Afrikas Berge

Afrikas Berge

Afrikas Berge

Autoren: diverse, 43/52 min, SR/Arte

Afrikas Berge Südafrika: Drakensberge

Ein Film von Julie Pillay Laurenz und Gordian Arneth 

 

Südafrika ist nicht nur durch seine weiten Savannen, sondern auch durch beeindruckende Gebirgszüge geprägt. Die markanten Felsen der Drakensberge, deren Silhouetten an Drachenstacheln erinnern, gaben dem größten Gebirgszug des Landes seinen Namen. Bergführerin Zee Ndaba, eine der ersten Schwarzen Südafrikanerinnen in ihrem Beruf, inspiriert junge Menschen in den umliegenden Dörfern zum Wandern und zeigt ihnen die Schönheit ihrer Heimat. Geologe Digby Gold erklärt die Entstehung dieses Gebirges, das durch vulkanische Eruptionen entstand. Der Klimawandel und steigende Temperaturen stören das Gleichgewicht der Ökosysteme. Biologen der Free State Universität erforschen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Drakensberge.

Afrikas Berge Uganda: Ruwenzori Gebirge

Ein Film von Adama Ulrich 

Wilde Wege Georgien

​Es ist ebenso atemberaubend wie unerwartet: Nördlich des Äquators erhebt sich aus dem Tropenwald in Uganda ein mit Gletschern bedecktes Gebirge – das Ruwenzori Gebirge. Es ist mit 5109 Metern das dritthöchste Gebirge Afrikas und bildet die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. 1991 wurde in Uganda der Ruwenzori Nationalpark gegründet, um den Regenwald und die Tiere, die darin leben, zu schützen. Darunter zahlreiche Affenarten, Antilopen und eine Vielzahl schillernder Vögel.

Am Fuße der Berge erstreckt sich der Queen Elisabeth Nationalpark. Er gilt als einer der schönsten Parks Afrikas. Die Ausläufer des Ruwenzori Gebirges sind von hier aus gut sichtbar. Mit knapp 100 Säugetier- und über 600 Vogelarten gilt er als besonders artenreich. Eine Besonderheit sind die auf Bäume kletternden Löwen. Von dort oben können sie ihre Beute besser beobachten und haben einen schattigen Platz.

Afrikas Berge Tansania: Kilimandscharo und Mount Meru

Ein Film von Carsten Heider

Wilde Wege Georgien

Mit seinen knapp sechstausend Metern ist der Kilimandscharo nicht nur der mit Abstand höchste Berg Afrikas. Er ist auch das Wahrzeichen Tansanias und steht symbolisch für einen ganzen Kontinent. Für die Einheimischen ist der Berg weiblich, weil sie sich so oft schüchtern in Wolken hüllt. Außerdem ist sie bescheiden, denn Kilima ist Suaheli und bedeutet kleiner Hügel. Njaro ist ein Ortsname, steht in der Sprache der Einheimischen für Wasser und deutet auf die Bedeutung des Berges als Lebensspender in der Region hin. An seinen Hängen fallen deutlich mehr Niederschläge als in den weiten Ebenen, die den Berg umgeben.

In Sichtweite von Afrikas höchstem liegt der wohl schönste Berg Tansanias: der Mount Meru. Wie sein großer Nachbar ist auch er vulkanischen Ursprungs. Mit seinen 4.562 Höhenmetern gilt er aber als etwas leichter zu besteigen.

Zwischen den beiden Vulkanen liegt ein Höhenzug, der die meisten europäischen Mittelgebirge deutlich überragt. Fruchtbares Hochland vulkanischen Ursprungs, Lebensraum zahlreicher bedrohter Arten und Siedlungsgebiet der Massai. Große Teile des einst kriegerischen Volkes, leben hier bereits seit Jahrhunderten, pflegen alte Traditionen und ziehen noch heute mit ihren Herden durch die dünn besiedelte Gegend.

Afrikas Berge – Madagaskar: Andringitra- und Ibity-Massiv

Ein Film von Friederike Schlumbom

Wilde Wege Georgien

Vor über 90 Millionen Jahren vom Festland getrennt, entwickelte sich auf Madagaskar eine unvergleichliche Artenvielfalt. 5 % aller weltweit existierenden Tier- und Pflanzenarten sind hier zu Hause. Der Film nimmt das 2600 Meter hohe Andringitra-Massiv mit seinen über 1.000 Pflanzenarten und artenreichen Tierwelten sowie das 2300 Meter hohe Ibity-Massiv, bekannt für Aloe-Vera- und Heilpflanzen, in den Fokus.

