Der Traum von fünf Prozent – Unterwegs zu den kleinen Parteien

Der Traum von fünf Prozent – Unterwegs zu den kleinen Parteien

Der Traum von fünf Prozent – Unterwegs zu den kleinen Parteien

Ein Film von Marie Villetelle u.a., 90 min, ZDF/ARD/rbb/hr 2021

Noch nie waren so viele Parteien zu einer Bundestagswahl zugelassen wie 2021. Das politische Spektrum wird größer.

Neben den sieben etablierten Parteien, die bereits im Bundestag vertreten sind, beteiligen sich auch viele kleine Vereinigungen am Wahlkampf. Und das trotz schwieriger Bedingungen in Pandemie-Zeiten. Ihr Traum ist es, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen und ins Parlament einzuziehen.
Manche Parteien haben eine lange Geschichte, andere sind neu gegründet. Einige haben nur wenige Hundert Mitglieder, andere mehrere Zehntausend. Ihre Themen sind höchst unterschiedlich: Es geht um Humanismus, Klima, Tierschutz, Heimat, Migration oder Gesundheit.

Was steckt hinter diesen Parteien? Oder besser: Wer? Ein Reporterinnen-Team war im Juli und August in Deutschland unterwegs. Ein knallroter Wohnwagen stand auf Marktplätzen oder in Biergärten, bei Sonne oder Regen. Hier konnten die Parteienvertreter über Programme, Ideen und Interessen sprechen. Und ihre Argumente mit potenziellen Wählerinnen und Wählern austauschen.

Eingeladen waren alle Parteien, die mit mindestens einer Landesliste zur Bundestagswahl antreten. Aus der Reise zu den kleinen Parteien wurde ein politisches Road-Movie durch das Deutschland der sogenannten „Sonstigen“.

 

Sisis Erben – Die Kinder der Kaiserin Elisabeth

Sisis Erben – Die Kinder der Kaiserin Elisabeth

Sisis Erben – Die Kinder der Kaiserin Elisabeth

Ein Film von Martin Koddenberg, 52 min., ZDF/ARTE 2022

Von wegen ‘liebevolle Mutter’: Die echte Kaiserin Elisabeth von Österreich ist das genaue Gegenteil von dem, was die legendäre “Sissi”-Trilogie aus den 1950er Jahren zeigt. Die exzentrische Sisi rückt Zeit ihres Lebens ihre eigenen Interessen in den Vordergrund. Wie lebt sie mit ihren Kindern?

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in der ARD-Mediathek

Nach der Hochzeit mit Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1854 bekommt Sisi den Druck der Verwandtschaft zu spüren: Der Fortbestand der Dynastie hängt an der jungen Frau. Ein Jahr später, mit 17 Jahren, bringt sie ihr erstes Kind; Sophie; auf die Welt. Doch auch die Geburt der zweiten Tochter, Gisela, erfüllt nicht die Erwartungen an einen männlichen Nachfolger. Als Sophie 1857 während einer Ungarn-Reise stirbt, zeigen sich tiefe Risse in der Beziehung der Eltern.

Erst die Geburt des Thronfolgers Rudolf 1858 kann die Situation entschärfen. Daraufhin nimmt Sisi für zwei Jahre Reißaus. Ihr Kinder wachsen in dieser Zeit ohne sie auf – als Sisi zurückkehrt, erkennen sie “die fremde Frau” nicht.

1868 bringt Sisi im heutigen Budapest ihr viertes Kind zur Welt, Marie Valerie. Diese “ungarische Tochter” wird von ihrer Mutter mit Liebe und Zuneigung geradezu erdrückt. Als sie sich emanzipiert, heiratet sie in die “Skandal-Linie” der Habsburger ein, äußert sich deutsch-national. Trotzdem sorgt sie mit ihren neun Kindern und zahlreichen Enkeln dafür, dass die Familie bis heute weit verzweigt ist.

