Zu Tisch: Matera

03.08.2019 - 19:15 Uhr

Ein Film von Stefanie Fleischmann

Matera in Süditalien, im Osten der Basilikata, zählt zu den ältesten Städten der Welt. Die Sassi – in Stein gehauene Höhlenwohnungen – sind weltberühmt und stehen unter dem Schutz der Unesco. Nach wie vor besteht das ganze Zentrum nur aus Kalkstein, was der Stadt ihr einzigartiges Gesicht verleiht und Besuchern das Gefühl gibt, eine Zeitreise zu erleben. In einer dieser Wohnhöhlen lebt Großvater Pino Sigillino mit seiner Familie. Seine Tochter Nastassja ist berufstätig, deshalb kümmern sich die Großeltern viel um ihre fünf Enkel, die im Nachbarhaus wohnen.

Seit Pino im Ruhestand ist, hat er Zeit zu kochen, am liebsten seine beliebte Parmigiana. Normalerwiese gibt man in den Auberginenauflauf nur Käse und etwas Salami. Pino bereitet extra noch kleine Fleischbällchen zu und gibt sie in den Auflauf, denn das lieben seine jüngsten Enkel sehr. Seine Frau Antonella lehrt ihre Enkel die alten Rezepte. Mit ihrer Enkelin Amelié backt sie die berühmten Strazzate, Mandelkekse, die zum Kaffee gereicht werden.

Tochter Nastassja und ihr Ehemann Marcello arbeiten beide im alten Kloster in einer sozialen Einrichtung, die sich für Menschen mit schwieriger Vergangenheit einsetzt. Auch die lokale Küche trägt zur Integration bei. Heute kocht Nastassja mit Migranten ein traditionelles Gericht aus Matera. Die Crapiata war früher ein Arme-Leute-Essen, weil diese Eintopfvariante hauptsächlich aus Hülsenfrüchten besteht.

Auch zu Festtagen gibt es in Matera eine Art Lamm-Eintopf, die „Pignata“, die in einer Terracotta-Vase serviert wird. Antonella und ihr Freund Angelo bereiten heute eine Pignata zum Abendessen für die Großfamilie vor. Die Pignata wird mit allerlei verschiedenem Gemüse und Lammfleisch gefüllt. Dann bringt Antonella sie zum Bäcker, um sie mit Brotteig im Steinofen überbacken zu lassen.

Marcello gibt einen Workshop in 3D Druck. Mit dieser Technik hofft er, die Sanierung der Sassi voranzutreiben. Längst nicht alle Wohnhöhlen von Matera sind renoviert. Viele sind baufällig, manche komplett verfallen. An vielen Stellen wird saniert, doch um diesen einzigartigen kulturhistorischen Schatz zu bewahren, braucht es neue Technologien wie diese.