Doch Madagaskars Wälder sind bedroht: Jährlich verschwinden durch Brandrodung 120.000 Hektar Wald. Bereits 75 % der ursprünglichen Pflanzenarten sind verloren. Armut zwingt die Bevölkerung, auf Holzkohle und Rodungen zurückzugreifen.

Der Film porträtiert Hoffnungsträger: den französischen Umweltschützer Gilles Gautier, der am nordwestlichen Rand des Andringitragebirges 2,2 Millionen Bäume pflanzte. Seine Baumschule wird nun von der jüngeren Generation weitergeführt. Auch Tourismus kann helfen, Armut zu bekämpfen und Madagaskars Biodiversität zu schützen. Spektakulär wird es mit Ines Pappert, vierfache Weltmeisterin im Eisklettern, die die 800 Meter hohe Steilwand des Tsaranoro in einem Tag erklimmen will. Gleichzeitig arbeitet die NGO „Ny Tanintsika – Feedback Madagascar“ daran, den Primärwald im nordöstlichen Andringitra-Gebirge zu schützen und Tiere wie Lemuren und Chamäleons vor illegalem Handel zu bewahren. Im Ibitygebirge ernährt der endemische Tapia-Baum die Seidenraupe, deren Seide eine wichtige Einnahmequelle für die lokale Bevölkerung bietet. Und der Biologielehrer Antoni Razafimahefa bringt Schulkindern das Wissen über wertvolle Heilpflanzen der Region näher.

 

Wilde Wege

Wilde Wege

Wilde Wege

Autoren: diverse, 43/52 min, NDR, ZDF/Arte

Wilde Wege – Georgien

Ein Film von Holger Preusse

Mit seinen fast 3000 Metern ist der Abano-Pass der am höchsten befahrbare Pass im Großen Kaukasus. Er ist die einzige Verbindungsstraße zur Provinz Tuschetien im äußersten Nordosten Georgiens, an der Grenze zu Russland. Die Straße ist nur 71 Kilometer lang, aber jeder Meter hat es in sich. Sie schlängelt sich an nahezu senkrechten und schwindelerregenden Steilhängen entlang, immer wieder müssen Furten durchquert und rutschige Spitzkehren bewältigt werden.

Wenn die Straße Ende Mai, Anfang Juni geöffnet wird, werden die Schäden des Winters notdürftig ausgebessert. Viehzüchter führen ihre Herden auf die Almen, Einheimische machen sich mit vierradgetriebenen Fahrzeugen auf den Weg zurück zu ihren Häusern, die sie in der kalten Jahreszeit verlassen haben. Sieben Monate waren sie im Tal. Nun müssen sie fast alles, was sie brauchen, in die Berge transportieren.

Die Piste führt durch eine atemberaubende Landschaft, am Horizont die mit Eis und Schnee bedeckten Viertausender hohen Berge auf russischer Seite. An deren Ausläufern auf georgischem Boden ist der Tusheti Nationalpark mit einer reichen Flora und Fauna. Wölfe, Bären, Luchse, Wildziegen und zahlreiche Greifvögel, wie der Bartgeier, siedeln hier.

Für Temuri Mosaidze ist jetzt Hochsaison. Mit seinem Laster fährt er alles, was benötigt wird. Lebensmittel genauso wie Baumaterial und Benzin oder liegengebliebene Fahrzeuge. Für ihn steht fest, dass die Abano-Straße – so unberechenbar sie ist – niemals asphaltiert werden darf: „Die Gefahr hat auch ihren Reiz. Tuschetien würde diesen Charme verlieren, und nicht mehr so sein wie jetzt.“

Wilde Wege – Sulawesi

Ein Film von Sven Jaax

Wilde Wege Georgien

Er ist einer der wilden Wege Asiens: Der Trans Sulawesi Highway. Die abenteuerliche Straße erschließt die viertgrößte Insel Indonesiens und bringt die Menschen an spektakuläre Ziele. An traumhafte Strände, in turbulente Großstädte oder einmalige Urwälder. Wer auf dem Highway fahren möchte, braucht starke Nerven: Es ist dort laut, voll und unübersichtlich. Viele Einheimische lassen sich eher von ihrem Gefühl als von den Verkehrsregeln leiten.

Auf dem Trans Sulawesi Highway sind ganz besondere Menschen unterwegs: Der Film von Sven Jaax zeigt Leute wie Tari Abdullah, den Busfahrer. Seit fast 40 Jahren bringt er die Einheimischen mit seinem betagten Gefährt an ihre Ziele.

Van Tundu ist regelmäßig sein Passagier. Der Ranger ist Experte für Koboldmakis, für die seltenen Primaten mit ihren großen Kulleraugen. Sie leben im Urwald von Sulawesi und kommen nur in der Nacht aus ihren Verstecken.

