Erzherzogin Sophie – Das Vermächtnis der Schattenkaiserin

Erzherzogin Sophie – Das Vermächtnis der Schattenkaiserin

Erzherzogin Sophie - Das Vermächtnis der Schattenkaiserin

Ein Film von Martin Koddenberg. Hergestellt von Berlin Producers Media.

Erzherzogin Sophie ist die zentrale Machtfigur der Habsburger im 19. Jahrhundert. Mit politischem Instinkt und unerschütterlicher Disziplin formt sie ihren Sohn Franz Joseph zum Kaiser – und eine ganze Dynastie gleich mit. Mit Sisi gerät sie heftig aneinander. Die Welten der beiden Frauen könnten kaum gegensätzlicher sein. Sophies Wirken legt das Fundament jener Epoche, in der das Reich immer wieder an seinen inneren Spannungen zu zerreißen droht. Wer war diese Frau – als Machtstrategin, Mutter und als Mensch?

Protagonistin im Supermarkt mit einem Einkaufszettel

Erzherzogin Sophie von Bayern ist eine Schlüsselfigur der Habsburger Monarchie – und doch ist sie bis heute weitgehend im Schatten ihrer berühmten Schwiegertochter Elisabeth, genannt Sisi, geblieben. Reduziert auf die Rolle der „bösen Schwiegermutter“. Der Film rückt jene Frau in den Mittelpunkt, die mit unerschütterlichem Pflichtgefühl, Selbstdisziplin und klarem politischen Kompass das Machtgefüge der Dynastie über Jahrzehnte prägte.

Sophie kommt 1805 in München zur Welt und wächst mit dem strengen Wertekanon von Loyalität, Ordnung und Glauben auf. Nach ihrer Heirat an den Wiener Hof betritt sie ein Reich im Spannungsfeld zwischen Erneuerung und Tradition. Inmitten eines verunsicherten Hofes und eines schwachen Herrschers füllt Sophie das Vakuum – als moralischer Bezugspunkt und als entschlossene Strippenzieherin hinter den Kulissen.

Als ihr Sohn Franz Joseph 1830 in Schönbrunn zur Welt kommt, beginnt Sophie sofort, aus ihm den “perfekten Herrscher” zu formen. Strenge, Militarismus, Disziplin bis zur Selbstaufgabe: Sie schafft die Voraussetzungen für einen Kaiser, der – so hofft sie – Stabilität in einer unruhigen Zeit bringen soll.

Während der Revolution von 1848 übernimmt Sophie faktisch die Führung des Hauses. Sie orchestriert den Austausch der politischen Spitze, überredet zunächst ihren Schwager zum Abdanken und schließlich ihren eigenen Mann zum Verzicht auf die Krone. Mit nur 18 Jahren besteigt Franz Joseph den Thron – ein Schritt, der ohne Sophies Entschlossenheit nicht möglich gewesen wäre.

Auch die Wahl der zukünftigen Kaiserin geht auf Sophies Kalkül zurück. Doch die Ehe zwischen Franz Joseph und der jungen Elisabeth entwickelt sich anders als geplant. Sisi verweigert die ihr zugedachte Rolle. Sophie wird zur Gegenspielerin in einem dramatischen familiären Konflikt, der bis heute in der Literatur und im Film überlebt.

Während das Habsburgerreich im 19. Jahrhundert immer größere Spannungen erleidet, versucht Sophie, die Monarchie zusammenzuhalten. Ihr politischer Einfluss, ihr konservatives Weltbild und ihr tiefer Glaube machen sie zur Leitfigur einer Epoche, deren Ende sie kommen sieht – aber nicht mehr aufhalten kann.

Mein Körper. Mein Gedächtnis. Wie wir es verbessern können

Mein Körper. Mein Gedächtnis. Wie wir es verbessern können

Mein Körper. Mein Gedächtnis. Wie wir es verbessern können

Ein Film von Claudia Euen. Hergestellt von Berlin Producers Media im Auftrag des MDR in Zusammenarbeit mit BR, HR, RB, RBB, SR, SWR, WDR und NDR für die ARD.