Dass Kaiser Franz Joseph den Thronfolger zu einem strammen Soldaten erziehen lässt, kann Sisi gerade noch verhindern. Der Kaiser hält ihn fortan von allen Entscheidungen fern. Rudolf flüchtet sich in eine Welt von Drogen und Alkoholexzessen. Er bringt sich und seine Geliebte um. Sisi erwischt das auf kaltem Fuß: Die Kaiserin hat sich mehr und mehr von ihrer Familie abgewandt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt, die in erster Linie aus Reisen, Reiten und Dichten besteht. Kaiser Franz Joseph sorgt sich derweil um die vaterlose Enkelin Elisabeth-Marie, genannt “Erszi”. Sie wird zur Rebellin am Wiener Hof. Nach dem Untergang des Kaiserreichs beginnt sie ein neues Leben in SPÖ-Kreisen und heiratet einen Vertreter der Wiener Arbeiterklasse.

Das Humboldt Forum

Das Humboldt Forum

Das Humboldt Forum – Ein Schloss für Berlin und die Welt?

Ein Film von Dag Freyer und Friederike Schlumbom, 60 min, rbb/ARD 2021

Das Humboldt Forum im Berliner Stadtschloss ist das aufsehenerregendste und meistdiskutierte Kulturprojekt der letzten Jahre in Deutschland. Warum wurde der Palast der Republik abgerissen, um ein Schloss wiedererstehen zu lassen, das auch an kaiserliche Weltmachtfantasien von Deutschlands „Platz an der Sonne“ erinnert? Wie können an diesem Ort auch Sammlungsbestände ausgestellt werden, die aus kolonialen Kontexten stammen? Kann an diesem Ort wirklich der Dialog auf Augenhöhe der Weltkulturen initiiert werden, für den das Humboldt Forum stehen möchte? Wie funktional ist der moderne Neubau hinter den rekonstruierten Fassaden? Wie entwickelt sich die Nutzungskonzept, das ganz unterschiedliche Akteure unter einem Dach und der Bezeichnung „Humboldt Forum“ vereint?

Wie die Elbphilharmonie in Hamburg ist das Berliner Stadtschloss ein Bau mit einer großen Strahlkraft weit über die Stadt hinaus. Nach seiner Fertigstellung wird es Besucher aus aller Welt anlocken. Der Film zeichnet die Genese des Humboldt Forums nach, erzählt von der Baugeschichte der Schlossrekonstruktion ebenso wie von den Debatten um seine Inhalte, und gibt einen Vorgeschmack auf das, was die Besucher hinter den strahlenden Barockfassaden erwarten dürfen.

Regisseure des Filmes sind Dag Freyer, der die Bestände der Stiftung Preußischer Kulturbesitz kennt wie kaum ein anderer Filmemacher, und Friederike Schlumbom, die das Humboldt Forum seit dem Baubeginn des Berliner Schlosses filmisch begleitet hat.

Der Karneval der Tiere – Ein Musikstück erzählt

Der Karneval der Tiere – Ein Musikstück erzählt

Der Karneval der Tiere – Ein Musikstück erzählt

Ein Film von Holger Preusse und Philipp Quiring, 52 min., WDR/ARTE 2021

Der „Karneval der Tiere“ (frz. „Le Carnaval des animaux“) ist sein bekanntestes Stück. Dabei wollte Camille Saint-Saëns es zu Lebzeiten nie veröffentlichen. Zum 100. Todestag des Komponisten im Dezember 2021 erzählt uns das Musikstück selbst, wie es zu dem geschwinden Geburtsakt der „Großen zoologischen Fantasie“ im Kopf des Komponisten kam. Es sind die Noten, die uns von ihrer Leidensgeschichte und von ihrem Triumph auf den großen Bühnen der Musikwelt berichten.

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Nominiert für den Rose d’Or-Award 2021 in der Kategorie „Arts“ sowie für den Golden Prague Award 2021

Camille Saint-Saëns‘ „Karneval der Tiere“ sollte nach dem Willen seines Schöpfers nur einmal erklingen, nämlich im März 1886, am Faschingsdienstag in einem Pariser Salon. Und nun stielt dieses Stück Camilles Saint-Saëns‘ anderen Werken seit hundert Jahren die Show. „Der Schwan“, „Das Aquarium“, die „Schildkröten“ und „Fossilien“ sind Evergreens.
Regisseure haben Saint-Saëns‘ Musik nach Hollywood geholt und in ihren Filmen verwendet. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes ist „Das Aquarium“ die Erkennungsmelodie. Namenhafte Autoren wie Peter Ustinov, Loriot und Roger Willemsen haben zum „Karneval“ Geschichten geschrieben – nicht immer zum Vorteil der Musik.

