arte 17.07.2008
Ein beunruhigender, ein brisanter Film, der viele Menschen aufhorchen lassen
wird.“
WAZ
Ein Horrorszenario: Wo früher Gelsenkirchen war, ist heute ein See. Nur vereinzelt ragen noch Fördertürme aus dem Wasser, an denen Neugierige in Ausflugsbooten vorbeischippern. Per Ansage der Grund: Vor zehn Jahren wurde aus Kostengründen entschieden, die Deiche einzuebnen und die Pumpen abzustellen, die das Kohleabbaurevier lange vom Wasser freigehalten haben. So sei die heutige Seenplatte entstanden, heißt es. Mit dieser sehr realistisch wirkenden Fiktion beginnt der fulminante Dokumentarfilm „Schäden für die Ewigkeit – Was von der Kohle bleibt“
WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU
ZDF/arte 2001-2007
Die Reisereportage eröffnet dem Zuschauer neue Horizonte – das Fremde wird
in die eigene Küche geholt.
videomarkt 7/2007
Keines der Fernseh-Formate zum boomenden Thema Essen zeichnet derzeit plastischer und zugleich müheloser ein Panorama der sozialen, ökonomischen und kulturellen Gegenwart Europas als die Arte-Reihe „Zu Tisch in …“. (…) Seit Januar 2001 brachte es der Sender auf mehr als 70 Folgen, die siebte Staffel wird gerade gedreht, und noch die achte Wiederholung schafft es am späten Sonntagnachmittag auf eine für Arte-Verhältnisse imposante Quote von mehr als 1,3 Prozent. (…)
In „Zu Tisch in …“ wird kein Zoobesuch im heilen Europa der Bauerdörfer und Ziegenhirten veranstaltet. In sorgsam inszenierten Szenen eines sentimentalischen Realismus sind die Protagonisten oft selbst Quer- oder Wiedereinsteiger, studierte Rückkehrer aus den Städten oder Kraftfahrer, die sich als Käser nützlich machen, die es auf dem Hof ihrer Vorfahren mit dem Anbau alter Obst- oder Weinsorten versuchen oder mit einer Straußenzucht auf dem Peloponnes. Und wenn sie nach dem Pilzesammeln „das Glück, auf dem Lande zu leben“ preisen oder auf die gute Ernte anstoßen, spricht nicht der idyllische Ureinwohner, sondern oft eine selige Melancholie, mit der Deutsche und Franzosen offenbar viel anfangen können. (…)
Das Ende dieser erzählten Miniaturen ist stets das gemeinsame Mahl mit Familie und Nachbarn, vom ewigen Jurastudenten bis zur zahnlosen Ur-Oma. Es ist ein besonders edler Zug der Reihe, dass diese anekdotisch zusammengeführten Mahlgemeinschaften sichtlich durch die Sendung gestiftet und in der Realität eher die Ausnahme sind. So wird die (filmische) Arbeit am Essen tatsächlich zum sozialen Medium schlechthin.
Die Welt, 19.10.2006
Der Jahresrekord des 20.15-Uhr-Sendeplatzes gelang der Doku-Serie „Zu Tisch in …“.
Sie erzielte einen durchschnittlichen MA von 0,87 % und wurde von 231 000 Zuschauern
gesehen.
ZDF/arte, 08/2005
ZDF 26.09.2006
Sandy, 25, bezahlt nur mit großen Scheinen. Zu peinlich wäre es, sich beim Heraussuchendes Kleingelds zu verrechnen. Erst vor kurzem wurde ihre Dyskalkulie entdeckt, eine Rechenschwäche, die ihr vieles im Leben verbaut hat. In einer Therapie gewinnt sie ihr Selbstvertrauen zurück. Dyskalkulie ist, im Unterschied zu Legasthenie, als Lernschwäche noch nicht überall in Deutschland anerkannt. Drei sympathische Schülerinnen mit Rechen- und Rechtschreibschwäche erzählen in Elke Sasses und Stefan Pannens Dokumentation von Hänselei, stundenlangen Hausaufgaben, zerkauten Nägeln und dem Erfolg von Therapien.
DER SPIEGEL
…Mit Mein Kind ist doch nicht dumm ist Elke Sasse und Stefan Pannen eine einfühlsame Dokumentation gelungen, die sich den Protagonisten mit ruhigem Blick nähert und Nicola, Julia und Sandy sehr ernst nimmt. So werden die drei auch in den Eigenschaften vorgestellt, in denen sie stark sind, werden nicht nur leidend und gebeutelt gezeigt, sondern als normale Menschen, die eben nur eine Sache nicht so gut können wie alle anderen.