Lala Merilla ist täglich auf dem Highway unterwegs. Mit ihrem Motorroller fährt die Tauchlehrerin an den Pazifik und begegnet dort den Meeresschildkröten.

Hatti Kalangi hat ihren Gemüsestand direkt an der ‚Autobahn‘. Der Laden läuft. Dank des Highways. Der Verkehr ist Fluch und Segen zugleich: Hatti hat sich längst daran gewöhnt, dass tausende täglich an ihren Auslagen vorbeifahren. Krach und Abgase inklusive.

Wilde Wege – Norwegen

Ein Film von Holger Preusse

Wilde Wege Georgien

Es ist eine weite, endlos weiße Fläche, über die der Wind fegt. Es liegt Schnee und nochmals Schnee. Es ist Mitte März in der Finnmark, im äußersten Nordosten Norwegens. Bis zu minus 35 Grad wird es kalt. Schneestürme so dicht, dass man die eigene Hand vor Augen nicht sieht. Die Varanger Halbinsel ist ein Außenposten Europas. Wer im Winter den Varangerhalvøya Nationalpark oder eine der abgelegenen Gemeinden besuchen will, muss sich warm anziehen. Das Gebiet ist einer der letzten Schutzräume für die Tiere, die es kalt brauchen. So zum Beispiel Polarfüchse, die hier seit ein paar Jahren wieder angesiedelt werden.

Durch die Lage am Rande des Arktischen Ozeans ist die Gegend anfällig für heimtückische Schneeverwehungen. Jeder Meter ist eine Herausforderung und eine Fahrt ins Risiko. Ein Aben-teuer für alle, die sich auf den Weg in die faszinierende und einmalige Landschaft machen, durch eine scheinbar endlose Schneewüste.

Die wenigen Geschäfte werden mit LKWs beliefert. Wer sein Auto wegen der Herausforde-rungen stehen lässt, nimmt ein Taxi, den Bus, den Hundeschlitten oder gleich das Schneemobil. Seit Urzeiten gehört das Gebiet zum Siedlungsraum der Samen, die hier Fischfang und Rentier-zucht betreiben.

Erica Jensen ist im Auftrag der Straßenwachtmeisterei unterwegs. Sie macht die Fahrbahn mit einem Schneepflug frei, damit alle sicher über das Königsfjordgebirge kommen. Manchmal liegt auf dem Hochplateau so viel Schnee, dass die Straßen gesperrt und nur für kurze Zeit geöffnet werden. Dann heißt es Kolonne fahren. Eine Herausforderung für Erica und die Autofahrer gleichermaßen.

Wilde Wege – Guinea

Ein Film von Holger Preuße

Wilde Wege Georgien

In Guinea fahren die Menschen auf Straßen, die die Bezeichnung nicht verdienen. In der Regenzeit zwischen Mai und September sind Straßen und Pisten nur mit großer Mühe zu bereisen. Die Einheimischen müssen aber auch in dieser Zeit von Markt zu Markt. Die einen, um ihre Waren zu verkaufen, die anderen, um Obst, Gemüse und das, was sie für den Alltag brauchen, zu kaufen.

Da es so gut wie keine zuverlässigen öffentlichen Verkehrsmittel in Guinea gibt, sind die Menschen auf Taxis angewiesen. Die Gäste sitzen eng an eng, und auf dem Dach stapeln sich Kanister, Säcke, Körbe und die, die keinen Platz mehr im Inneren gefunden haben.

Eine der zentralen Routen im Westen Guineas führt von Kindia nach Sambailo im Norden, an die Grenze zum Senegal. Es geht auf schlammigen Pisten und über Flüsse zu mehreren Wochenmärkten bis zum Badiar Nationalpark mit einer reichen Flora und Fauna. Er bildet die grüne Grenze zum Nachbarland Senegal, wo sich der Park fortsetzt.

Mit ihrem Motorad-Taxi fährt Sintiya Konaté Kundinnen und Kunden in und außerhalb von Kindia. Sintiya ist die einzige Frau in diesem Job. Seit fünf Jahren behauptet sie sich gegen die männliche Konkurrenz. Wenn sie am Abend nach Hause kommt, dann tut ihr der ganze Körper weh.

Moustapha Saw ist 28 und fährt seit acht Jahren Taxi. Er kennt die Gefahren auf Guineas Wegen. Seine Passagiere muss er nicht nur sicher ans Ziel bringen, sondern auch zeitig, was eine Herausforderung für ihn ist. „Die Autos sind alt. Es gibt hier keine Ersatzteile. Man kann nur hoffen, dass andere Autos kaputt gehen, damit man dann von diesen welche bekommt.“

Wilde Wege – Pakistan

Ein Film von Alba Vivancos und Kristian Kähler

Wilde Wege Georgien

Im Norden Pakistans: Der Karakorum Highway gehört zu den höchstgelegenen Straßen der Welt. Bis auf fast 4700 Metern schlängelt er sich durch eine faszinierende Bergwelt.