Der Saint-Saëns Biograf und Musikwissenschaftler Michael Stegemann sagt: „Ich würde dem ‚Karneval der Tiere‘ wünschen, dass er den ganzen Ballast der Popularisierungen eines Tages hinter sich lassen kann, dass man diesem Werk wirklich einmal zuhört und es sich so anschaut, wie es gemeint war, nämlich als eine unglaublich intelligente, witzige, aber eben auch anspruchsvolle Komposition, in der musikalische Meisterschaft und typisch französischer Esprit einander die Hand reichen.“

Der Film zeigt, dass der „Karneval“ mehr ist als die musikalische Charakterisierung und Überzeichnung verschiedener Tierarten, zu denen Camille Saint-Saëns auch die Gattung der „Pianisten“ zählt. Im „Karneval“ finden sich zahlreiche zeitgeschichtliche und biographische Bezüge, die die venezolanische Pianistin Gabriela Montero, die französisch-belgische Cellistin Camille Thomas und der US-amerikanische Organist und Komponist Cameron Carpenter aufzeigen.

Für die Dokumentation wurden Musiknoten aufwändig animiert, die uns die Geschichte aus der Perspektive des Musikstückes erzählen. Die Rolle des Sprechers hat der Schauspieler Sebastian Koch übernommen. Ein eigens für den Film zusammengestelltes Orchester lässt die Musik des „Karnevals der Tiere“ erklingen.

Konzertfilm-Trilogie mit Robin Ticciati und dem DSO

Konzertfilm-Trilogie mit Robin Ticciati und dem DSO

Konzertfilm-Trilogie mit Robin Ticciati und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin

Ein Konzertfilm von Frederic Wake-Walker und Martin Baer, 2021

Im DSO-Player verfügbar

Klassik mal anders: Im Club Sisyphos interpretieren Chefdirigent Robin Ticciati und das DSO Ondřej Adámeks ›Dusty Rusty Hush‹ – ein Stück, das der in Berlin lebende Tscheche anlässlich der Stilllegung einer Fabrik komponiert hat und mit dessen Interpretation das DSO auf die aktuell aussichtslose Lage der Berliner Clubszene aufmerksam macht.

Das Motto ›IM EXIL – VON GÖTTERN UND MENSCHEN‹ schlägt einen Bogen von der antiken Mythologie über die Renaissance bis zur Gegenwart: Die Friedrichswerdersche Kirche, die im Oktober für museale Ausstellungen wiedereröffnet wurde und direkt Pandemie-bedingt wieder schließen musste, stellt mit ihrer Skulpturensammlung des 19. Jhd. einen Begegnungsort der Künste dar. Dort beginnt der erste Teil des Films mit Gabrielis ›Canzon in echo duodecimi toni à 10‹. Ein Kontrapunkt zu Mozarts Jupiter-Symphonie auf Darmsaiten und Naturtrompeten, schallt mit Brittens ›Metamorphosen‹ mitten aus dem Wald.

Episode 1

Giovanni Gabrieli ›Canzon in echo duodecimi toni à 10‹ for Brass Player Ensemble

Igor Strawinsky ›Apollon musagète‹ – Ballet for String Orchestra

Ondřej Adámek ›Coups d’ailes‹ for Brass Player Octet and Space

 

Episode 2

Benjamin Britten ›Sechs Metamorphosen nach Ovid‹ for Oboe solo op. 49

Wolfgang Amadeus Mozart Symphonie No. 41, C mayor, KV 551 ›Jupiter‹

 

Episode 3 

Ondřej Adámek ›Dusty Rusty Hush‹ for Orchestra

Ondřej Adámek, Frederic Wake-Walker and DSO: Performative Improvisation for Orchestra

Im Auftrag des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO)

Live-Stream auf dso-player.de

Fotos: © Peter Adamik / Camille Blake