Zu Tisch: Marokko

07.07.2019 - 18:40 Uhr

Ein Film von Silvia Palmigiano

Karge Landschaft prägt den Südwesten Marokkos. In der Provinz Tafedna, 150 km nördlich von Agadir, werden auf dieser trockenen Erde Arganbäume kultiviert. Sie gehören zu den ältesten und seltensten Pflanzen der Erde und gedeihen nur auf wenigen Landstrichen in Marokko. Während der monatelangen Trockenperioden suchen sie sich ihr Wasser in bis zu 40m Tiefe. Regnet es länger nicht, stellen sie ihr Wachstum einfach für ein paar Jahre ein. Die dornigen Bäume bringen eine wahre Wunder-Frucht hervor. Aus ihren Samen wird das wertvolle Arganöl gepresst.

Typisch marrokanische Gerichte werden in der Region mit dem Öl zubereitet: Tajine mit Ziegenfleisch, Leberspieße, Cous Cous und Auberginen Salat.

Für die Arganproduktion schließen sich die Frauen in ganz Marokko in Kooperativen zusammen. Das macht die Arbeit effizienter. Vor 6 Jahren ist Halima aus Casablanca der Liebe wegen ins Dorf gezogen und leitet seitdem die örtliche Kooperative.

Sie ist die einzige Frau im Dorf, die Auto fährt und die für spezielle Zutaten für ihre Gerichte auch mal ins 2 Stunden entfernte Agadir fährt.

Für ihren Stiefsohn Brahim sind die Argan Bäume auch wichtig – In dem unwegsamen, trockenen Gelände finden seine akrobatischen Tiere ihre Nahrung – das Fleisch der Arganfrucht. Dafür klettern sie in die dornigen Bäume und fressen die Früchte – den Kern spucken sie aus. Sein Neffe Ayoub hilft nach der Schule gerne im Haushalt. Entweder kocht er zusammen mit seinem Onkel eine regionale Tajine oder er streift mit seinem Esel über die Argan Felder auf der Suche nach geeigneten Ästen für seine gegrillten Leberspieße. Beim gemeinsamen Abendessen testet Halima dann gerne ihre neuesten Ideen – zum Beispiel ein Kräuterpeeling – mit den Resten aus der Arganöl Produktion, Henna und einheimischen Kräutern.