In der ARD-Mediathek

Unser Gedächtnis ist eine Maschine der Superlative: Es verarbeitet in jeder Sekunde unvorstellbar große Mengen an Informationen, entscheidet, was wichtig ist und was nicht, speichert ab, was wir erleben und lernen. Damit macht es uns auch zu dem, was wir sind. Die gespeicherten Erlebnisse und Gefühle, das bewahrte Wissen – all das verbindet uns mit uns selbst und mit unserer Vergangenheit. Wie aber kann man das Gedächtnis verbessern und leistungsfähiger machen? Wie können wir es fit und gesund halten? Was passiert, wenn es uns verlässt?

Protagonistin im Supermarkt mit einem Einkaufszettel

Diese Doku begleitet Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Thema “Gedächtnis“ verbunden sind. Nicole Adam verliert mit Ende Vierzig durch mehrere Hirnschläge ihre Erinnerungen. Entschlossen kämpft sie darum, ihr Gedächtnis wieder zurückzugewinnen – mit Ergotherapie und auch mit einer VR-Brille. Auf ihrem Genesungsweg stellt sie sich auch die Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht weiß, wie ich einmal war? Ihre Geschichte zeigt, wie verletzlich unser Gedächtnis ist – und gleichzeitig wie anpassungsfähig.

Expertin Prof. Dr. Hannah Monyer, Ärztliche Direktorin für Klinische Neurobiologie im Labor

Für die Schauspielerin Henriette Hölzel wiederum ist es Alltag, große Textmengen für ihre Rollen am Dresdner Staatsschauspiel zu lernen. Acht verschiedene hat sie gleichzeitig parat. Sie verrät, wie sie es schafft, komplexe Dialoge im Kopf zu behalten.

Auch Johannes Mallow, der mehrfache deutsche Meister und zweifache Weltmeister im Gedächtnissport, erklärt, wie man sich verschiedene Dinge besser merken kann. Mit Methoden wie dem „Gedankenpalast“ zeigt er uns im Magdeburger Dom, wie er sich seine Termine so einprägt, dass er sie nicht mehr vergisst.

Doch nicht nur Training hält unser Gedächtnis fit. Tatsächlich ist auch das Vergessen wichtig, um das Gedächtnis gesund zu halten. Der Neurowissenschaftler Andreas Papassotiropoulos erklärt, dass Vergessen ein aktiver Prozess ist, der uns hilft, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Um dem Gedächtnis etwas Gutes zu tun, empfiehlt er Schlaf und Bewegung sowie Kunst und Kultur.

Die Heidelberger Neurobiologin Prof. Hannah Monyer macht deutlich, dass unsere Erinnerungen nicht nur unsere Vergangenheit geprägt haben, sondern auch unsere Zukunft formen: Was wir uns heute merken, beeinflusst, wer wir morgen sein werden.

Ein Film, der Geschichten vom Lernen und Vergessen erzählt, spannende Forschungsergebnisse präsentiert und vermittelt, wie wir unser Gedächtnis stärken können, damit es uns ein Leben lang begleitet.

Spionagefall Robert Oppenheimer

Spionagefall Robert Oppenheimer

Spionagefall Robert Oppenheimer

Ein Film von Bertina Henrichs. Hergestellt von Berlin Producers Media in Koproduktion mit Acqua Alta im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE.

Als die USA in den Jahren von 1943-45 in Los Alamos in New Mexico die Atombombe entwickelten, standen der Leiter des Projektes, J. Robert Oppenheimer, und seine Mitarbeiter unter enger Beobachtung sowohl durch das FBI als auch durch Spione der Sowjetunion. Aus Anlass des 80.Jahrestages der Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki rekonstruiert die TV-Dokumentation den „Spionagefall Oppenheimer“.