Wo früher nur Bergziegen zu Hause waren, verläuft heute eine der riskantesten Straßen der Welt. Steinschläge, Erdrutsche und Felsstürze lauern überall.

Sost ist der letzte Ort auf pakistanischer Seite vor der Grenze zu China. Die Siedlung ist ein zentraler Handelspunkt zwischen beiden Ländern – hier werden Waren umgeladen und verzollt. Pakistanische Lastwagen mit ihren bunten Bemalungen treten die Fahrt ins Tiefland an.

Ali Akbar und Umar Laib bringen ihren Truck für die kommende Tour auf Vordermann. Der Motor muss rund laufen und die Fahrerkabine sauber sein. Der LKW ist ihr zweites Zuhause.

Östlich der Passu Cones Berge beginnt die Shimshal-Road, eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Der Weg schlängelt sich an den hoch aufragenden Felswänden des Shimshal-Flusses entlang, durch einen gigantischer Canyon. Vor dem Baubeginn im Oktober 2003 war ein Durchkommen mit Autos und Motorrädern nicht möglich.

Mansoor Karim ist Taxifahrer. Er fährt die Bewohner seines Dorfes aus den Bergen runter in die Stadt. Es geht durch enge Schluchten, vorbei an steilen Abgründen und über marode Holzbrücken.

Die 21jährige Studentin Tabassum Laseed spielt in der Mountain Girls League von Gilgit-Baltistan Fußball. Ein ungewöhnliches Hobby im konservativen Pakistan. Tabassum liebt den Sport, aber auch das traditionelle Leben. Mit ihrem kleinen Bruder muss sie über eine waghalsige Hängebrücke, um das Vieh der Familie zu versorgen.

Wilde Wege – Türkei

Ein Film von Alexander Hick

Wilde Wege Georgien

Vom Schwarzen Meer bis in das anatolische Hochland: Der „Highway D915“ überquert den 1.000 Kilometer langen Pontischen Gebirgszug, der von Istanbul bis an die Grenze zu Georgien reicht. Im Herbst bereiten sich die Menschen für den Winter vor, sechs Monate im Jahr ist die Straße gesperrt. An den Derebasi Kurven, dem gefährlichsten Teil des Highways, müssen die Fahrerinnen und Fahrer 29 Haarnadelkurven bezwingen und am Ende das Eiserne Tor passieren, eine Felspassage in senkrechten Steilwänden, Hunderte von Metern über dem Tal.

Auch risikobereite Besucher zieht der Highway an, so zum Beispiel die junge Motorradfahrerin Merve, die ihr Fahrkönnen auf die Probe stellt und anschließend noch eine Pilgerfahrt der besonderen Art an der weiter südlich gelegenen „Stone Road“ gelingt. Ahmet und Burhan nutzen die Straße seit vielen Jahren für die Schafszucht und Landwirtschaft, sie haben eine emotionale Beziehung zu diesen Bergen. Selma baut auf der Nordseite des Gebirges Tee an, den sie selbst mit ihrem Transporter zur Verladung fährt.

Im Gebirge kreuzen sich fast alle Wege am Imbiss der Straße: „Turgut’s Place“. Wenige Kilometer weiter ist die abgelegene Gegend ein wichtiger Rückzugsort für Tiere und besondere Pflanzen, die Fotograf Murat seit Jahren dokumentiert. Als Aktivist setzt er sich dafür ein, dass die Straße nicht weiter ausgebaut wird. So unvollkommen, gefährlich und unbequem die Straße sein mag, sie ist genau deshalb heute von Anwohnern und Besuchern gleichermaßen beliebt und geschätzt.

Abenteuer Auswandern

Abenteuer Auswandern

Abenteuer Auswandern

Autoren: diverse, 50min, ZDF

Hello Jamaika!

