Inmitten von Chaos und Armut kämpfen 200 kongolesische Frauen und Männer für ihr Symphonieorchester – egal, wie mittellos sie eigentlich sind. Mit Herzblut üben die Musiker ihre Stücke ein. Die mehrfach ausgezeichnete Doku «Kinsasha Symphony» bewegt. …
Die Regisseure Wischmann und Baer halten in eindrucksvollen und authentischen Bildern nicht nur das Engagement der kongolesischen Musiker für ihr Orchester fest. Sie halten die Kamera auch auf das ungeordnete Treiben auf den selten asphaltierten Straßen Kinshasas oder sie zeigen die schwierige Situation, eine bezahlbare und dabei auch bewohnbare Wohnung zu finden.
Die Dokumentation ist verdient mehrfach ausgezeichnet und lief unter anderem auf der Berlinale. Was am Ende von 90 Minuten bleibt:
Ein innerer tosender Applaus für die kongolesischen Musiker – aber auch ein Hauch von Melancholie.
dpa
Von wegen Hipster
Nur Kinderwagen und Latte macchiato? Eine ARD-Doku beleuchtet den Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg – und zeigt, dass hier alle gar nicht so cool sind, wie sie’s gerne wären.
Prenzlauer Berg ist kein Mythos, Prenzlauer Berg ist ein Missverständnis. Und das besteht darin, dass der Stadtteil immer noch als Heimat der Hipster gilt, obwohl schon längst die Generation 08/15 dem Kampf um Häuser und Straßencafés gewonnen hat. Erschreckend deutlich wird das in der neuesten Folge der RBB-Reihe „Unter deutschen Dächern“, in deren Mittelpunkt der einstmals berlinischste aller Berliner Stadtteile steht.
TAGESSPIEGEL
Johannes Prinz von Thurn und Taxis wählte seine Braut, so sagt sie es selbst: wegen ihres „Backgrounds“. Gloria von Thurn und Taxis, geborene Gräfin von Schönburg-Glauchau, war 1980 zarte 20, als sie der 34 Jahre „ältere Herr“ ehelichte. „Die kommt aus ’nem guten Stall, die kann man noch formen“, mutmaßt die Fürstin, längst Witwe, heute über seine Motive: „Das ist wie in der Pferdezucht. Wenn das Material gut ist, kann man viel machen mit ’nem Pferd. Wenn das Pferd nicht verritten und kaputt ist, dann kann man damit noch große Turniere gehen.“
Mein Leben – Gloria von Thurn und Taxis heißt die Arte-Doku, die nun versucht, den Werdegang der 49-Jährigen in einer Dreiviertelstunde zu erklären. Es ist – ganz gleich, was man von ihrer Pferdezüchter-Poesie oder dem beinharten Konservatismus hält – ein schöner, unterhaltsamer Film geworden.
Caroline Haertel und Mirjana Momirovic, die Autorinnen, hätten es sich leicht machen und den Weisheiten der Fürstin nachträglich einen korrekten Kommentar überstülpen können. Nach dem Motto: Lady Gaga von Schloss Emmeram. Doch der fehlt. Frau Gloria darf reden, lachen und brüllen, soviel sie will.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
Fürstin Gloria enthüllt ihre Sündenstrategie
Nach dem Sündenfall ist vor dem Sündenfall. „Es ist normal, dass man schuldig wird. Der Mensch ist schwach“, sagt Fürstin Gloria. Entwaffnend ehrlich zeigte sich die Fürstin den Filmemacherinnen Caroline Haertel und Mirjana Momirovic. Sie könne gar nicht anders, sagt ihr Sohn. Die Direktheit – die sie bekanntlich häufig in die Schlagzeilen brachte – ist ein Wesenszug. „Man bekommt immer ihre echte Meinung“, so Fürst Albert. Glorias Direktheit macht den Film so sehenswert.
Die Adelige, die im nächsten Jahr 50 Jahre alt wird, öffnete für Arte ihr privates Filmarchiv. Zu sehen sind z. B. Szenen der legendären Geburtstagsfeier, die sie zum 60. Geburtstag von Fürst Johannes ausrichtete. Damals galt sie als schrille Fürstin, nicht als knallharte Geschäftsfrau. Von Papst Benedikt ist sie 2008 zur Komturdame mit Stern des St. Gregorius-Orden ernannt worden. Bischof Gerhard Ludwig Müller übergab die Auszeichnung. Der Film zeigt, wie sie dem verblüfften Kirchenmann zum Dank ein Bussi auf die Wange drückt. „So einen bunten Vogel habt ihr im Gregorius-Orden sicher noch nicht aufgegabelt“, sagte sie. Wohl wahr.
MITTELBAYERISCHE ZEITUNG
Eine Dokumentation über eine lebenslustige, gläubige, widersprüchliche und irgendwie liebenswerte Frau.
