Die neuen Klassikstars – Anna Lapwood, Hayato Sumino und Marcin

Die neuen Klassikstars – Anna Lapwood, Hayato Sumino und Marcin

Die neuen Klassikstars – Anna Lapwood, Hayato Sumino und Marcin

Ein Film von Lily Küntzle, sounding images, ZDF/arte, 52 min, 2026

Sie spielen in ausverkauften Konzertsälen und haben Millionen von Followern. Sie sind jung, international gefragt – und sie revolutionieren das Bild des klassischen Musikers: Anna Lapwood, Hayato Sumino und Marcin.

Der Film „Die neuen Klassikstars“ begleitet drei außergewöhnliche junge Künstler:innen, die virtuos den Bogen zwischen Social Media und Konzertbühne spannen. Da ist die britische Organistin Anna Lapwood, den Tränen nah nach einem umjubelten Auftritt in der Hamburger Elbphilharmonie, – emotional, ungefiltert, leidenschaftlich. Da ist der japanische Pianist Hayato Sumino, der bescheiden und zurückhaltend wirkt und wie selbstverständlich Konzerte vor über 10.000 Menschen spielt. Und da ist der polnische Gitarrist Marcin, der seiner Gitarre mit unglaublicher Technik komplexe Arrangements entlockt und auf Asientournee die Massen begeistert.

Drei Karrieren, drei Persönlichkeiten, drei unterschiedliche Wege zur Musik. Und doch verbindet Anna Lapwood, Hayato Sumino und Marcin mehr, als es auf den ersten Blick scheint: Authentizität kombiniert mit Hochglanz, Experimentierfreude vereint mit Virtuosität, und vor allem die Überzeugung, dass klassische Musik kein elitäres Privileg ist – sondern für alle da sein kann.

„Die neuen Klassikstars“ ist ein Film über drei Menschen, die klassische Musik auf ihre ganz eigene Art in die Gegenwart tragen, und die Frage, was Erfolg im digitalen Zeitalter wirklich bedeutet.

Der Freigeist – Carl Maria von Weber

Der Freigeist – Carl Maria von Weber

Der Freigeist – Carl Maria von Weber

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring, sounding images, ZDF/arte, 52 min, 2026

Mit seinem „Freischütz“ schuf Carl Maria von Weber die erste deutsche romantische Oper. Weber war Zeit seines Lebens ein rastloser Sucher nach einem musikalischen Klang, der die Menschen im Herzen ansprach. Die Dokumentation „Der Freigeist – Carl Maria von Weber“ porträtiert den Menschen und präsentiert auch wenig bekannte Musiken und Lieder von ihm.

Carl Maria von Weber war von Neugier, musikalischer Ausdruckskraft und einer unstillbaren künstlerischen Energie bestimmt. Ein rastloser Erneuerer, dessen Wirkung weit über den bekannten „Freischütz“ hinausreicht. Weber wuchs in einer reisenden Schauspielerfamilie ohne festes zuhause auf, die von Stadt zu Stadt zog zu verschiedenen Theaterbetrieben. Diese Kindheit formte sein Gespür dafür, wie Klänge Menschen bewegen können. Ein Empfinden, das später sein gesamtes Schaffen prägte.

Er verstand das Orchester als erzählende Instanz, experimentierte mutig und öffnete neue musikalische Räume, deren Wirkung bis in die Moderne und in die Filmmusik reicht. Zugleich zeigt sich sein Leben voller Brüche, geprägt von Krankheit, finanzieller Belastung, unermüdlicher Arbeit und der Suche nach einer eigenen künstlerischen Sprache. Webers Musik verbindet emotionale Wucht mit einer zeitlosen Eigenart, die bis heute überrascht.

Die berühmte Oper „Der Freischütz“ ist der Inbegriff der deutschen romantischen Oper und wurde zum Meilenstein deutscher Kulturgeschichte. Weber war einer der ersten, der bewusst eine eigenständige deutsche Opernkultur schaffen wollte – sprachlich, musikalisch und thematisch.

„Der Freigeist – Carl Maria von Weber“ führt in die Welt eines Komponisten, der bis zu seinem frühen Tod im Alter von 39 Jahren unermüdlich daran arbeitete, den Klang seiner Zeit zu erneuern und der Musik eine eigene Ausdruckssprache zu schenken, um dem Publikum eine neue Art des Hörens zu eröffnen.

