist Daniil Trifonov, die deutsch-italienische Pianistin Sophie Pacini und Zeitzeugen.

„Magic Moments of Music – Horowitz in Moscow“ wurde für den VENICE TV AWARD 2019 in der Kategorie „Performing Arts“ nominiert.

Marx und seine Erben

Marx und seine Erben

Marx und seine Erben

Ein Film von Peter Dörfler, 52 min, ARD 2018

Am 5. Mai 2018 wäre Karl Marx 200 Jahre alt geworden. Der Journalist, Philosoph, Historiker und Ökonom hat mit seinen Schriften die Welt verändert, wie nur wenige Denker vor und nach ihm. Seine Analysen und Theorien haben viele Menschen zu politischem Handeln motiviert: Die Marxisten. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus schien Marx vorübergehend passé. Doch spätestens seit der Finanzkrise im Jahr 2008 erlebt er eine Renaissance, an Universitäten und in Kirchen, im Rahmen von Kongressen und Kultursendungen und in den Feuilletons der Leitmedien. 200 Jahre nach seiner Geburt hat Marx seine Aktualität nicht verloren.

Sternstunden – Das Mauerfallkonzert: Berliner Philharmoniker

Sternstunden – Das Mauerfallkonzert: Berliner Philharmoniker

Sternstunden der Musik | Das Mauerfallkonzert: Berliner Philharmoniker (12.11.89)

Ein Film von Eric Schulz, 43 min., ZDF/ARTE und C Major Entertainment 2019

„DAS Konzert“ – so schlicht und doch so bezeichnend wird es bei den Berliner Philharmonikern intern heute genannt. Das sogenannte ‚Mauerfallkonzert‘ vom 12. November 1989 ist das wahrscheinlich ergreifendste Konzert im Europa der Nachkriegszeit.

Es ist Tag drei nach der Maueröffnung. Kurzentschlossen geben die Berliner Philharmoniker mit nur einer kleinen Anspielprobe unmittelbar vor Saalöffnung ein Konzert exklusiv für Bürger der DDR. Als Eintrittskarte gelten die Ausweispapiere. Ab fünf Uhr morgens stehen die Menschen vor der Philharmonie Schlange, manche übernachten sogar in ihren Trabis auf dem Parkplatz. Der SFB überträgt live im Fernsehen. Zwei Werke von Ludwig van Beethoven stehen auf dem Programm: das Erste Klavierkonzert und die Siebte Symphonie. Im Pauseninterview bricht der Orchestervorstand Alexander Wedow vor laufender Kamera in Tränen aus. Auch unzählige Zuschauer lassen ihren Tränen freien Lauf. Die Ovationen im Saal nehmen kein Ende.

Daniel Barenboim erinnert sich: „Am Freitag, dem 10. November kamen die beiden Orchestervorstände zu mir und fragten mich, ob ich bereit wäre, ein Konzert zum Mauerfall zu dirigieren. Ich sagte natürlich sofort zu, und es war ein unvergessliches, einmaliges Konzert. Anschließend überreichte mir eine Frau mit zitternder Hand Blumen, neben ihr stand ein junger Mann. Es war ihr Sohn. Als Baby hatte ihr Mann ihn mit den Westen genommen. Seit damals hatte sie ihr Kind nicht wiedergesehen. Durch den Fall der Mauer hatten sie nun endlich zusammengefunden. Sie sagte zu mir: ‚Wie konnten wir das besser feiern als durch dieses Konzert mit Ihnen und den Philharmonikern! Dafür möchten wir Ihnen danken.’“

Glanz und Elend deutscher Zarinnen

Glanz und Elend deutscher Zarinnen

Glanz und Elend deutscher Zarinnen

Ein Film von Hannes Schuler, HD, 52 min, arte 2016

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Angefangen von Katharina der Großen (1729 – 1796) bis hin zur letzten russischen Kaiserin sind sämtliche Zarinnen deutschstämmig. In der Dokumentation „Glanz und Elend deutscher Zarinnen“ begibt sich die Nachfahrin einer dieser Frauen die 19jährige Maria von Preußen, in St.Petersburg auf eine Suche nach den Spuren einer dieser Frauen, der preußischen Prinzessin Charlotte (1798 – 1860).