Neustart auf der Karibikinsel​

Ein Film von Albrecht Elstermann, Carsten Nawin und Jenny Schindler

Sonne, Palmen, Meer und: Reggae! Jamaika ist in der ganzen Welt für seine Musik und die entspannte Lebensart bekannt. Doch die Insel in der Karibik hat noch viel mehr zu bieten.
Endlose Sandstrände erstrecken sich nur einen Spaziergang entfernt von üppigen Pinienwäldern. Majestätische Bergketten thronen über grünen Tälern. Die abwechslungsreiche Landschaft zieht viele Reisende in ihren Bann – manche für immer.

bis 08.08.2026 in der ZDF-Mediathek

Abenteuer Auswandern –
Neuanfang in Japan


Ein Film von Jonas Geisler

Traditionelle  Dörfer und moderne Millionenmetropolen, alte Handwerkskunst und Hightech, schneebedeckte Gipfel, fruchtbare Ebenen und malerische Küsten. Japan ist extrem vielseitig. Über 3000 Kilometer erstreckt sich das Land der aufgehenden Sonne von Hokkaido im Norden bis Okinawa im Süden und fasziniert von jeher Reisende aus aller Welt. Doch nur wenige wagen den kompletten Neuanfang in Nippon. Wir begleiten fünf Deutsche, die sich getraut haben.

bis 27.12.2028 in der ZDF-Mediathek

Abenteuer zwischen Atlantik und Algarve –
Auswanderer suchen ihr Glück in Portugal


Ein Film von Christina Gantner

Endlose Strände und weite Landschaften, sanfte Hügel und hohe Berge, pulsierende Städte und traditionelle Dörfer: Dank seiner Vielfalt ist Portugal eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Das Land im äußersten Südwesten des Kontinents lockt auch viele Deutsche. Knapp eine Million verbringen jedes Jahr ihren Urlaub zwischen Atlantik und Algarveküste. Manche von ihnen wollen nie mehr zurück und wagen hier den Neuanfang.

bis 15.12.2028 in der ZDF-Mediathek

Abenteuer in den Anden –
Auswanderer suchen ihr Glück

Ein Film von Alba Vivancos

SagenumwobeneInka-Stätten und moderne Metropolen, schneebedeckte Anden-Gipfel und traumhafte Pazifikstrände, tropischer Regenwald und karge Steppe – Perus Vielfalt ist einzigartig. Das Land an der Westküste Südamerikas ist ein Traumziel für abenteuerlustige Touristen und lockt schon seit Jahrhunderten Glückssucher aus aller Welt, die zwischen Anden und Amazonas eine Heimat finden wollen. Auch einige Deutsche wagen hier den Neuanfang.

bis 29.09.2028 in der ZDF-Mediathek

Neuanfang am Kilimandscharo –
Auswanderer suchen ihr Glück

Cornelia Wallner-Frisee mit Massai Healer.


Ein Film von Sybille Koller und Saskia Heim

Löwen, Giraffen und Elefanten – Tansania ist berühmt für seine einzigartige Tierwelt und lockt jedes Jahr Hunderttausende abenteuerlustige Touristen aus aller Welt. Manche kommen, um zu bleiben.

bis 05.07.2028 in der ZDF-Mediathek

F*ck Berlin

F*ck Berlin

F*ck Berlin

Eine Reihe von Marie Villetelle, 4x30 min, rbb, 2023

Ein Sommer in der sexpositiven Szene der Hauptstadt: Sie lieben mehrere Menschen gleichzeitig, lassen sich fesseln oder peitschen andere; sie erleben wilde Fantasien oder tanzen zum ersten Mal fast nackt.

Neun Szenegängerinnen erzählen von Erlebnissen und Gefühlen im Nachtleben und ihrer sexuellen Emanzipation. F*ck Berlin ist eine intime Entdeckungsreise mit weiblichem Blick auf das Thema Sex.

Nach Lust und Laune feiern: alle Körper, Geschlechter und viele Spielarten – in Berlin möglich wie in kaum einer anderen Stadt. Völlig neu in der Sexpositiv-Szene ist Martina: Sie möchte in den Clubs der Stadt herausfinden, was ihr abseits des Sex zu zweit im Bett wirklich gefällt. Maria kommt aus einem religiösen Elternhaus und erforscht seit kurzem, wie ihre sexuellen Wünsche mit ihrem Glauben zusammen gehen können.

 

Sich frei machen von konventionellen Vorstellungen mit Spaß am Erkunden der eigenen Vorlieben: Katharina lebt das bereits seit längerem und möchte ihre Sexualität nicht mit einem Etikett versehen. In diesem Sommer arbeitet sie daran, mit ihrem Alleinsein besser klarzukommen und verliebt sich. Nach einem Bruch mit der eigenen Familie, fühlt Medusa sich inzwischen in der BDSM-Szene zu Hause. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen will sie gern an andere weitergeben.

