Zu Tisch: Wallis

14.02.2021 - 18:25 Uhr

Ein Film von Friederike Schlumbom

Im Schweizer Kanton Wallis liegt das Lötschental mit Blick auf das Bietschhorn, inmitten von vierzig Viertausendern. Das Tal gehört zum UNESCO-Welterbe und hat seinen ursprünglichen Charakter, die Bräuche wie auch die regionalen Spezialitäten bewahrt. Jedes Jahr findet vor Aschermittwoch die Lötschentaler Fasnacht „Tschäggätä“ statt. Junge ledige Männer in furchterregenden Verkleidungen und geschnitzten Holzmasken erschrecken die Bewohner. Die Maskenschnitzerei hat hier eine jahrhundertealte Tradition und wird von Generation zu Generation weitergereicht.

Während der kalten Jahreszeit mögen die Lötschentaler deftige Kost mit viel Käse und Trockenfleisch. Zum Dessert gibt es Süßspeisen wie „Sii“, ein Rezept aus in Wein eingelegtem Roggenbrot, Trockenfrüchten, Schnaps und Sahne.

Karin Ritler kam vor 30 Jahren aus Österreich in das Alpendorf Ried und lernte dort nicht nur ihren Mann Dani, sondern auch die regionale Küche kennen. Dani wuchs im Lötschental auf und ist wie viele hier Bauer und Skilehrer. Wenn Sohn Nathanael mit seinen Freunden abends hungrig nach „Tschäggättä“ bei den Ritlers zu Besuch ist, gibt es immer köstliche regionale Gerichte wie Raclette am Feuer. Karin kombiniert es mit eigenen Ideen, wie zum Beispiel sauer eingelegtem Wintergemüse. Und jeden Sonntag treffen sich Freunde und Verwandte bei den Ritlers zum Walliser Eintopf „Gsottus“. Das Gericht muss genau so sein, wie es Nathanaels Großmutter es seit jeher zubereitet. Dann kommt der Appetit mit dem Essen.