FR-ONLINE
3sat 03.10.2004
„Big Brother ist ein Krimineller“
(…) Michael Grotenhoff und Saskia Kress zeigen in ihrer sehenswerten Dokumentation auf erschreckende Weise, wie einfach ein jeder zum Opfer elektronischer Spitzeltätigkeit werden kann. (…) Der Fachmann staunt, und der Laie wundert sich bei diesem Film. Geistiges Eigentum war vielleicht noch nie so schlecht geschützt, dem materiellen geht es nicht viel besser, wenn man an die Risiken von Online-Banking und Online-Shopping denkt. Manch ein Zuschauer wird sich nach diesem Film zurücksehnen in die Zeiten von mechanischer Schreibmaschine und Kurbeltelefon. Schade, dass so manches Spionageopfer am Samstagabend vor der „Sportschau“ und nicht vor diesem Film sitzen wird.
Neue Osnabrücker Zeitung
arte 16.11.2004
Aussteigerträume bedient diese Reportage über den deutschen Trapper Frank Müller nicht. Stattdessen erzählt Autor Stefan Pannen mit viel Sinn für rauen Realismus das Leben des Fallenstellers in Alaska. In die Schilderung des – zugegebenermaßen auch romantischen – Einsiedlerdaseins sind Bilder aus der Pelzindustrie hineingeschnitten. So werden die von verträumten Abenteurern gern vergessenen Zusammenhänge offensichtlich: Von der brutalen Drahtfalle im Schnee über die Fellauktionen in Seattle führt der Weg bis auf die europäischen Laufstege.
DER SPIEGEL
Auf den Spuren der Fallensteller.
Den Jungentraum vom Leben in der Wildnis, so wie es James Fenimore Cooper oder Jack London beschrieben haben, hat sich Frank Müller vor mehr als 20 Jahren erfüllt, als er zum Yukon in Alaska zog. Er hat das Fallenstellen erlernt und ist seit acht Jahren Herr über eine eigene „Trapline“ – nur er allein darf hier Fallen aufstellen.
Der Filmemacher Stefan Pannen hat mit seinem Team den Mann besucht, der von Oktober bis März ein riesiges Gebiet bewirtschaftet, das mehr als 500 Kilometer von Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon, entfernt liegt. Im unwegsamen Gelände muß Müller sich Jahr für Jahr mit dem Schneemobil einen festen Trail machen – erst danach kann er seine Fallen aufstellen. Er fängt vor allem Zobel.
Der Film begleitet Müller auch zu einer Pelzauktion in Seattle und verfolgt den weiteren Weg der Pelze über die Veredelungsbetriebe bis hin in das Atelier eines Berliner Kürschners. Außerdem zeigt Pannen einen 87 Jahre alten Indianer der First Nations, für die 70 Prozent aller Traplines reserviert sind und die Luchse, Vielfraße und Wölfe jagen.
HAMBURGER ABENDBLATT
arte 2003/2004
Die „Schulgeschichten“ vermitteln auf unterhaltsame Weise einen Eindruck vom Schulalltag junger Menschen in europäischen Nachbarländern. Die Filme wollen einen Beitrag bei der Suche nach Antwort auf die Frage leisten, für welches Schulsystem sich die Europäer eines Tages entscheiden sollen.
KATHOLISCHE SONNTAGSZEITUNG IM BISTUM AUGSBURG
In Frankreich bekomme ein Schüler keine zweite Chance, bemerkt fatalistisch eine Mutter aus der nordfranzösischen Stadt Caen. Was Filmemacher Holger Preuße vom dortigen Lycée Malherbe, einer Lehranstalt für 2000 Schüler, berichtete, bestätigte den Eindruck vom französischen Bildungssystem als einer elitefixierten, auf Selektion angelegten Institution.
Die Kamera war dabei, als Schüler die niederschmetternde Nachricht erreichte, dass sie das
Klassenziel verfehlt haben – von psychologisch fundiertem Trost war wenig zu spüren. Die Lehrer, so zeigten die angenehm unaufgeregten Filmbilder, sind derzeit in Frankreich stark mit sich selbst beschäftigt: Sie wehren sich gegen Sparmaßnahmen und höhere Arbeitsbelastung.
Die arte-Reihe macht klar:
Die deutschen Pisa-Verlierer sitzen nicht allein auf der Insel der Bildungsfrustrierten.
SPIEGEL