Anlässlich seines 200. Todestages eröffnet der Film einen Blick auf Webers Klangtiefe und wegweisende Kraft.

Hans Werner Henze: Komponist, Kommunist, Dandy

Hans Werner Henze: Komponist, Kommunist, Dandy

Hans Werner Henze: Komponist, Kommunist, Dandy

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring, sounding images, WDR, 52 min, 2026

Das Leben des am 1. Juli 1926 in Gütersloh geborenen Komponisten ist europäische Zeitgeschichte unterm Brennglas: NS-Zeit und Krieg, Konflikte als Homosexueller und öffentliche Attacken machten Hans Werner Henze zum politischsten Komponisten Deutschlands. Mit weltmännischem Auftreten und Villa in Italien sprengte er, ganz Inbegriff des Dandys, alle Vorstellungen von einem Komponisten der ‚E-Musik‘. Der Film hebt bisher unbekanntes persönliches Archivmaterial und bringt so auch Henzes intime Seite zur Geltung: als Person und als Komponist von bislang unveröffentlichten Liedern.

Die humanistischen Botschaften, die persönlichen Erfahrungen mit Nationalsozialismus, Krieg und kulturellem Identitätsverlust, der Widerstand gegenüber seiner Person und seinem Werk, bis hin zu öffentlichen Anfeindungen: All das sind prägende Erlebnisse, die Hans Werner Henze zu dem politischsten Komponisten Deutschlands werden lassen. Anlässlich seines 100. Geburtstages im Juli 2026 macht die Dokumentation die Gegenwärtigkeit seiner Musik hör- und sichtbar.

Hans Werner Henze ist der musikalische Chronist des Nachkriegsdeutschlands. In seinen zahlreichen großen Opern, in Orchesterwerken und seinen Liedern verhandelt er die wichtigen politischen und gesellschaftlichen Debatten seiner Zeit, lässt sie aber gleichermaßen vor dem Hintergrund seines menschlichen Verständnisses von Musik überzeitlich werden. Sein politisches und musikpädagogisches Engagement ist legendär. Dafür steht ganz besonders das Cantiere Internazionale d’Arte, die Internationale Kunstwerkstatt in Montepulciano, ein Festival für junge Musikerinnen und Musiker, Schauspielerinnen und Schauspieler, das Henze 1976 ins Leben gerufen hat.

Die beiden Autoren haben Zeitzeugen und Schauplätze aufgesucht, um mehr über den Menschen und Musiker Henze zu erfahren und dabei sehr persönliche, auf Kassetten eingesprochene Briefe entdeckt. Und sie haben sich auf die Suche nach bislang unveröffentlichten Liedern begeben. Mit Sopranistin Sarah Maria Sun und Pianist Jan Philip Schulze wurden diese im WDR zum ersten Mal aufgenommen.

 

„Danke für euren Film über Henze. Was für ein Stück Musikgeschichte, was für ein Stück Zeitgeschichte…. was für ein großartiger Dokumentarfilm. Gratulation und bravo, bravi.“

Dieter Kosslick
langjähriger Berlinale-Direktor

„…Ich habe mir den Film über Henze angesehen und bin sehr beeindruckt. … ein großes Kompliment und danke.“

Margarethe von Trotta
Schauspielerin und Regisseurin

 

New Adult – Der Boom der Romance Literatur

New Adult – Der Boom der Romance Literatur

New Adult – Der Boom der Romance Literatur

Ein Film von Hai-Hsin Lu, ZDF/ARTE, 52 min, 2026

„Das ist mein liebstes Dark Romance Enemies to Lovers-Buch” – ein verwirrender Satz, mit lauter englischen Begriffen gespickt. Im New Adult Romance-Universum gehören solche Tropen zum Alltag der Buchbesprechungen. Unter dem Hashtag „#BookTok“ teilen Leserinnen ihre Lieblingsbücher, rezensieren ganze Reihen und brechen vor laufender Kamera in Tränen aus – die pastellfarbene Bücherwand stets im Hintergrund.