Die Entwicklung der amerikanischen Atombombe in Los Alamos verlief unter strengster Geheimhaltung. Trotzdem wurde das Projekt „Manhattan“ von Spionen beider Seiten bespitzelt. Das FBI beschattete den Leiter der Operation, Robert Oppenheimer, bereits seit seiner Zeit als Professor in Berkeley und setzte dies auch in Los Alamos und in den Jahren danach fort, als er sich für eine internationale Kontrolle der Atomwaffen einsetzte.  In der Anhörung durch die Atomenergiekommission, die damit endete, dass Oppenheimer der Zugang zu atomaren Geheimnissen entzogen wurde, versorgte das FBI die Anklage mit über 7000 Seiten Abhörprotokollen – und verwanzte obendrein während des ganzen Verfahrens das Telefon seiner Anwälte.

J. Robert Oppenheimer

Doch auch die Gegenseite hatte ihn im Visier. Der deutsche Physiker Klaus Fuchs, ein enger Mitarbeiter Oppenheimers, spionierte für die Sowjetunion in Los Alamos. Außer ihm waren noch drei weitere Spione am „Manhattan Project“ beteiligt. Theodore Alvin Hall, Deckname MLAD, übergab schon 1944 wichtiges Material über die Implosions-Methode und andere Aspekte der Konstruktion einer Atombombe an die Sowjetunion. Er wurde bereits 1950 verdächtigt, bestritt aber zu jener Zeit alle Anschuldigungen und wurde nie verurteilt. Der letzte der russischen Spione, Oscar Seborer, wurde erst vor wenigen Jahren enttarnt.

Der Film rekonstruiert, wie das Klima des Misstrauens und die Beschattung durch beide Seiten die Entwicklung der Atombombe beeinflusste, wie der Mensch Oppenheimer davon geprägt wurde und was dies für den sich entwickelnden Kalten Krieg bedeutete.

Machtkampf im Pazifik

Machtkampf im Pazifik

Machtkampf im Pazifik – Ein Südseeparadies im Visier der Supermächte

Ein Film von Matthias Fuchs. Hergestellt von Berlin Producers Media. Eine Sendung des WDR in Zusammenarbeit mit ARTE. 52 Minuten (D 2025)

Die Salomonen sind paradiesischer Inselstaat und geopolitisches Pulverfass zugleich. China überschüttet die Inseln mit Geschenken, aber auch Australien und die USA kämpfen um Einfluss. Strategisch im Pazifik gelegen, scheinen die Inseln für die Supermächte äußerst wertvoll. Doch wie lange kann ein kleiner Staat im globalen Ringen der Supermächte seinen eigenen Weg gehen, ohne unterzugehen?

Die Salomonen sind ein Südseeparadies mit Palmenstränden und zugleich auch ein geopolitisches Pulverfass. Der Inselstaat, bis 1978 britische Kolonie, gerät zunehmend ins Visier der Großmächte. China verteilt großzügig Geschenke und investiert etwa in Infrastruktur und Gesundheitsversorgung, während Australien und die USA mit eigener Entwicklungshilfe gegenhalten. Der Machtkampf spaltet die Gesellschaft: Korruption, Proteste und gewaltsame Ausschreitungen sind die Folge.

Grund für den Wettkampf der Großmächte ist die strategische Lage der Salomonen. Schon im Zweiten Weltkrieg waren die Inseln umkämpft. Und auch heute haben sie eine Schlüsselstellung – gerade für Chinas Pläne im Pazifik. Nur zu gerne nimmt man die Geschenke aus Peking – denn die Salomonen sind eines der ärmsten Länder in der Region. Doch für viele Einwohnerinnen und Einwohner ist der Preis hoch und bedeutet Ausbeutung von Rohstoffen, illegale Fischerei und Umweltzerstörung. Zwischen den Interessen Pekings und Washingtons versuchen die Salomonen, ihre Souveränität zu bewahren. Doch wie lange kann ein kleiner Staat im globalen Ringen der Supermächte seinen eigenen Weg gehen, ohne selbst unterzugehen?

 
ARTE strahlt diesen Film auch in einer untertitelten Fassung für Hörgeschädigte aus.

