Beziehungskrisen – Wie Corona spaltet

Beziehungskrisen – Wie Corona spaltet

Beziehungskrisen – Wie Corona spaltet

Ein Film von Peter Podjavorsek und Adama Ulrich, 43min, MDR 2021

Viele kennen es: Ein Mensch, der einem nahe steht, vertritt seit dem Ausbruch der Coronapandemie plötzlich obskure Ansichten und behauptet, dass das Virus nicht existiert. Oder dass Bill Gates hinter allem steckt und Menschen beim Impfen gechipt werden, damit sie von den Mächtigen kontrolliert werden können. Nicht alle Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen denken so radikal, nicht alle sind Verschwörungsgläubige. Aber Corona spaltet: Familien, Freundschaften, unsere Gesellschaft. Allzu häufig scheitern Versuche, sich in freundschaftlich-kritischer Weise auseinanderzusetzen.

Woher kommt die Vehemenz in der Auseinandersetzung? Wie gehen wir damit um, als Einzelne, als Gesellschaft? Welche Strategien gibt es, wieder ins Gespräch zu kommen oder soll man es einfach lassen?

Das Autorenteam Peter Podjavorsek und Adama Ulrich besucht Menschen, die mit ihren Verwandten oder Freunden wegen unterschiedlicher Ansichten zu Corona im Clinch sind. Richard Zschech ist mit Verschwörungsmythen aufgewachsen. Heute hat er sich davon gelöst – und sieht seinen Vater nur noch gelegentlich. Marcus Fuchs, der Initiator von „Querdenken“ in Dresden, liegt ebenfalls mit seiner Verwandschaft im Streit. Bei Andrea S. waren Gespräche irgendwann gar nicht mehr möglich. Sie hat den Kontakt zu ihrer Mutter komplett abgebrochen. Dabei sind sich die meisten von ihnen einig: Menschen sollten miteinander im Gespräch bleiben. Denn nur so kann Demokratie funktionieren.

Tod in der Ostsee

Tod in der Ostsee

Wir Kinder der Mauer – Tod in der Ostsee

Eine Serie von Rikke Detlefsen und Jesper Clemmensen, 4 x 25 min, MDR 2021

Teil 1    Republikflucht
Teil 2    Die Unfall-Lüge
Teil 3    Schwestern im Westen
Teil 4    Spurensuche

September 1979. Ein Fischkutter vor Kap Arkona bekommt eine Leiche ins Netz, wenig später werden drei weitere Tote gefunden. Bei ihren Ermittlungen findet die Stasi auf einem Rügener Campingplatz eine verlassene Trutzburg. Bald wird klar, dass fünf Menschen beim Versuch der Republikflucht nach Dänemark ertrunken sind: Zwei Brüder mit ihren Ehefrauen und einem Kleinkind – alle aus dem gleichen sächsischen Dorf. Der tragische Tod entzweit die Familie über Jahrzehnte.

Die vierteilige Doku-Serie rekonstruiert die Tage und Wochen vor dem gescheiterten Fluchtversuch aus unterschiedlichen Perspektiven, erzählt aber auch die Jahre danach. Darüber hinaus ordnet er die Geschehnisse ein in die politischen Zusammenhänge des Jahres 1979: In der DDR waren mit der Biermann-Ausbürgerung alle Hoffnungen auf eine Liberalisierung unter Erich Honecker zerstoben, durch die Stationierung von SS20 und Pershing2 – Mittelstreckenraketen standen sich Ost und West unversöhnlicher denn je gegenüber, niemand vermochte sich seinerzeit vorzustellen, dass nur zehn Jahre später die Mauer fallen könnte. Die Lage schien festgefahren – und genau das könnte der Impuls für zwei junge Familien gewesen sein, fliehen zu wollen, ein Impuls, der sie in den Tod trieb.

Konzertfilm-Trilogie mit Robin Ticciati und dem DSO

Konzertfilm-Trilogie mit Robin Ticciati und dem DSO

Konzertfilm-Trilogie mit Robin Ticciati und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin

Ein Konzertfilm von Frederic Wake-Walker und Martin Baer, 2021

Im DSO-Player verfügbar

Klassik mal anders: Im Club Sisyphos interpretieren Chefdirigent Robin Ticciati und das DSO Ondřej Adámeks ›Dusty Rusty Hush‹ – ein Stück, das der in Berlin lebende Tscheche anlässlich der Stilllegung einer Fabrik komponiert hat und mit dessen Interpretation das DSO auf die aktuell aussichtslose Lage der Berliner Clubszene aufmerksam macht.

Das Motto ›IM EXIL – VON GÖTTERN UND MENSCHEN‹ schlägt einen Bogen von der antiken Mythologie über die Renaissance bis zur Gegenwart: Die Friedrichswerdersche Kirche, die im Oktober für museale Ausstellungen wiedereröffnet wurde und direkt Pandemie-bedingt wieder schließen musste, stellt mit ihrer Skulpturensammlung des 19. Jhd. einen Begegnungsort der Künste dar. Dort beginnt der erste Teil des Films mit Gabrielis ›Canzon in echo duodecimi toni à 10‹. Ein Kontrapunkt zu Mozarts Jupiter-Symphonie auf Darmsaiten und Naturtrompeten, schallt mit Brittens ›Metamorphosen‹ mitten aus dem Wald.