Mehr als eine Zweierbeziehung: Lisa und Chris leben in einer offenen Ehe und reden viel über ihre Ängste und Lüste. In diesen Sommer wollen sie ausprobieren, wie es ist, wenn jeder einzeln auf Dates geht. Mit 19 Jahren traf Nina die Liebe ihres Lebens und es war klar, dass sie trotzdem immer wieder Neues ausprobieren wollte. Inzwischen hat sie mit ihrem Partner zwei Kinder  – an ihrem Sexleben hat das wenig geändert: Sie leben sich weiterhin aus, ziehen jetzt aber häufiger allein durch die Nacht.

Nichts ist einhundert Prozent safe – aber „sicherere“ Räume sind vor allem für queere Menschen wichtig. Elizabeth ist eine trans Frau und fühlt sich in Berlin zum ersten Mal frei. Sie ist oft in der BDSM-Szene unterwegs und entdeckt neue Seiten an sich. Marque hat häufig Erfahrungen von Fetischisierung gemacht. Sie ist sich unsicher, wie sie wieder zu ihrer Unbeschwertheit zurückfinden kann, wenn die Probleme innerhalb der sexpositiven Szene nicht angegangen werden.

Marie Villetelle wurde 1990 in Paris geboren und lebt seit 2012 in Berlin. Sie studierte Geisteswissenschaft mit Schwerpunkt Literatur und Film in Frankreich. Nach ihr Master-Studiengangs in deutsch-französischem Journalismus war sie seit 2013 als Autorin in den Bereichen Stoffentwicklung, Produktion und Redaktion bei Berlin Producers Media tätig. Als Französin realisiert sie viele Dokumentationen für ARTE, wie zum Beispiel Folgen der Reihe „Zu Tisch“, „Re:“ und „Psycho“. 2022 realisierte das Film Der Traum von fünf Prozent – Unterwegs zu den kleinen Parteien als Headautorin für die ARD und das ZDF. Seit 2023 ist sie Freiberuflich tätig und realisierte für die ARD-Mediathek in Auftrag der RBB die Doku-Serie F*ck Berlin. Die Themen, die sie bewegen, drehen sich um Menschen, Kultur und Gesellschaft. Spannend findet sie auch innovatives Storytelling und Serien.

Psycho

Psycho

 

              

Wir sind Psychos, und wir reden darüber. Die zehnteilige Arte-Reihe „Psycho“ lässt Betroffene von psychischen Phänomenen und Krankheiten zu Wort kommen. Offen, berührend und authentisch erzählen Menschen, wie es sich anfühlt, depressiv oder schlaflos zu sein. Wie es ist sich zu trennen oder die Welt als Autist zu erleben. Unterstützt wird das durch metaphorische Bilder, die mit höchstem visuellem Anspruch das Emotionale der Aussagen unterstreichen. Dazu erklären Wissenschaftler wie Psychologen, Psychiater, Neurologen und Biologen, wie der Zustand körperlich zu erklären ist. Diese Mischung aus entwaffnender Offenheit der Betroffenen mit wissenschaftlicher Grundlage zu komponierten Bilderwelten, macht dieses Format zu etwas Besonderem.

Bei der Themenauswahl mischen sich psychische Krankheiten wie Autismus oder narzisstische Persönlichkeitsstörungen mit eher alltäglichen Phänomenen wie Schlaflosigkeit oder der Trauer. Damit wird klar, dass jeder Mensch mit seiner Psyche zu tun hat und dass das nicht immer einfach ist. Eines der Kernanliegen der Reihe ist es, zu entstigmatisieren: In Sachen Offenheit sind wir zwar einen Schritt weitergekommen, aber noch lange nicht am Ziel. Immer noch gelten Menschen, die psychisch leiden, bei vielen als schwach. Sie behandeln zu lassen, eine Therapie aufzusuchen, ist noch lange nicht überall selbstverständlich. Dabei ist die psychische Verfassung vieler so angegriffen, wie selten: Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Inflation, das alles sind Themen, die auf der Seele lasten. Höchste Zeit also darüber zu sprechen, was uns allen auf der Seele liegt.

In jeder Folge kommen drei Protagonisten zu Wort, die selber unter dem Phänomen leiden oder Angehöriger eines Betroffenen ist. Sie alle sprechen über ihre Erfahrungen, ihr Leiden und darüber, was geholfen hat. Die Menschen kommen aus Frankreich, Deutschland, Spanien, Dänemark, Asien und Australien. Die metaphorischen Bilder, die für genau ihre Situation gefunden werden, fangen bildlich ein, was oft nicht in Worte zu fassen ist: Emotionen werden transportiert. Dazu sprechen Expert*innen aus Deutschland und Frankreich über das, was wir wissen über dieses seelische Phänomen.