Die Frauen des Bauernkriegs

Die Frauen des Bauernkriegs

Die Frauen des Bauernkriegs

Ein Film von Martin Betz. Eine Koproduktion von pre tv und Yellow Table Media in Zusammenarbeit mit dem MDR, SWR, Arte und ORF gefördert durch MDM, Freistaat Thüringen, RTR – Fernsehfonds Austria und CINESTYRIA. 45/90 Minuten (D/Ö 2025)

Lange Zeit waren sie vergessen. Blieben unbemerkt. Verloren im Dunkel der Geschichte. Die Frauen des Bauernkriegs. Und doch ist der deutsche Bauernkrieg, der sich dieses Jahr zum 500. Mal jährt, ohne Frauen nicht denkbar. Denn auf ihre Weise kämpften auch sie für politische Mitsprache, gerechte Lebensbedingungen und religiöse Selbstbestimmung.

Die 90-Minuten-Doku „Die Frauen des Bauernkriegs“ erzählt zum ersten Mal die Geschichte der Aufstände zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus einer weiblichen Perspektive: Else Schmid, die Frau des Revolutionsführers Joß Fritz, ist schon Jahre vor dem Bauernkrieg in der Bundschuh-Bewegung im Elsass und Breisgau aktiv. Margarete Renner, eine Bäuerin aus Böckingen bei Heilbronn, zeigt ihren Widerstand in der Verweigerung von Abgaben und zieht wahrscheinlich sogar mit bewaffneten Bauern aufs Schlachtfeld. Katharina Kreutter aus dem thüringischen Mühlhausen wiederum macht sich schon früh für die Reformation stark, stürmt mit anderen Frauen eine Kirche, um ihrem Protest gegen den moralisch korrumpierten Klerus Luft zu machen. Und Magdalena Gaismair aus Südtirol schließlich unterstützt ihren Mann Michael Gaismair bei den wichtigsten Aufstandsbewegungen im Alpenraum und begleitet ihn mit ihren Kindern bei seiner abenteuerlichen Flucht nach Italien.

Die mutigen Taten dieser Frauen werden in dieser Doku in aufwendigen Spielszenen zum Leben erweckt, die historische Einordnung des Bauernkrieges von 1525 erfolgt über grafisch hochwertige Animationen sowie die Expertise führender Expert*innen. „Das war etwas Einmaliges“, so die Historikerin Lyndal Roper von der Universität Oxford, „die größte Erhebung im westlichen Europa vor der Französischen Revolution.“  Die geschlechterspezische Betrachtung des Bauernkriegs ist dabei nicht nur notwendig, sondern längst überfällig. „Denn Frauen haben vielfach zum Aufruhr aufgerufen und waren teilweise die Beginnerinnen von Protesten“, so Vivien Schiefer vom Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Der Protest der Frauen reichte von verbalen Angriffen gegen die Obrigkeit bis zur Entblößung des Hinterns vor den feindlichen Truppen. Eine Geschichte, die in den Quellen nur zwischen den Zeilen zu finden ist. Die Drehbuchautorin Saskia Geisler: „Auch die historische Forschung wendet sich dem Thema gerade erst zu – es ist eine Spurensuche, denn oftmals erfahren wir nur über Zeugnisse von Männern, wie etwa Gerichtsakten, etwas über die Handlungen der Frauen.“
Regisseur Martin Betz bereiste mit seinem Team die wichtigsten Schauplätze des Bauernkriegs – von Südtirol bis Sachsen-Anhalt, von Oberschwaben bis nach Thüringen – und setzte die spannenden und erstaunlichen Geschichten der Frauen in Spielszenen um. Die Dokumentation „Die Frauen des Bauernkriegs“ im Auftrag von MDR, SWR, Arte und ORF wurde als deutsch-österreichische Koproduktion von Yellow Table Media und pre tv realisiert – die Erstausstrahlung erfolgt am 10. Mai 2025 um 20:15 Uhr auf Arte, es folgen Ausstrahlungen im MDR, SWR und ORF.