BILD
arte 09.06.2008
„Mit dem Atomeisbrecher ‚Jamal‘ geht es auf eine spektakuläre Fahrt ins gar nicht mehr so ‚ewige‘ Eis. – ‚Grüne‘ Produktionen wie dieser aufwändige Dreiteiler von WDR, Arte und RBB sind auch international begehrte TV-Handelsware.“
TV TODAY
„Der Kampf um die Arktis hat begonnen. Der Kampf für die Umwelt leider noch nicht. In einer spektakulären 3-teiligen Dokumentation entlarvt arte die Profiteure des Klimawandels.“
BZ
Journalistenpreis des Europäischen Parlamentes 2009
Die fernsehbüro-Produktion „Wer hat Angst vor Europa?“ ist heute mit dem Journalistenpreis des Europäischen Parlamentes ausgezeichnet worden. Parlamentspräsident Jerzy Buzek übergab die mit 5000 € dotierte Auszeichnung an den ausführenden Produzenten Stefan Pannen. „Wir freuen uns über die Auszeichnung“, sagte Pannen in Brüssel, „zumal wir den Film zu einem Zeitpunkt begonnen haben, als wir weder einen Sender noch eine Förderung dafür in Aussicht hatten.“
Die 70minütige Dokumentation von Elke Sasse und Kristian Kähler entstand im Auftrag von ZDF/arte (Redaktion: Martin Pieper) und wurde 2008 erstausgestrahlt.Polen im April 2004. Wenige Tage vor dem Beitritt Polens zur EU. In einem kleinen Dorf an der Grenze zur Ukraine bestellen die Bauern wie jeden Tag ihre Felder, führen die Kühe auf die Weide, melken. Von der neuen Zeit erwarten sie sich unterschiedlich viel:
• „Die Kleinen werden in die Taschen der Großen gesteckt“, befürchtet Zbyszek Iwanczuk, der mit seiner Mutter 12 Hektar Boden bestellt, zwei Schweine hält und Pferde, die er als Arbeitstiere benötigt.
• Viele Bauern sind ähnlich skeptisch, deshalb geht EU-Berater Wojciech Jaroszynski in diesen Tagen von Hof zu Hof, um den Leuten persönlich die Anträge für EU-Bodenzuschüsse vorbei zu bringen.
• Waldemar Wawrzyniak ist zögerlich, aber verhalten optimistisch. Er bewirtschaftet den Hof seiner Eltern und lebt selbst in der Stadt. Er hofft, dass es mit der EU vielleicht besser wird.
• Kasia und Marcin Wilgos dagegen wollen es wissen: Sie setzen alles auf eine Karte, wollen ihre alten Ställe abreißen, mit Krediten einen neuen EU-kompatiblen Stall bauen und neue holländische Turbokühe anschaffen.
Der Film begleitet die drei Bauern und den EU-Berater in den folgenden dreieinhalb Jahren: Die einen verschreiben sich mit Haut und Haar der neuen Zeit und setzen auf Modernisierung und Rationalisierung, die anderen bewirtschaften weiterhin mit dem Pferdepflug ihren Acker. Sie haben Träume – von Einfamilienhäusern, Urlaubsreisen oder ukrainischen Frauen, Hoffnungen, Wünsche. Nicht alle gehen in Erfüllung. Und Zbyszek wird am Ende tot sein.
Der Film dokumentiert exemplarisch, wie der EU-Beitritt Polens des Alltag in einem kleinen Dorf verändert und wie die große Politik in das Leben der EU-Bürger hineinwirken kann.
arte, 2006
Holger Preuße und Valérie Theobaldt gewinnen mit ihrem Film „Ein Laden in Paris – Orientalische Spezialitäten Chez Heratchian“ den Hans Strothoff-Journalistenpreis 2008.
„Ein kleines Geschäft mitten in Paris, gefüllt mit Gewürzen aus aller Welt: Der Film „Ein Laden in Paris – Orientalische Spezialitäten Chez Heratchian“ hat die Jury rundum überzeugt und den 1. Platz beim Hans Strothoff-Journalistenpreis, der am 12. November 2008 in Frankfurt am Main zum ersten Mal vergeben worden ist, belegt. „In diesem TV-Beitrag schmeckt und riecht man die Bilder nahezu“, so formulierte es ntv-Moderatorin Carola Ferstl in ihrer Laudatio. „Ein kleiner Laden, seine Erfolgsgeschichte und seine Schwierigkeiten – den Autoren ist es gelungen, ein rundes Bild zu zeichnen.“ Die Preisträger Valérie Theobaldt und Holger Preuße treffen mit ihrem Film, der im Kultursender ARTE ausgestrahlt wurde, die Intention des Hans Strothoff-Journalistenpreises auf den Punkt: Mit welchen unternehmerischen Ideen und Strategien behauptet sich der inhabergeführte Fachhandel in einer globalisierten Welt.“