Es geht ein Weg da raus und es ist ihn auch schon jemand gegangen. Das ist es, was wir mir Psychobugs zeigen wollen. Wir alle hocken im gleichen, virusverseuchten Pandemie-Boot und kämpfen mit ähnlichen Problemen: Wir trinken zu viel, langeweilen uns, vermissen Berührungen oder wollen endlich mal wieder allein sein. Unsere Instagram-Reichweite nimmt ab, wir nehmen zu, wir wollen Sex und kriegen keinen und die Langeweile wird unser ständiger Begleiter. Manche Menschen macht das depressiv, und das nicht im umgangssprachlichen Sinn, sondern tatsächlich. Andere werden aggressiv, wieder andere kämpfen mit Panikattacken.

Und jetzt? Überall in Europa gibt es Menschen, die genau das durchmachen und einen Weg gefunden haben, damit umzugehen. Sie sind nicht perfekt, sie sind real. Sie sind keine Ratgeber oder studierte Experten, sie sind sie selbst. Was sie tun, das haben sie selbst ausprobiert. Sie haben keine Patentrezepte, aber sie machen was. Das beste aber: Sie erzählen es uns. Damit wir es genauso machen oder ganz anders. Damit wir voneinander lernen, aber noch viel mehr damit wir voneinander erfahren. Denn wir alle sind Psychos! Wir alle kämpfen mit unserer Psyche, wir alle sind verrückt. Und dass das normal ist, das zeigen wir in Psychobugs.

Dazu veröffentlichen wir nach und nach zehn Videos mit einer Länge von circa zehn Minuten. Die Filme werden auf dem YouTube-Kanal des deutsch-französischen Kulturkanals ARTE ebenso zu sehen sein wie in deren Mediathek. Los geht es im Dezember 2020:

Es ist besser geworden, aber gut ist es noch lange nicht. Zugegeben, man kann heute offener als noch vor zehn Jahren darüber reden, dass man depressiv ist, von Panikattacken heimgesucht wird, auf Sex in Fesseln steht oder zwanghaft bis 100 zählt, bevor man das Haus verlässt, aber selbstverständlich ist es noch lange nicht. Während solche Offenbarungen in liberalen Milieus vielleicht mit einem Schulterklopfen, der Empfehlung eines Lebens-Coaches oder einem schiefen Blick abgetan sind, gibt es Umgebungen, in denen man besser die Klappe hält. Zumindest, wenn man noch mitspielen will beim Tischtennis, die Pause lieber mit Kollegen als allein verbringt oder auf eine Beförderung hofft.

Denn wenn die Psyche nicht mehr mitspielt, wenn vielleicht eine psychische Erkrankung vorliegt, dann sind Vorurteile, Ressentiments und Ängste immer noch an der Tagesordnung. Dabei ist das Quatsch: Depressive sind nicht schwach, ein Fetisch macht einen nicht zum Perversling und Schizophrenie ist nicht ansteckend.

Was richtig wäre: Wenn die Psyche Kapriolen schlägt, redet man darüber, holt sich Hilfe und gut ist. So wie bei Gastritis oder einem Beinbruch. Solange die Lage also nur besser, aber nicht gut ist, muss man was dagegen tun.

Unser Weg: Wir reden darüber. Wir lassen Menschen ihre Geschichte erzählen: Die, die betroffen sind, die, die versuchen zu helfen und die, die mit den Betroffenen leben. Jeder hat seine Sicht, jeder darf sie erzählen. Wir bemitleiden nicht. Wir dramatisieren nicht. Wie beschönigen nicht. Wir hören zu.

Und wann ist es gut? Wenn alle wissen: „Psycho“ sein ist einfach nur normal.

Wir sprechen nicht übereinander, bei uns kommen die zu Wort, die es betrifft. Menschen, die mit ihrer Psyche kämpfen, sprechen über sich, ihr Leben und ihre Wahrnehmungen. Sie erklären nicht, sie geben keine Ratschläge, sie erzählen.

Dazu äußern sich diejenigen, die mit professioneller Hilfe unterstützen: Therapeuten, Ärzte, Coaches. Auch sie reden über sich. Warum machen sie, was sie machen? Was begeistert oder ärgert sie? Was lässt sie hoffe, was verzweifeln? Bei uns sitzt niemand im weißen Kittel, sondern jemand der sich mit der Psyche auf eine andere Art vertraut gemacht haben als die Betroffenen. Wir blicken hinter das Bild des allwissenden Experten und lernen sie als Menschen kennen. 

Dazu hören wir auch dem Umfeld zu. Wie ist es als Bruder, Mitbewohner*in, Kolleg*in oder Liebhaber*in mit dieser Spielart der Psyche umzugehen? Beängstigend oder unbedeutend? Nervig oder anregend? Was denken sie und wie sieht es in ihrem Inneren aus?