Ein Buch, das auf TikTok viral geht, landet meist auf der Bestsellerliste. Auf dem deutschen Buchmarkt haben viele Verlage Imprints gegründet, um die neue Romance-Zielgruppe zu erreichen. Im Gegensatz zur restlichen Verlagsbranche wächst das Romance-, Fantasy- und Young-Adult-Segment. Auf großen Buchmessen füllen sie inzwischen ganze Hallen, in denen begeisterte Leserinnen stundenlang für eine Signatur anstehen.

Trotzdem ignoriert die Literaturkritik New Adult Romance weitgehend. „Wer entscheidet, was gelesen werden kann oder nicht? “, fragt sich die New Adult-Bestsellerautorin Stella Tack. Sie hat großen kommerziellen Erfolg, aber kaum Anerkennung im Feuilleton und würde nie einen Buchpreis gewinnen. Genau dieses Spannungsfeld zwischen „Schund“ und wertiger Literatur erkundet unsere Dokumentation.

 

Um möglichst viele Facetten des Genres zu zeigen, sprechen wir außerdem mit Literaturkritikerin Julia Hubernagel, Psychologin Melinda Green, Sexualtherapeutin Ines Mahr und Kulturwissenschaftlerin Katie Dean. Vor allem aber begleiten wir neben Stella Tack auch Bestsellerautorin Bianca Iosivoni in ihrem Alltag – und treffen Booktokerin Vanessa von Bock, die für diejenigen steht, die New Adult überhaupt zum Erfolg verhelfen.

Eines wird klar: New Adult Romance wirkt neu, ist es aber nicht. Sie reiht sich in die lange Tradition der Romance-Literatur ein, primär von Frauen für Frauen geschrieben, die stets die Themen jeder neuen Generation aufgreift, sei es Klimakrise, Tierschutz, Mental Health, Rassismus, Queerness oder sexuelle Selbstbestimmung.

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Sternstunden der Musik: Nikolaus Harnoncourt dirigiert Monteverdi

Sternstunden der Musik: Nikolaus Harnoncourt dirigiert Monteverdi

Sternstunden der Musik: Nikolaus Harnoncourt dirigiert Monteverdi

Ein Film von Holger Preuße und Philipp Quiring ZDF/ARTE, 43 min, 2025

„L‘Orfeo“ von Claudio Monteverdi ist eine der frühesten Opern. Es ist die Geschichte von Orpheus und Eurydike, einem jungen Liebespaar, das vom Schicksal getrennt, erneut auf die Probe gestellt wird. Möglichst originalgetreu, wie zur Uraufführung mehr als 350 Jahre zuvor soll sie 1975 wieder erklingen. In Zürich auf der Bühne und später in Wien als Film-Produktion. Eine radikale Vision des österreichischen Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, inszeniert von Star-Regisseur Jean-Pierre Ponnelle.

Harnoncourt holte das historische Klangereignis zurück. Akribisch suchte er Musikerinnen und Musiker alter Instrumente zusammen und vereinte sie zu einem Ensemble. Es gelang ihm die Oper nicht nur verständlich, sondern fesselnd erklingen zu lassen. Dramatischer, unmittelbarer, direkter als es jede Modernisierung gekonnt hätte. Harnoncourt zeigt mit seiner Historischen Aufführungspraxis, dass die scheinbar so alte, so vergangene Musik des frühen Barock dann am klarsten zu einem heutigen Publikum spricht, wenn man sie mit den Instrumenten, den Spieltechniken und im Bewusstsein der künstlerischen Absichten der Zeit ihrer Entstehung zum Klingen bringt.

Ponnelle, der schon in jungen Jahren Bühnenbilder für Monteverdi-Opern entwirft, verwandelt die Welt des Orpheus-Mythos in ein wildromantisch bis düsteres Schlaraffenland mit antiken Anspielungen. Opulente Kostüme treffen auf eine lebendig szenische Umsetzung und ein Spiel voller Leidenschaft.

Herausragende Sängerinnen und Sänger wie Anna-Lucia Richter, Rolando Villazón, Elsa Benoit und Äneas Humm sowie Nikolaus Harnoncourts Sohn Philipp kommentieren die legendäre Inszenierung von vor 50 Jahren.