Episode 1

Giovanni Gabrieli ›Canzon in echo duodecimi toni à 10‹ for Brass Player Ensemble

Igor Strawinsky ›Apollon musagète‹ – Ballet for String Orchestra

Ondřej Adámek ›Coups d’ailes‹ for Brass Player Octet and Space

 

Episode 2

Benjamin Britten ›Sechs Metamorphosen nach Ovid‹ for Oboe solo op. 49

Wolfgang Amadeus Mozart Symphonie No. 41, C mayor, KV 551 ›Jupiter‹

 

Episode 3 

Ondřej Adámek ›Dusty Rusty Hush‹ for Orchestra

Ondřej Adámek, Frederic Wake-Walker and DSO: Performative Improvisation for Orchestra

Im Auftrag des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO)

Live-Stream auf dso-player.de

Fotos: © Peter Adamik / Camille Blake

Adoptiert

Adoptiert

Adoptiert

Eine Serie von Jean Boué, 3x 25min, WDR 2021

Jetzt in der ARD-Mediathek verfügbar

Eine Adoption. Das ist, wenn ein Paar ein fremdes Kind annimmt und wenn ein Kind fremde Eltern bekommt. Eine Adoption ist, wenn ein Traum in Erfüllung geht und ein Notstand aufhört. Doch bevor es dazu kommt, haben Paare oft kaum etwas unversucht gelassen, um ein leibliches Kind zu bekommen. Künstliche Befruchtungen, abgebrochene Schwangerschaften, Fehlgeburten. Die Adoption ist für viele die allerletzte Chance, überhaupt ein Kind zu bekommen.

Wenn eine Adoption gelingt, ist die Freude zunächst groß. Über Nacht entstehen Familien, in der sich das Kind und seine Eltern kennen und mit der Zeit lieben lernen. Doch es ist ein Einschnitt, es stellt das Leben der Eltern auf den Kopf. Adoptierte Kinder bringen unerklärliche Eigenarten und Vorgeschichten mit, die ihre neuen Eltern überraschen, sie herausfordern und immer wieder an Grenzen bringen. Eine Adoption ist eine Reise ins Ungewisse mit Höhen und Tiefen.

Für seine dreiteilige Erzählserie „Adoptiert“ hat Jean Boué fünf Paare getroffen, die von ihren Erfahrungen erzählen. So treten die Paare miteinander in einen Dialog, fast so, als sässen sie in einem Raum, als hörten sie einander zu oder würden miteinander interagieren. Die Erfahrungen der Elternpaare sind vergleichbar, sie ähneln und verdichten sich, manchmal scheint es fast, als sprächen sie von ein und demselben Kind. Dabei könnten die Paare unterschiedlicher kaum sein, sie sind alt und jung, aus Ost und West, ihre Adoption hat gerade begonnen oder sie ist schon ewig her.

In drei Folgen erzählen Die Paare von ihren Erlebnissen. Der erste Teil, „Schwierige Geburt“, handelt von den vergeblichen Versuchen, ein leibliches Kind zu bekommen und von der Entscheidung, eines zu adoptieren. Der zweite, „Begegnung des Lebens“, thematisiert den gemeinsamen Weg in ein neues Leben. In der letzten Folge, „Was drin steckt, steckt drin“, geht es um die Überraschungen und Unwägbarkeiten, mit denen alle Paare in ihrem Alltag mit adoptierten Kindern zu tun haben und hatten.

Die Idee für diesen Elternblick auf die Adoption entstand Ende 2019, gemeinsam mit dem Produzenten Stefan Pannen, der wie der Autor auch Adoptivvater ist. Doch während der Pandemie waren Recherchen, Reisen und Dreharbeiten fast unmöglich. Der Auslöser, den Film ausschließlich mit Gesprächen zu machen und auf andere Bilder gänzlich zu verzichten, entstand sozusagen aus der Not. Doch „Erzählfilme“ wie diesen hat es im Fernsehen und Kino immer wieder gegeben. Erfunden hat diese Form Eberhard Fechner, der vor über 50 Jahren die ersten Filme aus Gesprächen mit seinen Protagonisten montiert hat.

Der Traum von fünf Prozent – Unterwegs zu den kleinen Parteien

Der Traum von fünf Prozent – Unterwegs zu den kleinen Parteien

Der Traum von fünf Prozent – Unterwegs zu den kleinen Parteien

Ein Film von Marie Villetelle u.a., 90 min, ZDF/ARD/rbb/hr 2021

Noch nie waren so viele Parteien zu einer Bundestagswahl zugelassen wie 2021. Das politische Spektrum wird größer.

Neben den sieben etablierten Parteien, die bereits im Bundestag vertreten sind, beteiligen sich auch viele kleine Vereinigungen am Wahlkampf. Und das trotz schwieriger Bedingungen in Pandemie-Zeiten. Ihr Traum ist es, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen und ins Parlament einzuziehen.
Manche Parteien haben eine lange Geschichte, andere sind neu gegründet. Einige haben nur wenige Hundert Mitglieder, andere mehrere Zehntausend. Ihre Themen sind höchst unterschiedlich: Es geht um Humanismus, Klima, Tierschutz, Heimat, Migration oder Gesundheit.

Was steckt hinter diesen Parteien? Oder besser: Wer? Ein Reporterinnen-Team war im Juli und August in Deutschland unterwegs. Ein knallroter Wohnwagen stand auf Marktplätzen oder in Biergärten, bei Sonne oder Regen. Hier konnten die Parteienvertreter über Programme, Ideen und Interessen sprechen. Und ihre Argumente mit potenziellen Wählerinnen und Wählern austauschen.

Eingeladen waren alle Parteien, die mit mindestens einer Landesliste zur Bundestagswahl antreten. Aus der Reise zu den kleinen Parteien wurde ein politisches Road-Movie durch das Deutschland der sogenannten „Sonstigen“.