Wer sind die Psychos bei den Berlin Producers? Im Grunde haben wir hier alle mehr als einen Tick und das ist vermutlich auch der Grund, warum wir uns so gut verstehen: Wir begegnen uns mit liebevollem Respekt und nehmen uns nicht immer allzu ernst. Denn wir haben verinnerlicht: Wir alle sind Psycho.

Um die langen und kurzen Filme kümmern sich eine ganze Menge Menschen: Kamerafrauen und -männer, Tonassistent:innen, Editor:innen, Grafiker:innen, Produktionsverantwortliche, Sprecher:innen und, und, und. Hier stellen wir mal die drei Personen näher vor, die für den Inhalt der Filme verantwortlich sind.

Antje Behr

Antje füttert Fliegenlarven mit Zuckerwasser, fährt Gewittern hinterher und stellt Leitern in Seen auf, kurzum, sie macht alles, was man für ein gutes Bild braucht. Ihren Abschluss in Regie im Dokumentarfilm hat sie in Berlin gemacht und ein Semester in Israel studiert. Neben Studium und Beruf beschäftigt sich Antje seit jeher mit Fotografie, Grafikdesign und produziert Videos. Wenn das alle nicht reicht, um das Energiebündel auszulasten lernt sie Bibel-Hebräisch und arbeitet im Freiluftkino.

Psycho liegt ihr besonders am Herzen. Es ist ihr wichtig, Vorurteile abzubauen und den Menschen zu zeigen: Wir alle kämpfen doch mit irgendwas. Ist es da nicht leichter, wenn man darüber spricht?

 

Marie Villetelle

Marie kann zaubern: Immer, wenn man einen Protagonisten sucht, der seine Geschichte gut erzählen kann, sagt sie: Warte einen Moment. Dann tippt sie wild auf dem Smartphone rum, schreibt was am Laptop und schwupp, zieht sie jemanden aus dem Hut, der sympathisch und wunderbar ist. Die Französin ist bestens vernetzt, ebenso vielseitig interessiert wie klug und so charmant, dass man ihr nichts abschlagen kann. In Frankreich studierte sie Geisteswissenschaften mit Schwerpunkt Literatur und Film und deutsch-französischen Journalismus.

Marie ist Feuer und Flamme für das Projekt Psycho. Sie will Menschen eine Bühne geben, damit sie sich zeigen können, wie sie sind. Ihre Überzeugung: Wir sind weder verrückt noch schwach, wir sind nur Psycho.

Jessica Krauß

Jessica en twickelt und produziert schon seit vielen Jahren Film, doch Psycho ist was besonders für sie. Protagonisten eine Plattform zu geben, die mit ihrer Psyche zu tun haben, ist ihr ein Herzensanliegen, denn sie weiß aus persönlicher Erfahrung, was für Kapriolen die Psyche schlagen kann. Daher hat ihr Herz einen Sprung gemacht, als ARTE in Form eines ebenso schlauen wie witzigen Redakteurs zu ihr kam und sie bat ein Konzept zu schreiben: Mach was über die Psyche. Nix wissenschaftliches. Nix bedrückendes. Sondern was Ehrliches und was, das Mut macht. Herausgekommen sind „Psycho“ und „Psychobugs“. Jessica freut sich, dass sie mit einen so kreativen, engagierten und humorvollen Team ihr Herzensprojekt umsetzen darf.

6. Deutscher Medienpreis Depressionshilfe, 3. Platz:
Antje Behr und Marie Villetelle, rbb/ARTE, für den Beitrag: „Psycho, Ich depressiv“

Der Film „Psycho, Ich depressiv“ wurde von der Jury als außergewöhnlich eingestuft, weil er vieles in hoher inhaltlicher und journalistischer Qualität zusammenbringt: Interviews mit Betroffenen, Experten-O-Töne, Erklärungen im Off und metaphorische Darstellungen. Die Reportage erzählt sehr elaboriert und stilistisch außergewöhnlich aufbereitet von der Lebenswelt verschiedener Menschen mit Depression und ergänzt dies durch die fundierte Einschätzung von Fachleuten. Besonders stechen die bildlichen, künstlerisch anmutenden Metaphern hervor, die genutzt werden, um die Depression zu visualisieren und fühlbar zu machen. Mit diesem formal ambitionierten Stilmittel gelingt es, die Erkrankung für Außenstehende nachvollziehbarer werden zu lassen. Die Jury hebt außerdem die fachliche Tiefe des Beitrags hervor. Alle wichtigen Fakten zur Erkrankung und deren Behandlung sowohl mit Psychotherapie als auch mit Medikamenten sind im Beitrag differenziert aufgeführt.

Foto: Holger Peters