Zu Tisch: Lykien

22.04.2024 - 11:55 Uhr

Ein Film von Elke Sasse

Westlich von Antalya schlängelt sich die türkische Küste in teils bizarren Formen am Mittelmeer entlang. Vom Meer hinauf erstrecken sich Berghänge bis hoch zum Taurus-Gebirge. Hier liegt Lykien.

Die Küstenorte leben vom Tourismus, in den Bergdörfern ist davon nichts zu spüren.
Ahmet und Gülistan Ekiz leben in Gökbük, einem kleinen Dorf, eine halbe Autostunde von der Küste gelegen. Hier wachsen Granatapfelbäume soweit das Auge blickt.
Auch Ahmet baut Granatäpfel an. In der Erntezeit werden sie weiterverarbeitet. Die Frauen klopfen die Kerne heraus und Ahmet presst den Saft. Ein Teil wird gekocht, zu Granatapfelessig.

Gülistan kocht am liebsten zusammen mit ihren Nachbarinnen auf dem Holzfeuer im Hof: Tarhana ist eine Suppe, die in der Erntezeit aus Gemüse und Mehl zubereitet und dann für den Winter getrocknet wird.

Ihre Tochter Devrim hat Tourismus studiert und lange an der Küste gelebt. Nun möchte sie in ihr Dorf zurückkehren. Sie hat ein kleines Restaurant eröffnet und wartet nun auf Gäste.
Am liebsten kocht sie Gerichte mit Granatäpfeln. Zum Beispiel Nar Tatlısı, eine Süßspeise aus Granatapfelsaft oder Arapaşı, ein Huhngericht, das in anderen Teilen der Türkei mit Zitronensaft zubereitet wird, hier aber natürlich mit Granatapfelessig…

Die Lykier waren ein Volk mit eigener Kultur und Sprache. Noch heute gibt es Überreste aus der antiken Zeit. Ahmet interessiert sich für die Geschichte. Ween sich eine Gelegenheit ergibt, führt er Besucher in das nahe gelegene Arykanda.

Am Abend sitzt die Familie am liebsten auf einer der Terrassen, die Devrim für ihre Gäste bauen ließ. Unter ihnen rauscht der Fluss…